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Unterm Dach der Krankenhaus GmbH vereint: (von links) Thomas Lippmann, das Ehepaar Dr. Martina Seling-Frohnheiser und Ernst Frohnheiser sowie Landrätin Andrea Jochner-Weiß beim Pressetermin. 

Krankenhaus GmbH

„Wachstum ist einzige Überlebenschance“

Die Krankenhaus GmbH des Landkreises erweitert ihr Angebot: Sie hat die chirurgische Praxis des Ehepaares Frohnheiser in Weilheim übernommen und dafür eigens ein neues Unternehmen gegründet – für Patienten wird sich voraussichtlich nichts ändern.

Weilheim – Die Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung ist eine der zentralen Forderungen, die die Politik gerade an kleinere Krankenhäuser erhebt. Mit der Gründung eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) und der Übernahme der Praxis komme man dem nun nach, sagte Thomas Lippmann, Geschäftsführer der Krankenhaus GmbH bei einem Pressegespräch in Weilheim. „Das ist ein Meilenstein für uns als Gesundheitsanbieter.“ Die seit über zwei Jahrzehnten existierende Praxis an der Pöltner Straße 25 wird weiter vom Ehepaar Ernst W. Frohnheiser (62) und Dr. Martina Seling-Frohnheiser (59) geführt; nur sind die beiden jetzt nicht mehr die Inhaber, sondern Angestellte des MVZ, das zu 100 Prozent der Krankenhaus GmbH gehört. Auf dem Schild am Praxiseingang ist das bereits vermerkt.

Der mit der Gründung des MVZ verbundene Wachstumskurs, den auch schon andere Landkreise vorgemacht haben, sei die „einzige Chance für die GmbH, langfristig zu überleben“ so Lippman, der sich auch eine stärkere Bindung der Patienten an die Krankenhaus GmbH erhofft. Neben der Umsatzsteigerung ergäben sich auch Synergieeffekte wie beim Einkauf oder bei der Abrechnung für die Kassen, die ja sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. „Ohne die Abrechnung habe ich sicher mehr Zeit für die Patienten“, so Erst W. Frohnheiser. „Das ist eine Win-Win-Situation.“

Die Übernahme der Praxis „Frohnheiser“ samt Kassenzulassung ist der erste Schritt, weitere werden folgen, ist sich Lippmann sicher. Die Stadt Kempten beispielsweise hat 25 Facharzt-Praxen samt Kassenzulassung in einem MVZ integriert. Obwohl Angestellte der GmbH, habe das Ehepaar keinerlei Verpflichtung, Patienten an die Häuser in Weilheim oder Schongau zu überweisen. Darüber entscheide allein die medizinische Notwendigkeit. „Das habe ich in unseren Vertrag schreiben lassen“, so Ernst W. Frohnheiser, der auch als Notarzt tätig ist.

Das Angebot der GmbH richtet sich in erster Linie an Fachärzte – an junge, die den Einstieg planen, und an ältere, die es vor dem Ruhestand etwas ruhiger angehen lassen wollen. Man werde aber „nicht aggressiv“ versuchen, Praxen zu übernehmen, sagte Lippmann. Auch Hausärzten wolle man keine Konkurrenz machen, nicht aktiv auf sie zugehen, versprach er.

Die neue Firma „MVZ“ wird unter dem Dach der seit über einem Jahrzehnt stark defizitären GmbH geführt. Das Umsatzplus solle helfen, das Minus zu verringern. Über die „Premiere“ freute sich beim Pressegespräch Landrätin Andrea Jochner-Weiß, die auch Vorsitzende des Aufsichtsrates der Krankenhaus GmbH ist.  Johannes Thoma

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