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Menschenleer präsentierte sich gestern der Raistinger Weiher. Das kann durchaus auch an der hohen Algenbelastung des Gewässers liegen.

Gesundheitsamt

Kein Krankheitsrisiko in warmen Badeseen

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Für Wasserratten sind die hohen Temperaturen ein Hochgenuss. Für das Gesundheitsamt weniger. Es schaut genau hin bei den Badegewässern im Landkreis. Die Fachleute geben Entwarnung: Das Wasser ist derzeit nicht durch Keime belastet. Allerdings gibt es Sorgenkinder.

Landkreis – Die Daten sind frisch. Am 6. August nahm das Gesundheitsamt an den 35 EU-Badeplätzen im Landkreis wieder Wasserproben. Ergebnis: „Grundsätzlich ist die Lage gut. Hygienisch ist alles in Ordnung gewesen“, sagt Amtsleiter Dr. Stefan Günther. „Wir hatten keine Keimbelastung im Wasser.“ Obwohl derzeit die Wassertemperaturen mit 26 bis 30 Grad im Schnitt hoch sind.

Allerdings gibt es Sorgenkinder. Günther spricht von „leichter Algenbildung“. Aufgefallen sind der Dietlhofer See in Weilheim, der Raistinger Weiher und der Erbenschwanger Weiher bei Ingenried. Das warme Wasser fördert das Algenwachstum. Stolze 27 Grad wurden am Probentag in Weilheim und Raisting gemessen, 26 Grad waren es in Ingenried. Allerdings handelt es sich laut Günther um Grünalgen, die unproblematisch seien. Klassische Probleme machen die Gänse mit ihren Hinterlassenschaften. Seeshaupts gemeindlicher Badeplatz am Starnberger See und der große Ostersee bei Iffeldorf-Staltach stehen auf der Liste – dort liegen Brutgebiete in der Nähe. „Das werden wir nie 100-prozentig vermeiden können“, sagt der Gesundheitsamtsleiter. Am Stiefelweiher in _Hohenpeißenberg wurden erst unlängst Gänse durch Schüsse verjagt. Zudem tauschte die Gemeinde den Strandsand aus.

Bislang keine Gabelschwanz-Zerkarien aufgetaucht

Entgegen den Befürchtungen des Gesundheitsamts liegen bislang keine Probleme mit vermehrten Krankheitserregern in den Badegewässern vor. Was den Amtsleiter ein bisserl wundert, denn gerade im Dietlhofer See seien bei warmen Temperaturen immer wieder mal Gabelschwanz-Zerkarien aufgetaucht. So oft, dass sie behördenintern einen Spitznamen verpasst bekamen: „Weilheimer Beiß.“ Die Saugwürmerlarven bohren sich in die Haut. „Harmlos, aber lästig“, sagt Günther, dennoch führt der Plagegeist zu Hautreizungen. Mit so etwas muss der Badefreund rechnen. „Das ist kein Trinkwasser. Da sind immer wieder Bakterien drin“, macht der Amtschef deutlich. Am häufigsten kommen Durchfallerreger vor. Doch Günther beruhigt: „Aktuell sind die Leitkeime unauffällig.“

Eine auffällige Zahl von Krankheitsmeldungen nach einem Badetag hat auch Dr. Karl Breu nicht festgestellt. Es gebe zwar immer „ein gewisses Risiko“, wenn man beim Schwimmen Wasser schluckt, sagt der Vorsitzende des Ärztlichen Kreisverbands. „Aber das ist deutlich minimiert, weil unser Wasser regelmäßig untersucht wird.“ Der Mediziner hat anderes im Blick: „Gefährlicher ist die Sonne.“ Mit Kindern sollte man deshalb zwischen 11 und 15 Uhr den Badebereich meiden.

Grünalgen sind lästig, aber ungefährlich

Sechsmal jährlich, von April bis September, nimmt das Gesundheitsamt im Landkreis Wasserproben, die Termine sind bayernweit einheitlich. Da nächste Mal fahren die Mitarbeiter Mitte September, vor dem Schulbeginn, raus. Amtsleiter Günther erwartet bis dahin nicht, dass sich die Hygiene-Situation in den Badegewässern verschlechtert und die Seen gar umkippen – weil nun kältere Tage anstehen. Breu bricht derweil für die unbeliebten Grünalgen eine Lanze. Dies sei ein ganz natürliches Phänomen. „Das ist ein biologisches Problem, kein gesundheitliches.“ Einzige Alternative für Breu: „Wenn uns das stört, müssen wir in das Freibad gehen.“

Ungeachtet der Entwarnung des Gesundheitsamts mahnt das Wasserwirtschaftsamt einen sorgsamen Umgang mit dem kostbaren Nass an: Wegen der Trockenheit herrsche Niedrigwasser an den Bächen und Flüssen – um Tiere und Pflanzen zu schützen, soll auf eine Wasserentnahme verzichtet werden. Auch Bootfahren auf Fließgewässern ist zu vermeiden.

Infos

zu den Badegewässern beim Landratsamt auf www.weilheim-schongau.de.

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