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Symbolbild

Landkreis Weilheim

Bäcker wollen ihr Image aufpolieren

„Das verstaubte Bild ablegen und etwas moderner werden“: Dies ist Ziel von Benjamin Aurhammer, Obermeister der Bäckerinnung für die Landkreise Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen.

Landkreis – Zudem möchte er den Beruf der Bäckerei-Fachverkäuferin besser präsentieren. Mit diesen beiden Aussagen eröffnete Aurhammer die Innungsversammlung, zu der knapp 20 Bäcker ins Murnauer „Angerbräu“ gekommen waren.

Mit der besseren Präsentation des Berufs will der Obermeister Nachwuchs gewinnen. Dem alten Handwerk fehlen Lehrlinge, was die Ausbildung in der Region laut Johannes Klucker, Leiter des Beruflichen Schulzentrums Garmisch-Partenkirchen, gefährdet. Derzeit gibt es 47 Schüler – 25 machen die Ausbildung zum Bäcker, vier zum Konditor und 18 zum Fachverkäufer, wie der Schulleiter berichtete. Wenn die Schülerzahlen weiter sinken, könnte es passieren, dass keine Klassen mehr zustande kommen und der Nachwuchs die Berufsschule in München besuchen müsste. Derzeit investiere der Landkreis 28 Millionen Euro in die Renovierung des Schulzentrums, die im Juli 2020 abgeschlossen sein soll. Auch neue Räume für die Bäcker sind vorgesehen, deren Ausbildung aber laut Klucker nur fortgesetzt werden kann, wenn sich genügend Jugendliche für die Bildung einer Klasse finden.

Sorgen macht Kreishandwerksmeister Stefan Zirngibl auch das Verhalten der Bäcker. Von den 43 Mitgliedern der Innung hätten nur acht Praktikumsplätze angeboten – dies sei zu wenig, so der Weilheimer Zirngibl. Die Bäcker müssten sich mehr engagieren, um Nachwuchs zu gewinnen. Wenn man die Ausbildung in Garmisch schließen müsste, dann wäre das „für uns eine Katastrophe“. Die Bäcker im Raum Garmisch-Partenkirchen würden überhaupt keine Lehrlinge mehr finden, wenn diese nach München in die Schule fahren müssten.

Innungsobermeister Benjamin Aurhammer (links) wird jetzt von Heinrich Brandmeier unterstützt.  F oto: Schubert

Wie die Branche ihr Bild in der Öffentlichkeit verbessern und damit auch Nachwuchs finden kann, stellte der Peitinger Werbefachmann Peter Ostenrieder vor. Die Bäcker produzieren zwar gute Produkte, sie müssten ihre Leistung auch angemessen präsentieren. Der Marketingfachmann hält dies nicht für eine Frage des Geldes: Ein guter Auftritt koste nicht viel, er müsse nur gut durchdacht sein und konsequent umgesetzt werden. Dies fange bei der Sauberkeit des Gehsteigs vor dem Laden an und reiche über die Freundlichkeit der Mitarbeiter und die Qualität der Produkte bis zum Verhalten des Unternehmers im Privatleben.

Stellvertreter kommt aus Bad Bayersoien

Benjamin Aurhammer erhält Unterstützung aus dem Ammertal: Einstimmig wählten die Bäcker Heinrich Brandmeier aus Bad Bayersoien zum stellvertretenden Obermeister. Und das 100-jährige Bestehen der Innung – sie wurde am 3. März 1918 von 27 Bäckern in Garmisch gegründet – wollen die Mitglieder bei einem Tagesausflug im Herbst feiern. Von Alfred Schubert

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