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Läden zu Wohnungen? Ein klares „Nein“

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Von: Magnus Reitinger

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Für dieses Haus an der Ecke Pöltner-/Greitherstraße gibt es Umbauwünsche. Foto: GRONAU
Für dieses Haus an der Ecke Pöltner-/Greitherstraße gibt es Umbauwünsche. © EMANUEL GRONAU

Dass Ladenlokale leerstehen, ist zurzeit ein viel beklagtes Problem in Weilheims Altstadt. Könnte man dort also auch mal einen Laden zu Wohnungen umbauen? Eine solche Anfrage ließ im Bauausschuss jetzt alle Alarmglocken schrillen.

Weilheim – Die Pöltnerstraße ist eine der gehegten und gepflegten Flaniermeilen Weilheims. Zugleich ist dort aktuell besonders viel Leerstand zu beklagen. Von daher wundert es nicht, dass es ausgerechnet für ein Gebäude in diesem Quartier den dringenden Wunsch nach einer Nutzungsänderung gibt – und dass diese im Bauausschuss des Stadtrates kürzlich zu einer sehr grundsätzlichen Diskussion führte.

Die Anfrage in Kurzform: Im Haus an der Ecke Pöltner-/Greitherstraße würde der Eigentümer den bestehenden Laden im Erdgeschoss gern in drei kleine Appartements mit Wohnflächen zwischen 23 und 30 Quadratmetern umwandeln. Für jedes Appartement wäre ein ein eigener Eingang vorgesehen: einer an der Pöltnerstraße, zwei an der Greitherstraße.

Damit wäre das Gebäude – in dessen Ober- und Dachgeschoss sich bereits Wohnungen befinden – ein reines Wohnhaus, wie das Stadtbauamt im Ausschuss erklärte. Zwar schreibt der dort geltende Bebauungsplan eine gemischte Nutzung aus Wohnen und Gewerbe vor, doch könnte die Stadt eine Befreiung von dieser Festsetzung gewähren.

Das allerdings, so stellte 2. Bürgermeisterin Angelika Flock (CSU) als Sitzungsleiterin fest, „würde einer grundsätzliche Veränderung der gesamten Situation bedeuten“ –und zwar, so war sich die Mehrheit im Gremium einig, in eine Richtung, die für die Stadt gefährlich wäre. Die Bauanfrage sei ja verständlich, meinte Brigitte Holeczek, denn es werde immer schwerer, Mieter für solche Ladenräume zu finden. „Aber ich warne ganz dringend davor, hier im Erdgeschoss Wohnungen zuzulassen“, so die BfW-Sprecherin weiter. „Das würde Weilheim letztlich so verändern, dass wir keine lebendige Innenstadt mehr haben“, fügte CSU-Vertreter Klaus Gast hinzu.

Horst Martin (SPD) sieht zwar durchaus Bedarf für solche Appartements, „aber hier ist es die falsche Stelle“. Und Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt-Sommer betonte, genau solche Einkaufsstraßen seien „die Visitenkarte der Stadt“ – und der Grund, warum die Altstadt von Zuschussgebern für „förderungsfähig“ befunden werde. Im Zuge der baulichen Entwicklung samt Stadtpark bei St. Pölten sei geplant, auch die Greitherstraße „verstärkt zur Altstadtstraße zu entwickeln“.

Hingegen war Alfred Honisch (Grüne) dem konkreten Änderungswunsch für das Eckhaus nicht abgeneigt. „Bevor man wieder Leerstand produziert“, sollte dort vielleicht „was Neues probiert“ werden. Andreas Halas (ÖDP) schlug als Kompromiss vor, eventuell ein oder zwei Appartements im Erdgeschoss zuzulassen. Doch dann, so befürchteten andere Ausschussmitglieder, wäre die restliche Fläche zu klein für einen Laden, der lebensfähig sein soll.

„Ich kann nur eindrücklich davor warnen, hier auch nur den kleinen Finger zu geben“, sagte Stefan Zirngibl (CSU), der Wirtschaftsreferent des Stadtrates. Andernfalls würde es zahlreiche Folgefälle geben, „und wir würden einen Weg eröffnen, von dem wir nicht mehr zurückfinden“. Er sei an sich guter Hoffnung, „dass die Situation für Läden wieder besser wird“, so Zirngibl weiter. Ähnlich Rupert Pentenrieder (BfW): Die aktuellen Leerstände seien insbesondere der Corona-Lage sowie „teilweise zu hohen Mietforderungen“ von Hauseigentümern geschuldet. Doch das werde sich wieder ändern, so Pentenrieder, „wir brauchen vor Leerständen keine Angst haben“.

Die vorliegende Bauanfrage wurde vom Bauausschuss letztlich klar abgelehnt (nur Honisch stimmte dafür), ebenso wie eine Kompromisslösung mit nur einem Appartement (nur Halas stimmte dafür). Weil eine Wohnung auf einer Teilfläche des Parterres aktuell aber erlaubt wäre, wurde zugleich – gegen die Stimmen von Honisch und Halas – beschlossen, den dort geltenden Bebauungsplan „Nördlich der Greitherstraße“ so zu ändern, dass dies ausgeschlossen wird.

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