1. Startseite
  2. Lokales
  3. Weilheim
  4. Weilheim

Autohäuser finden SUV-Debatte „maßlos übertrieben“

Erstellt:

Von: Franziska Florian

Kommentare

null
Die SUVs stehen immer wieder in der Kritik der Gesellschaft. Vor allem ihre Größe steht dabei im Vordergrund. Doch so viel größer sind der X3, X5 und X7 im Vergleich zu den Touring-Modellen nicht. © Ralf Ruder

Wegen ihrer Größe und ihres höheren Verbrauchs stehen SUVs in der Kritik. Ausgelöst wurde die SUV-Debatte durch einen Unfall in Berlin, bei dem vier Menschen ums Leben kamen. Dazu sprach die Heimatzeitung sowohl mit Autohäusern im Landkreis als auch mit einem Experten des ADAC Südbayern.

Landkreis – Der Unfall in Berlin, bei dem ein Fahrer mit seinem Porsche „Macan“ auf einen Gehweg gerast ist und vier Menschen getötet hat, hat eine Debatte um die großen geländefähigen Fahrzeuge ausgelöst.

Nicht jeder findet die Debatte gerechtfertigt: Sven Kruse, Verkäufer im Autohaus Doleschal in Weilheim, sagt, dass die Diskussion um SUVs „dramatisch übertrieben“ ist, denn die breite Masse „fährt eh kleinere Autos“. Er ist der Meinung, es werde „viel Wind gemacht, aber nicht sachlich diskutiert“.

Alexander Kreipl aus Weilheim, Leiter der Verkehrstechnik Umwelt beim ADAC Südbayern, sagt, dass „das Auto mit der höheren Masse“ bei einem Frontalcrash zweier Fahrzeuge den Vorteil habe, bei einem Zusammenstoß mit einem Fußgänger sei das anders, „weil der Mensch gegenüber dem Auto immer im Nachteil ist“, so der Fachmann. Es sei egal, ob es ein Kleinwagen oder ein SUV ist.

Bei den neuen Modellen hat sich einiges getan

Bei den neuen Modellen der Geländewagen habe sich über die Jahre hinweg im Bezug auf den Fußgängerschutz einiges getan, so ADAC-Experte Kreipl. „Die harten Kanten fallen bei den neuen Autos weg, und auch im Bereich des Kühlergrills werden weichere Teile verbaut“, heißt es weiter.

Kreipl erklärt auch, dass die Fahrzeuge allgemein immer größer werden: „Ein Polo ist zwar relativ klein, aber heute so groß wie ein Golf früher.“ Die Maße der SUVs im Vergleich zu anderen Kraftfahrzeugen unterscheide sich hauptsächlich in der Höhe, so Richard Rieser, Geschäftsführer vom Mazda-Autohaus Rieser in Peiting.

SUVs kleiner als Kombis

Er bestätigt, dass die SUVs bei ihm „kleiner als ein Kombi“ sind. „Die SUVs sind gar nicht mal so groß, sie wirken nur erst mal so“, sagt Rieser. „Der breiteste SUV ist 1,84 Meter – das ist bei einem Kombi zum Beispiel normal.“ Die Länge sei bei den Geländewagen sogar weniger als bei einem durchschnittlichen Kombi, sagt der Autohaus-Geschäftsführer weiter.

Ein SUV nehme also auch in der Stadt nicht mehr Platz weg als ein normales Auto. Das bestätigt auch Stefan Rosenberger, Geschäftsführer beim BMW-Autohaus „Widmann + Winterholler“ in Weilheim. „Ein X5 hat fast die gleichen Abmessungen wie ein 5er-Touring.“

Viele schätzen die Übersichtlichkeit 

Der SUV verkaufe sich laut allen Autohäusern sehr gut, da viele die Übersichtlichkeit in diesen Autos schätzen. „Vielen unserer Kunden ist es wichtig, dass sie bei nicht gut geräumten Straßen in der Früh sicher zur Arbeitsstelle kommen und entscheiden sich deshalb für einen SUV“, so Rosenberger.

Zum Verbrauch sagt ADAC-Experte Kreipl: „Es ist die Frage, wie alt das Auto ist, aber bei den neuen Fahrzeugen ist es wesentlich besser geworden.“ Zwar habe man hier einen höheren Verbrauch als bei Kleinwagen, so viel Unterschied mache das aber nicht.

Lesen Sie auch: Breitbandausbau in Wessobrunn: Start im Frühjahr 2020

Auch interessant

Kommentare