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Die Ausbildung von Fachkräften im Fokus: Das Bild zeigt (stehend v.l.) Schulleiter Klaus Fenzl, die Krankenschwestern Christine Leiß und Lisa Vogel, Pflegedienstleiterin Anne Ertel, den Geschäftsführer der Krankenhaus Gmbh, Thomas Lippmann, und die stellvertretende Pflegedienstleiterin Sandra Buchner. 

An Berufsfachschule künftig doppelt so viele Plätze wie bisher 

Krankenhaus-GmbH verstärkt Ausbildung

„Personal muss man haben“, so Thomas Lippmann, „alles andere kann man kaufen.“ Der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft des Landkreises Weilheim-Schongau setzt deshalb verstärkt auf Ausbildung von Pflegepersonal und dessen Bindung an die Krankenhäuser der Gesellschaft.

Weilheim – „Gutes Personal wird künftig die wichtigste Voraussetzung für den Bestand eines Krankenhauses sein“, sagte Lippmann. Deshalb will er die dreijährige Ausbildung verstärken. Künftig werde es an der (der GmbH gehörenden) Berufsfachschule für Krankenpflege in Schongau 100 Plätze geben, doppelt so viele wie bisher. Geeigneten Bewerbern, die sich für die Ausbildung zur Pflegekraft entscheiden und gute Leistungen bringen, sichert Lippmann zu, dass sie übernommen werden.

Christine Leis ist eine von denen, die die Ausbildung schon hinter sich haben. Die gebürtige Weilheimerin und dreifache Mutter, die nach der Familienpause den Beruf erlernt hat, ist zufrieden mit ihrer Arbeit am Krankenhaus. Sie schätzt vor allem das gute Betriebsklima.

Ihre Kollegin Lisa Vogel ist eigens aus Thüringen gekommen. Der gute Ruf, den das Krankenhaus hat, hat sie bewogen, dort ihre Ausbildung zu machen und zu arbeiten.

Trotzdem haben beide noch Wünsche: Vogel sieht vor allem das Problem, dass Wohnungen in Weilheim im Verhältnis zum Einkommen zu teuer sind. Leis schlägt als Lösung des Problems eine Steuerentlastung für ihre Einkommensgruppe vor. Das Problem mit den Wohnungen und ihren Kosten sieht Lippmann auch. Er denkt bereits daran, den Auszubildenden bezahlbaren Wohnraum, etwa möblierte Appartements, zur Verfügung zu stellen. Hinzukommen müssen laut Pflegedienstleiterin Anne Ertel auch flexible Arbeitszeiten. Wenn etwa junge Frauen nach der Familienpause wieder im Beruf weiterarbeiten wollen, können sie dies anfangs oft nicht in Vollzeit.

Ein grundsätzliches Problem sieht Lippmann im fehlenden Verständnis für die Vorhaltekosten. „Niemand würde auf die Idee kommen, die Feuerwehr abzuschaffen, weil es in einem Jahr nicht oft genug gebrannt hat“, zieht er den Vergleich. Auch das Krankenhaus müsse für Notfälle bereit sein, selbst wenn diese nicht oder nur in geringerer Anzahl eintreten. Dies sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht über Fallzahlen abgerechnet werden könne.

„Wir müssen wieder für Werte eintreten“, so Lippmann. An Kosten dürfe das deutsche Gesundheitswesen, auf dessen Qualität alle stolz seien, nicht scheitern.

Auch die Ausbildung kostet Geld, wie Schulleiter Klaus Fenzl feststellt. Sie sei aber Voraussetzung für die Arbeit im Krankenhaus. Zum Defizit meint er, dass auch andere kommunale Einrichtungen wie Schwimmbäder Defizite machen. Sie würden aber betrieben, weil sie gewünscht seien. Dies müsse auch für Krankenhäuser und Schulen gelten.

Info Interessenten mit mittleren Schulabschluss können sich für eine Ausbildung bewerben unter „info-schule@kh-gmbh-ws.de“ oder Telefon 08861/215 580.

Alfred Schubert

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