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„Schnelle Kiste“: In diesem Container steht der High-Tech-Computertomograf.

Neuer Computertomograf

Corona: Klinik Weilheim bietet Lungendiagnose in neun Minuten

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Als erste bayerische Klinik hat Weilheim ein mobiles CT-System zur besseren Diagnose von Covid-19-Fällen installiert. Das Hochleistungsgerät im Container liefert Ergebnisse in nur neun Minuten.

Weilheim – Wenn einem ein 1,2 Millionen teures Medizingerät geschenkt wird, kann man sich freuen. Was denn die Verantwortlichen von Landkreis, Krankenhaus GmbH und Klinik Weilheim bei der offiziellen Inbetriebnahme ausgiebig taten. Wie berichtet, hat das Krankenhaus einen nagelneuen CT-Hochleistungs-Scanner spendiert bekommen – finanziert aus den Corona-Nothilfen des Freistaats. In ganz Bayern werden in dieser Tranche lediglich 34 Geräte verteilt.

„Wir sind begeistert“

Sei es Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU, „Ein ganz emotionaler Tag“), GmbH-Geschäftsführer Thomas Lippmann („Ein großer Tag“) oder Ärztlicher Direktor Professor Andreas Knez („Wir sind begeistert“): Man ist stolz, dass der Landkreis mit der Ausstattung bedacht wurde. Mit eine Rolle dürfte neben den guten politischen Kontakten – Alexander Dobrindt, Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Bundestag, ist schließlich Peißenberger – auch gespielt haben, dass die Weilheimer Klinik in der Corona-Krise frühzeitig eine wichtige Rolle übernahm. Die bevorstehende vorläufige Zulassung des US-Medikaments „Remdesivir“ in Europa zur Behandlung von Covid-19-Fällen hatten die Mediziner im März angestoßen.

Untersuchung vor der Aufnahme

Mit dem High-Tech-Scanner erreichen die medizinischen Möglichkeiten eine neue Stufe. Corona-Verdachtsfälle können nun vor der stationären Aufnahme in dem Container außerhalb des Gebäudes untersucht werden. In diesen gelangt man über die Notaufnahme, das Personal im Container ist zur Sicherheit räumlich vom Patienten getrennt. Die Lungenerkrankung Covid-19 kann so ohne Abstrich und vor einem bestätigten Labortest in einem frühen Stadium und schnell per Brustkorbaufnahme festgestellt werden. Ist die Diagnose positiv, geht es umgehend in den Isolierbereich.

Zwei Sekunden Scan

Der Scan dauert gerade mal zwei Sekunden, erklärt Andreas Henneke, Verantwortlicher beim Hersteller „Canon Medical Systems“. Das in Neuss sitzende Unternehmen hat sich neun der 34 Bayern-Aufträge geangelt. Die Genauigkeit der Aufnahmen gibt die Krankenhaus GmbH mit 96 Prozent an. Ergebnisse per Bilddatei liegen bereits nach neun Minuten vor, rechnet der Ärztliche Direktor. Knez, bekennender Verfechter von regionalen Krankenhäusern, ist entsprechend zufrieden: „Wir haben Spitzentechnologie aufs Land bekommen.“ Gleichzeitig könnten nun viele Patienten in kurzer Zeit untersucht werden – dadurch sei die Klinik auf einen möglichen Wiederanstieg der Infektionsraten vorbereitet. Zudem haben die Weilheimer die Möglichkeit, sich per Telemedizin mit dem Kooperationspartner im Klinikum Rechts der Isar auszutauschen. Eine Einschränkung macht Knez jedoch bei aller Freude: Auf Abstrich und Laboruntersuchung kann man nicht verzichten. „Das CT ersetzt nicht den Test und ist keine Alleinlösung.“

Plädoyer für regionale Kliniken

Unterm Strich überwiegt natürlich die Zufriedenheit. Die Unterstützung durch den Freistaat sei eine „eine riesige Wertschätzung“ für die GmbH, freut sich Landrätin Jochner-Weiß. Sie nutzte die Gelegenheit, um die Werbetrommel zu rühren: „Wir sind für die Zukunft gut aufgestellt.“ Eine Lanze für die regionale Gesundheitsversorgung brach der Ehrengast. „Wir müssen die Standorte deutlich stärken“, zieht CSU-Spitzenpolitiker Dobrindt eine Erkenntnis aus der Pandemie. „Dazu gehört die Apparateausstattung.“ Der Landesgruppenchef plädiert für eine klare Linie im ländlichen Raum: „Man muss sich die Unabhängigkeit bewahren.“

Weitere Investitionen

Die mobile Containerlösung steht erstmal in Weilheim. Weitere Geräte, auch für die Klinik Schongau, stehen in den Sternen. „Wir bleiben an einem dran“, sagt Geschäftsführer Lippmann. Bei der GmbH denkt man an Investitionen, bestätigt er. „Aber das geht über einen CT hinaus.“ Die OP-Robotertechnik soll ausgebaut werden.

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