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Haben kürzlich ihre Kaffeerösterei in Weilheim eröffnet: Martin und Karla Hülsmann. 

Landkreis bleibt Hochburg der Kaffeeröster

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Weilheim kann derzeit durchaus als Kaffeehochburg bezeichnet werden, denn es gibt zwei Kaffeeröstereien in der Kreisstadt. Allerdings bleibt das nicht mehr lange so, denn die „Murnauer Kaffeerösterei“, die derzeit noch in der Lichtenau röstet, baut eine neue Rösterei in Obersöchering.

Weilheim/Obersöchering – Dass Röstmeister Martin Hülsmann heute in seiner eigenen Kaffeerösterei an der Kaltenmoserstraße im Weilheimer Osten steht, daran hat Thomas Eckel, der Inhaber der „Murnauer Kaffeerösterei“ großen Anteil: „Er hatte mich in seine Rösterei eingeladen und es war um mich geschehen“, erinnert sich Hülsmann, der in einem Italienurlaub die Liebe zum Kaffee entdeckte. Eckel suchte damals einen Röstmeister und Hülsmann hatte sich schon länger in diese Richtung entwickelt. Er hatte sich intensiv mit Kaffee beschäftigt und Kurse besucht. Er nahm das Angebot an und röstet seitdem professionell Kaffee. Das war vor mehr als sechs Jahren. Seitdem ist Hülsmann Kafferöster – seit Mai in seiner eigenen „Rösterei Martin Hülsmann“ mitten in einem Wohngebiet in Weilheim.

Aus Bäckerei wurde Kaffeerösterei mit Café-Bar

Bis vor etwa einem Jahr war in dem Haus eine Bäckerei. In der ehemaligen Backstube steht nun der Kaffeeröster, unter dem Fenster liegen große Jutesäcke. „Darin ist der Rohkaffee“, sagt Hülsmann. Gerade ist er dabei, den fertig gerösteten und dann eine Woche gelagerten Kaffee abzuwiegen und dann in kleine Tüten zu verpacken, auf denen „Der Schokoladige“ steht.

Hülsmann röstet Kaffeebohnen aus Guatemala, Honduras, Peru, Tansania und ist derzeit noch auf der Suche nach einem weiteren Kaffee aus Afrika. Acht verschiedene Kaffees verkauft Hülsmann derzeit in seiner Rösterei, die gleichzeitig noch Laden und Café-Bar ist. „In nächster Zeit kommen noch zwei bis drei hinzu“, sagt Hülsmann.

Die „Murnauer Kaffeerösterei“ baut derzeit in Obersöchering.

Auch die „Murnauer Kaffeerösterei“, die im Jahr 2008 mit einem Café, in dem die eigenen Produkte auch verkauft werden, eröffnete, wurde mit den Jahren immer größer. In der Rösterei lagern Kaffeesäcke aus aller Welt – von Brasilien über Äthiopien nach Indonesien.

Doch es gibt ein Problem. „Der Platz geht uns aus“, sagt Firmengründer Thomas Eckel. Daher hat er sich entschieden, zu bauen. Fündig wurde der 47-Jährige im Gewerbegebiet Obersöchering. Dorthin werden die Rösterei, die bisher in Weilheim-Lichtenau angesiedelt war, und das Büro (bislang in Murnau) verlagert. „Die Gemeinde Söchering beeindruckt uns seit Jahren“, so Eckel, der diplomierter Röstmeister sowie geprüfter Chef-Diplom-Kaffeesommelier ist. „Die sozialen Strukturen und das Umweltbewusstsein waren für uns als Unternehmer ein wichtiger Faktor bei der Standortsuche.“

Eingefädelt wurde das ganze bei einer Tasse Kaffee

Auch der Obersöcheringer Bürgermeister Reinald Huber ist zufrieden mit der Entscheidung, die sein Gemeinderat im Februar 2018 gefällt hat: das noch freie Grundstück im Gewerbegebiet an den Kaffeeröster zu verkaufen. „Das ganze Konzept passt nach Obersöchering“, sagt Huber. Es hatten sich mehrere Firmen für den Kauf des Grundstücks interessiert. Eingefädelt haben der Bürgermeister und der Baubewerber den Umzug – wie könnte es anders sein – bei einer Tasse Kaffee.

Seit ein paar Wochen wird kräftig gebaut im Obersöcheringer Gewerbegebiet an der B 472. Die Tage, in denen der Murnauer Kaffee in der Lichtenau in Weilheim geröstet wird, sind also gezählt. Im Frühjahr 2020 will die Rösterei umziehen. Das Projekt ist nach Eckels Angaben mit 1,6 Millionen Euro netto angesetzt. Es wird bereits seit ein paar Wochen gebaut. Das Objekt wird eine Größe von 1500 Quadratmeter haben.

Das Kaffeehaus der „Murnauer Kaffeerösterei“, in dem auch Kurse angeboten werden, bleibt weiter in Murnau. Auch der bisherige Name bleibt. Zu trinken gibt es den Murnauer Kaffee aber bereits in Obersöchering: im Café im neuen Dorfladen.

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