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Das Unkraut muss weg: Helmut Linder beim Beseitigen des giftigen Jakobskreuzkrauts.

Sowohl für Menschen als auch Tiere eine große Gefahr 

Gefährliche Giftpflanzen sind im Landkreis zu finden

Das Jakobskreuzkraut und der Riesenbärenklau sind sowohl für Tiere als auch für Menschen eine nicht zu verachtende Gefahr. Auch im Landkreis sind die giftigen Pflanzen vorzufinden.

Landkreis – Vor dem Jakobskreuzkraut und dem Riesenbärenklau ist Vorsicht geboten. Die beiden giftigen Pflanzen stellen eine große Gefahr für Menschen und Tiere dar.

Helmut Linder aus Hohenfurch warnt insbesondere vor dem Jakobskreuzkraut. „Die Pyrrolizidin-Alkaloide des Krauts lagern sich im Körper ab und führen nach einiger Zeit zu einer Zersetzung der Leber“, erklärte Linder. Die Einnahme kleinerer Mengen über einen längeren Zeitraum könne unter Umständen sogar zum Tod führen.

Besonders Rinder und Pferde seien laut Linder von dem Kraut mit der strahlend gelben Blüte bedroht. Die Pflanze werde zwar auf der Weide aufgrund ihres bitteren Geschmacks von den Tieren gemieden, gelange das Kreuzkraut aber in deren Trockenfutter, werde es gefährlich. 

Auch in Milch und Honig giftige Stoffe nachgewiesen

Beim Trocknen verliere das Jakobskreuzkraut zwar seinen bitteren Geschmack, die Toxine blieben allerdings erhalten, warnt Linder. Auch in Milch und Honig konnten die giftigen Stoffe nachgewiesen werden. Darüber gelangen sie dann auch in den Organismus des Menschen.

Um den Gefahren vorzubeugen, empfiehlt Irmingard Kemmer von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts Weilheim-Schongau, das Jakobskreuzkraut frühzeitig zu beseitigen.

Die Blüten des Jakobskreuzkrauts sind zwar schön, aber besonders für Tiere gefährlich. 

 „Das Jakobskreuzkraut ist schnittempfindlich. Wenn die ersten Blüten kommen, sollte man alles abmähen“, erklärte Kemmer. Wichtig sei es, die Mährückstände zu entsorgen, sonst würden sogenannte Nottriebe entstehen.

Am effektivsten aber sei das Ausstechen des Krautes – da sind sich Kemmer und Linder einig. Dabei sollte die Pflanze samt Wurzel, die bis zu einem halben Meter in den Boden reichen kann, entfernt werden. 

Chemische Behandlung ist nicht ratsam

Sollte die Wurzel bestehen bleiben, können laut Linder bis in den Spätherbst neue Triebe entstehen. Von einer chemischen Behandlung rät Irmingard Kemmer ab. Dabei würde ein enormer ökologischer Schaden angerichtet.

Am wohlsten fühle sich die Pflanze an Kiesgruben und Straßenrändern, aber auch auf trockenen landwirtschaftlichen Flächen. Starke Sonneneinstrahlung begünstige ihre Ausbreitung. 

Laut Linder vermehrt sich das „anspruchslose“ Kreuzkraut äußerst schnell. „Besonders durch Fahrzeugbewegungen verbreitet sich das Kreuzkraut im ganzen Land“, so Linder.

Riesenbärenklau kam als Zierpflanze nach Deutschland 

Auch der bis zu vier Meter große Riesenbärenklau kommt im Landkreis „immer mal wieder vor“, wie Irmingard Kemmer vom Landratsamt berichtete. Dieser stamme eigentlich aus dem Kaukasus und kam dereinst als Zierpflanze nach Deutschland. 

Auch der Riesenbärenklau - hier ein Symbolbild - kommt in der Region immer wieder vor. 

Da sein Saft Furanocumarine enthält, ist größte Vorsicht geboten. Nachdem man mit der Pflanze in Kontakt gekommen ist, sollte man betroffene Stellen schnellstmöglich abdecken und mit Wasser und Seife abwaschen, denn unter Sonneneinstrahlung komme es aufgrund der phototoxischen Wirkung zu ernst zunehmenden Verbrennungen. 

Auch Symptome wie Übelkeit, Fieber oder Atemnot können auftreten. „Wenn wir die Pflanze entdecken, geben wir dem Grundbesitzer Bescheid. Der ist dafür zuständig, sie zu entfernen“, so Kremmer.

VON LUCAS KAISER

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