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Ein Appetithappen: Sebastian Schmederer als „Ödipus“ und Sylvia Reischmann als „Kreon“ zeigten einen Sketch von Bodo Wartkes „König Ödipus“. 

„Sommernacht“ der  „Kunstbändiger“

Die Kunst der Improvisation

Weilheim - Etwa 50 Gäste kamen zur „Sommernacht“ im Bistro "Hänsel's". Gleichzeitig feierten die „Kunstbändiger“ ihr Fünfjähriges.

Nach dem Abzug einer bedrohlich-grauen Wolkenwand wurde es gut besucht und „kuschelig“ auf der Freifläche vom Bistro „Hänsel’s“. Anlass war die „Sommernacht“ – die traditionelle Feier des Veranstalter-Teams der „Kunstbändiger“. Diese Gruppierung besteht seit nunmehr fünf Jahren.

Herbert Leistner ließ bei der Feier die Gründungsgeschichte Revue passieren: „In der Apostelkirche gab es Umbaumaßnahmen und das ,Kellertheater‘ suchte eine Ausweichbühne“, sagte der Mitgründer der „Kunstbändiger“. Also habe man eine Alternative gesucht und geschaffen: Die Bühne im Bistro „Hänsel’s“. „Danach standen wir vor der Frage: Reißt man die Bühne wieder ab oder bespielt man sie weiter“, erinnerte sich Leistner, der – genauso wie Compagnon Sebastian Schmeder – zum damaligen Zeitpunkt bereits selber mehrfach bei Weilheimer Theaterproduktionen aktiv aufgetreten war. Rasch stand die Antwort fest: „Das Kleinkunstbühnenflair hat uns angesteckt…“

Mitgründer Schmederer oblag es, eine statistische Übersicht über die vergangenen fünf Jahre zu geben. Er bilanzierte 43 Band-Auftritte, neun Theater-Aufführungen, acht Kunstausstellungen, vier Kabarettabende und 282 Auftritts-Anfragen – bei der letzten Zahl brach unter den rund 50 Gästen jubelnder Beifall aus.

Besonders gut kam auch wieder das gebotene Essen an. Schließlich sind die ,Sommernächte‘ der Kunstbändiger legendär für ihre Verköstigung. Diesmal war sogar die Speisekarte mit künstlerischen Begriffen aufgepeppt worden – so hieß etwa das Codewort für ,Kuchen‘ phantasievoll-treffend „Brotlose Kunst“.

Der Charme des Improvisierten verlässt sie freilich nie, die „Kunstbändiger“. Nicht nur trug der Sonnenschirm über der Bühne mit Lässigkeit seinen Moosansatz zur Schau, auch die angekündigte Band kam nicht – jedenfalls fast nicht, denn auch solistisch legte sich Melli Zech aus Pähl mit Stimme und Akustikgitarre mächtig ins Zeug, um mit ihrer folkigen Interpretation Stücken von den Beatles bis zu Oasis ein eigenes Gewand zu geben. Und die Improvisation, die schließlich ja auch eine Kunst ist, konnte die musikalische Vielfalt schlussendlich wieder retten, denn überraschend stieg am späteren Abend noch eine Kernbesetzung von „GeorgiaRina and the Loose Screws“ in den Ring.

Vollkommen exakt sind indes die meist auf Abendstimmungen an Seen der Umgebung fokussierten Aufnahmen von Rita Alesi. Die hoch ästhetischen Prints der Huglfinger Fotografin hängen im Bistro „Hänsel’s“ noch bis Ende September. Dies ist dann auch die Zeit für den Re-Run des Kunstbändiger-Kabarettstücks „König Ödipus“ nach Bodo Wartke. Ein Sketch daraus belebte auch die „Sommernacht“ – er blieb allzu kurz, sollte allerdings auch nur Appetit machen auf die komplette Aufführung, die am 24. September im Stadttheater gezeigt wird.

Karten

für „König Ödipus“ an der Abendkasse und im Vorverkauf beim Kreisboten-Ticketstand in der Sparkassenhalle; Aufführung am Samstag, 24. September, um 20 Uhr im Stadttheater.

Andreas Bretting

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