Lobeshymne von Justina Eibl

Kreisausschuss bestimmt Galgenfrist für Metropolregion

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Nach der jüngsten Debatte, ob der Landkreis aus der Metropolregion München austreten will, hat der Kreisausschuss erneut über das Thema diskutiert. Resultat: ein Jahr Galgenfrist.

Landkreis – Justina Eibl sang eine wahre Lobeshymne auf den Verein Metropolregion München. Die Wirtschaftsförderin des Landkreises, die vor einem Monat nicht im Kreisausschuss und damit letztlich der Grund war, warum nicht über den Austritts-Antrag der Fraktion Unabhängige/ÖDP abgestimmt wurde, zählte zehn Minuten lang die Vorteile auf, die die Mitgliedschaft in dem Verein bringe.

Dazu gehörte der Austausch von Wissen und Erfahrung und die Verbindung von Stadt und Umland, die nicht immer gut war, wie Eibl betonte, „aber das hat sich gebessert“. Man sei als Landkreis allein zu klein, um wichtige Interessen zu vertreten, man müsse auf eine größere Ebene gehen. Das sollte einem die 80 000 Euro wert sein, die man bisher in zehn Jahren ausgegeben habe. Wobei Eibl auch selbstkritisch anmerkte, dass andere Landkreise die Angebote der Metropolregion besser nutzen als Weilheim-Schongau.

Das ließ die Kritiker kalt. „Wir haben schon vor zwei Jahren gesagt, wir schauen uns das noch einmal an und es ist nichts passiert“, sagte Klaus Gast (CSU, Weilheim). Das sah auch Michael Asam (SPD, Peiting) grundsätzlich so. Allerdings befürchtete er: „Wenn wir austreten, könnten Fragen kommen nach dem Motto: ,Was machen die denn da?‘“ Weil auch der Unternehmerkreis Weilheim-Peißenberg auf ihn zugekommen sei mit der Bitte, nicht aus der Metropolregion auszutreten, plädierte Asam dafür, „sich das noch ein Jahr anzuschauen“.

Da war Antragsteller Hans Geisenberger anderer Meinung. Der Stellenwert der Metropolregion im Landkreis sei so gering, „dass das Landratsamt jeden hinschickt, um ihn zu vertreten“, sagte er mit Blick auf Kreisrat Klaus Breil (FDP, Bernried), der den Landkreis bei einer Metropolregions-Sitzung vertreten und zuvor vehement für den Verbleib geworben hatte.

Auch Peitings CSU-Vertreter Peter Ostenrieder („das ist alles nur heiße Luft“) und die Weilheimer FW-Vertreterin Susann Enders („ich sehe keinen Vorteil“) sahen das so, während Karl-Heinz Grehl (Grüne, Weilheim) den Gesprächsfaden nicht abreißen lassen will und konkrete Forderungen an den Metropolregions-Verein stellen will. Der Versuch Geisenbergers, mit einem Austritt für Furore zu sorgen und später notfalls wieder einzutreten, fand keine Mehrheit – mit 9:4 Stimmen wurde beschlossen, einen Themenkatalog aufzustellen und noch ein Jahr im Verein zu bleiben.

Rubriklistenbild: © PantherMedia / Oleg Fedotov / Oleg Fedotov

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