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Kreisstadt in Oberbayern sagt: „Jeden zweiten Tag duschen reicht vollkommen aus“

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Von: Sebastian Tauchnitz

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Aus einem Duschkopf strömt Leitungswasser.
Wasser ist knapp - die Stadt Weilheim meint, jeden zweiten Tag zu duschen, reiche vollkommen aus. © Wedel/Kirchner-Media/Imago

Seit Wochen gab es keine nennenswerten Regenfälle mehr in der Region – alles ist staubtrocken. Eine Kreisstadt hat deswegen die Bevölkerung aufgefordert, Wasser zu sparen.

Weilheim – Verbrauche ich zu viel Wasser? Das fragt sich so mancher in diesen Tagen. Doch wieviel ist zuviel? Katharina Segerer von der Stadtverwaltung hat dafür einen ganz einfachen Tipp: „Schauen Sie auf Ihre Wasserrechnung. Mit einem Verbrauch von 70 bis 100 Litern pro Kopf und Tag zählen Sie zu den sparsamen Verbrauchern.“ Wer allerdings täglich mehr als 130 Liter durch die Leitung jagt, der kann leicht nach Einsparpotenzialen suchen.

Dabei gilt die Grundregel: „Nur vier Prozent des kostbaren Trinkwassers werden zum Kochen oder Trinken verwendet“, so Segerer weiter. Der größte Teil des täglich verbrauchten Wassers fließe durch Wasserhähne und Waschmaschinen oder spüle die Toilette. Wer also Wasser (und damit ganz nebenbei auch Geld) sparen möchte, sollte dort ansetzen.

Wasser wird in Bayern knapp – „Luftsprudeler macht Wasser fülliger“

Etwa durch den Einsatz eines Durchflussbegrenzers. Das ist ein Zwischenstück im Duschschlauch oder am Wasserhahn und sorgt dafür, dass weniger Wasser fließt. „In Kombination mit so genannten Perlatoren, auch Luftsprudler genannt, ersetzen Sie Wasser durch Luft und machen es auf diese Weise fülliger“, schreibt Segerer.

Täglich werde zudem eimerweise Trinkwasser durch die Klospülung gejagt. Auch hier müsse man keine Unsummen ausgeben, um spürbar weniger Wasser zu verbrauchen. Wenn es nicht gleich ein wassersparender Spülkasten sein kann, dann reicht laut der Stadt Weilheim auch eine Aufrüstung des alten Spülkastens mit einer Wasserstop-Taste. Diese sei für 5 bis 15 Euro zu bekommen.

Waschmaschine nur einschalten, wenn sie wirklich voll ist

Ganz einfach 100 Liter Wasser lassen sich einsparen, wenn man einfach duscht, statt ein Vollbad zu nehmen, Doch die Stadt geht noch weiter: „Jeden zweiten Tag zu duschen, reicht vollkommen aus.“ Auch beim Wäschewaschen wird viel Wasser verplempert. Daher rät die Stadt: „Nur volle Maschinen in Gang setzen, auf Vorwäsche verzichten und beim Neukauf auf niedrige Verbrauchswerte achten.“

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Zudem sollte Regen- und sogenanntes Grauwasser besser genutzt werden: Als Grauwasser bezeichnet man den Teil des häuslichen Abwassers, der durch Baden, Duschen oder Waschen entsteht. „Durch spezielle Grauwasseranlagen gereinigt eignet es sich beispielsweise für die Toilettenspülung, Waschmaschine oder Gartenbewässerung“, schreibt Katharina Segerer. Auch Wasser aus Regenwasserzisternen sei für diese Zwecke nutzbar. Grauwassergewinnungsanlagen benötigen aber Platz, eine Speicheranlage und ein eigenes Rohrnetz.

Gießen sollte ausschließlich morgens oder abends geschehen, um die Verdunstung zu reduzieren. Wer eine Regentonne aufstellt, habe außerdem kostenloses Gießwasser zur Hand.

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