So wird Gerste geerntet: ein Feld bei Pähl in der Nähe der Umgehung
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So wird Gerste geerntet: ein Feld bei Pähl in der Nähe der Umgehung

Erntesaison 2021 im Landkreis

Ernte mittelprächtig, Preise gut

Regen, Hagel und kaum längere sonnige Perioden: Eine gemischte Ernte-Bilanz ziehen Landwirte aus dem Landkreis für 2021: Beim Grünland sieht es laut BBV „ganz gut aus“, beim Getreide hingegen liegen die Erträge zum Teil deutlich hinter denen der Vorjahre zurück.

Landkreis – Das Wachstum ist gut, ich erwarte eine gute Ernte im Grünlandbereich“, so Wolfgang Scholz; der BBV-Kreisobmann bewirtschaft ganz im Westen des Landkreises, in Sachsenried, einen Hof mit 40 Hektar Grünland, 295 Hektar Ackerfläche und 150 Rindern und stützt seine Einschätzung auf Gespräche mit Kollegen und seine eigenen Erfahrungen. Was ihm und seinen Kollegen heuer Probleme bereit habe, seien die ständigen Regenfälle gewesen. „Das Erntefenster war jeweils extrem eng.“ In der Regel wird eine Futterwiese den Sommer über hierzulande etwa alle fünf Wochen gemäht, dann stimmt der Nährstoffgehalt. Zum Mähen müsse es trocken sein, daher sei es heuer schwierig gewesen, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. „Aber das sind normale Probleme, da wollen wir nicht jammern“, so Scholz.

„Mittelprächtige Ernte“ erwartet

Dominik Pentenrieder, der im Norden des Landkreises, in Fischen, einen Hof bewirtschaftet, erwartet „eher eine mittelprächtige Ernte“ für sein Getreide und Gemüse. Der Hagel habe Gerste, Weizen, Raps und Mais zugesetzt, ansonsten hätte es sicher besser ausgeschaut. Zudem habe es Probleme gegeben, mit den schweren Maschinen zur Ernte auf die durchnässten Felder zu fahren.

Weizen- und Gerstenkörner seien ausgesprochen klein geraten – und somit auch der Ertrag. Der Raps habe sich auf seinen Feldern insgesamt gut erholt. Im Nachbarort Raisting sei der Mais weit besser geraten als bei ihm, das liege an den Böden, die in Raisting trockener seien und so die Feuchtigkeit leichter aufnehmen konnten, so Pentenrieder, der 50 Hektar Ackerfläche und rund 30 Hektar Grünland mit 45 Milchkühen bewirtschaftet. Er drischt auch für andere Bauern Getreide.

Raps und Mais heuer schlecht

Bei Gerste und Weizen rechnet er mit 15 bis 20 Prozent weniger Ertrag als im Vorjahr. Das werde aber, so hofft er, durch die höheren Preise wieder ausgeglichen. Seinen Weizen liefert Pentenrieder vorwiegend an Mühlen, die Braugerste über die Baywa an die „Augustiner“-Brauerei. Im Landkreis gibt es in etwa achtmal so viel Grünland (Viehfutter) wie Ackerland: 43 200 Hektar Grünland stehen rund 5147 Hektar Ackerfläche gegenüber. Letztere befinden sich vorwiegend im Norden des Landkreises. Aber auch Milchbauer Scholz pflanzt auf rund 850 Metern Höhe Raps und Futtermais an. Beide seien bei ihm heuer ausgesprochen schlecht geraten. „Warum, das weiß ich auch noch nicht“, so der BBV-Kreisobmann. Aber er hat auch eine gute Nachricht parat: „Dem Wald hat der viele Regen ausgesprochen gut getan.“

VON JOHANNES THOMA

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