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Das neue Tempolimit von 70 km/h auf der B 2 bei Huglfing wurde gestern von Polizeiobermeister Thomas Köhler und seinen Kollegen per Laser kontrolliert.
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14 Fahrer erhalten Post aus Flensburg

Tempo 70 soll Leben retten

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Die Kreuzung der B 2 zur B 472 von Weilheim nach Huglfing gilt bei der Weilheimer Polizei als Unfallschwerpunkt. Das liegt unter anderem an einem tödlichen Unfall, der sich im Sommer ereignete. Deswegen wurde dort vor rund vier Wochen Tempo 70 eingeführt. Gestern kontrollierten die Beamten erstmals.

Landkreis – Eingepackt in die dicke Polizeijacke und mit der blauen Mütze mit der Aufschrift „Polizei“ auf dem Kopf, stellt Thomas Köhler das Lasergerät ein. Es ist kalt und düster an diesem Vormittag. Der Nebel, der sich in der Senke breit macht, macht es dem Polizeiobermeister nicht leicht. „Bei Nebel, starkem Regen und Schnee misst es sich nicht so leicht“, sagt Köhler.

B 2 Richtung Huglfing: 14 Unfälle auf drei Jahre 

Die Polizeiinspektion Weilheim hat sich an der B 2, von Weilheim kommend, bei der Abzweigung zur B 472 nach Huglfing positioniert, um das vor rund vier Wochen eingeführte Tempolimit von 70 km/h zu kontrollieren. „In den letzten drei Jahren kam es hier zu 14 Unfällen“, erklärt Polizeihauptkommissar Martin Hackl. Davon seien drei mit Leichtverletzten und zwei mit Schwerverletzten gewesen. In diesem Sommer kam es sogar zu einem tödlichen Verkehrsunfall. „Deshalb wurde hier vor der Kuppe ein Überholverbot verhängt und über längere Strecke Tempo 70 eingeführt“, sagt Hackl.

Das Messgerät steht gut versteckt in einer Flurbereinigungsstraße hinter einem Zivilfahrzeug der Weilheimer Polizei – einem unauffälligen, schwarzen BMW. Direkt dahinter weist ein Marterl unter einem Verkehrsschild auf einen anderen tödlichen Unfall hin. Als stummer Zeuge für die Notwendigkeit einer Tempobegrenzung.

Sobald ein Polizeifahrzeug zu erkennen ist, warnen die Verkehrsteilnehmer, die in Richtung Weilheim fahren, alle anderen mit der Lichthupe, weiß Hackl. Deshalb fährt der Streifenwagen weiter zur Kontrollstelle bei Tauting, wo die Verkehrssünder herausgewunken werden.

Die Erfahrung des Polizeiobermeisters zahlt sich aus 

Der Laser ist justiert und die Geschwindigkeitsüberwachung kann beginnen. Bis zu 1000 Meter weit kann das Gerät messen. Gleich mehrere Pkw fahren den Hügel hinab.

Ein Fahrzeug sticht dem erfahrenen Messbeamten ins Auge: „Der schaut schnell aus“, meint Köhler. „Ab 84 km/h ziehen wir raus“, erklärt er. Alles darunter ist „noch im Rahmen“. Die Toleranz werde aber auch beim Lasern berücksichtigt. Er schaut durch das Gerät, visiert das Kennzeichen an und drückt den Knopf, um die Messung auszuführen.

Tatsächlich, das Auto ist zu schnell. Köhler gibt das Kennzeichen per Funk an seine Kollegen weiter. Egal wie schnell die Autos fahren – der Beamte hat viel Erfahrung und kann die Kennzeichen gut erkennen. Durch die sechsfache Vergrößerung des Lasers kann auch gleich mit erkannt werden, wenn jemand nicht angeschnallt ist oder am Steuer telefoniert.

Kontrolle auf der B 2 Richtung Huglfing: Der schnellste Fahrer war mit 113 km/h unterwegs 

Kurz vor der Kontrollstelle wird die Geschwindigkeit in beiden Richtungen erst auf 70 km/h mit Überholverbot, dann auf 50 und schlussendlich auf 30 reduziert. „Das nennt sich Verkehrstrichter“ erklärt Hackl. „Das ist auch zur Sicherheit der Kollegen, damit keiner durch zu hohe Geschwindigkeit zu Schaden kommt.“

Die Fahrer werden rausgewunken und sofort abkassiert. Sollte jemand nicht so viel Bargeld dabei haben, wird der Bußgeldbescheid per Post verschickt. Orangefarbene Pylonen markieren, wo die Fahrzeuge zur Kontrolle rausfahren können. Dort steht auch der sogenannte Befehlskraftwagen. In diesem werden die Daten der Verkehrssünder erfasst und dokumentiert.

Innerhalb von 45 Minuten konnten zwölf Geschwindigkeitsüberschreitungen erfasst werden. Nach gut zweieinhalb Stunden sind es „35 Beanstandungen“ die aufgenommen wurden, berichtet Hackl. 14 der Fahrer bekommen Post aus Flensburg und stocken ihre Punktekonten auf. Beim Schnellsten wurden 113 km/h gemessen – der kalte Vormittag in Sachen Verkehrssicherheit hat sich für die Beamten gelohnt.

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