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Gesundheit: Was wie eine normale Erkälktung aussieht, kann sich im schlimmsten Fall zu einer ausgewachsenen Grippe entwickeln.

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Impfstoff: Engpass vor der Grippewelle

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Die Virusgrippe erreicht den Landkreis. Davor warnt das Gesundheitsamt und rät zur Schutzimpfung. Aber: Den Hausärzten ist der Impfstoff ausgegangen. Die Regale in den Apotheken sind leer.

Weilheim-SchongauHohes Fieber, gerötete Augen, Halsweh, Ohrenschmerzen und ein allgemeines Krankheitsgefühl – das sind die Symptome einer Virusgrippe. „In der letzten Novemberwoche hat die Influenza A auch den Landkreis erreicht“, meldet Dr. Stefan Günther, Leiter des Gesundheitsamts Weilheim. Die ersten drei Fälle wurden seinem Amt gemeldet – aus Penzberg und dem westlichen Landkreis. 987 Fälle waren es im Frühjahr 2018.

Von einer Grippewelle kann jedoch noch keine Rede sein. Hausarzt Dr. Alexander Schießler in Weilheim jedenfalls hat noch keinen Influenzafall in seiner Praxis gehabt. Bislang mussten bei ihm „normale Erkältungskrankheiten“ behandelt werden, teilte der Mediziner gestern mit. Ähnlich sieht es bei Kollegen Martin Kayser in Schongau aus. In der Regel zwei Mal pro Woche lässt er bei Verdachtsmomenten Abstriche bei seinen Patienten machen und untersuchen. „Bisher war alles negativ“, sagt der Hausarzt. „Bei uns ist die Grippewelle noch nicht angekommen“, sagt auch Isa Berndt, Sprecherin der Krankenhaus GmbH, über die Situation an den Kliniken in Weilheim und Schongau.

„Grippewelle kommt auf jeden Fall“

Doch dies wird nicht so bleiben, sind sich die Ärzte Schießler und Kayser sicher: Unisono erwarten sie für Januar und Februar eine Grippewelle in der Region. Kayser „Die kommt auf jeden Fall.“

Aus diesem Grund warnt Gesundheitsamtsleiter Stefan Günther davor, die Erkrankung auf die leichte Schulter zu nehmen. Influenza sei „keine harmlose Erkältung, sondern kann mit langdauernden Krankheitszeiten zwei bis drei Wochen bis zur vollständigen Erholung brauchen“. Grundsätzlich rät er daher zur rechtzeitigen Schutzimpfung gegen Virusgrippe. Denn bei der Influenza A seien Antibiotika nicht wirksam. Doch: Denn Hausärzten fehlt es an Impfstoff. Der Weilheimer Arzt Schießler hat in diesem Jahr bereits rund 350 Impfungen vorgenommen, jetzt ist sein Bestand aufgebraucht. Auch in der Schongauer Praxis von Martin Kayser ist „nur noch ganz wenig“ vorhanden. Fünf Praxen hat er schon angerufen – doch die Kollegen konnten nicht aushelfen. Kayser muss mittlerweile impfwilligen Patienten absagen.

Apotheken bestellen im europäischen Ausland

Über die 28 Apotheken im Landkreis können sich Ärzte nicht mehr wie gewohnt versorgen. „Es schaut schlecht aus“, sagt der Peißenberger Dr. Philipp Kircher, Sprecher der hiesigen Apotheker. „Wir haben nichts mehr. Die Bestände sind leer.“ Grund: Die Hersteller haben angesichts niedrigerer Vorbestellungszahlen weniger produziert. Das lag gemäß Kircher auch daran, dass die Ärzte zunehmend reglementiert würden: „Sie sollen wirtschaftlich bestellen.“ Doch dann gab es einen regelrechten Ansturm der Patienten. Ausgelöst laut Kircher durch die mediale Präsenz des Themas sowie die Tatsache, dass heuer erstmals die Krankenkassen für die Vierfachimpfung zahlen.

Der Bayerische Apothekenverband hatte eigens eine Tauschbörse für Impfmittel eingerichtet. Diese lief zwar anfangs gut, erinnert sich Kircher, aber nun herrscht Ebbe. Abhilfe soll eine Initiative des Bundesgesundheitsministeriums schaffen: Die strengen Regeln für die Beschaffung wurden gelockert, Apotheker können sich im EU-Ausland versorgen. Philipp Kircher jedenfalls ist in seiner St.-Ulrich-Apotheke gerade dabei, Impfmittel in Frankreich zu organisieren. In den Kliniken Weilheim und Schongau jedenfalls wurden vorsorglich die Bestände aufgefüllt – damit sich die circa 900 Mitarbeiter von den Betriebsärzten impfen lassen können.

Infos

zur Virusgrippe gibt es beim Hausarzt, aber auch beim Gesundheitsamt Weilheim (Tel. 0881/681-1600 und E-Mail gesundheitsamt@lra-wm.bayern.de).

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