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Ein Penzberger bringt den „Blick von außen“ ins Kunstforum Weilheim - als neuer Vorsitzender

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Von: Magnus Reitinger

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Mit Kunstbegeisterung zu neuen Ufern: Der Penzberger Autor und Ausstellungsmacher Stefan König (r.), Jahrgang 1959, hat über 30 Sachbücher und Romane veröffentlicht. Dieses Foto zeigt König zusammen mit dem Komponisten Wilfried Hiller und der Münchner Künstlerin Antje Tesche-Mentzen anlässlich der 2017 von ihm kuratierten Ausstellung „Carl Orff und die Carmina Burana“ in Benediktbeuern.
Mit Kunstbegeisterung zu neuen Ufern: Der Penzberger Autor und Ausstellungsmacher Stefan König (r.), Jahrgang 1959, hat über 30 Sachbücher und Romane veröffentlicht. Dieses Foto zeigt König zusammen mit dem Komponisten Wilfried Hiller und der Münchner Künstlerin Antje Tesche-Mentzen anlässlich der 2017 von ihm kuratierten Ausstellung „Carl Orff und die Carmina Burana“ in Benediktbeuern. © Archiv König

Für das Kunstforum Weilheim ist er „die Idealbesetzung“, wie die Vorstandskollegen jubeln – weil er sich in der regionalen Kunstszene bestens auskennt und für Weilheim doch „den Blick von außen“ einbringt: Der Penzberger Schriftsteller Stefan König ist seit Oktober neuer 1. Vorsitzender des Kunstforums.

Weilheim - Wie es dazu kam und was ihn daran reizt, erzählt der 62-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung – und verrät dabei auch, dass diese nicht ganz unschuldig an seinem neuen Amt ist.

Hand aufs Herz: Wie viel Bezug hatten Sie bis vor kurzem zum Kunstforum Weilheim?

Zum Verein als solchem hatte ich bis vor ein paar Monaten keine so große Beziehung, aber zu einzelnen Künstlern durchaus. Meine Frau und ich sind sehr kunstbegeistert, wir verfolgen seit langem das Ausstellungsgeschehen in der Region. Wir sind zwar nicht bei jeder Eröffnung, aber es interessiert uns. So bin ich in Ihrer Zeitung auch auf den Bericht über die Vorstandssuche des Kunstforums gestoßen, das hat mich spontan angesprochen. Ein paar Stunden später hab’ ich bei der bisherigen Vorsitzenden Susanne Kohler angerufen, wir hatten uns zuvor nicht gekannt – so hat’s begonnen...

...und nun sind Sie seit Oktober der 1. Vorsitzende des Kunstforums. Was reizt Sie an dieser Aufgabe?

Die Grundvoraussetzung ist tatsächlich die Begeisterung für die Kunst. Diesem Verein gehören über 60 Künstlerinnen und Künstler mit sehr unterschiedlichen Stilen an, vom anerkannten Berufskünstler mit musealen Aspekten bis hin zu jemandem, der in seiner Freizeit Kunst macht. Allein schon diese Vielfalt fasziniert mich. Dazu kommt, dass bei mir andere Aufgaben etwas weniger wurden und ich mit meinen 62 Jahren nun einfach etwas mehr Zeit habe – und Lust, mich mit meinen Erfahrungen einzubringen. Zusammen mit den Vorstandskollegen Susanne Kohler, Wolf Schindler und Christian Bolley hab’ ich im Laufe der Wochen eine ganze Reihe von Künstler besucht. Und ich bin gleich erfasst worden von der Stimmung in den Ateliers, von den Menschen, von den Kunstwerken. Das alles hat zu dieser Entscheidung geführt. Und vielleicht tut der Blick von außen ja ganz gut bei dieser Sache.

Mit diesem Blick von außen: Wie schätzen Sie die bisherige Arbeit des Kunstforums ein?

Ich finde einfach großartig, dass es diesen Zusammenschluss gibt, und sehe, dass da eine tolle Vereinsarbeit geleistet worden ist. Es freut mich einfach, das fortführen zu können und zugleich vielleicht ein bisserl frischen Wind und eigene Ideen einbringen zu können. Und ich merke jetzt schon, dass mich das selber inspiriert, auch in meiner schriftstellerischen Arbeit. Es färbt auf mich ab, und das tut mir gut.

Sehen Sie im Kunstforum auch Dinge, wo Sie sagen: Das könnte besser werden?

Da möchte ich mich nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen. Es ist ja nicht so, dass da der König kommt und alles anders macht... Aber es ist mir schon wichtig, dass die Präsenz des Kunstforums in der Stadt Weilheim und in der Region gestärkt wird und dass es wieder mehr wahrgenommen wird – gerade auch nach all den coronabedingten Ausfällen. Ich kann mich da vielleicht besonders einsetzen, weil ich ja nicht meine eigenen Bilder verkaufen will. Deswegen ist es gut, dass sich da jemand einbringt, der nicht selber Kunst macht oder an den Mann bringen will. Ganz wichtig ist mir auch, junge Leute für die Kunst und für das Kunstforum zu interessieren.

Auch was die Stadt betrifft, haben Sie ja noch den Blick von außen: Was für einen Eindruck macht Weilheim auf Sie?

Da ist es noch zu früh für eine Einschätzung. Ich war in den letzten Monaten zwar viel öfter in Weilheim als in all den Jahren zuvor und hab’ die Stadt schon ein bisschen besser kennengelernt. Aber ich bin zum Beispiel noch nicht mal dazugekommen, mich bei den entscheidenden Stellen, etwa beim Bürgermeister, vorzustellen. Das werde ich in den nächsten Wochen sicher machen. Die kommunalpolitische Schiene ist mir ja durchaus vertraut, und ich freue mich drauf, zusammen gute Lösungen zu finden. Was zweifellos fehlt in Weilheim, sind Ausstellungsflächen –das ist sicher eines der großen Themen der nächsten Zeit.

Und wann ziehen Sie auch privat nach Weilheim?

(lacht) Nein, das steht nicht zur Debatte, dann wär’s ja kein Blick von außen mehr... Ich fühle mich in Penzberg noch sehr daheim, fahre aber immer wieder auch gern nach Weilheim.

Interview: Magnus Reitinger

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