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Postkarten ersetzen Besuche - so läuft das Leben in den Seniorenheimen im Landkreis aktuell ab

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Von: Franziska Florian

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Die Situation mit dem Coronavirus macht es den Seniorenheimen nicht gerade leicht. Doch sie versuchen, die Normalität so gut es geht beizubehalten und das Beste daraus zu machen. © Symbolfoto: Daniel Reinhardt/Dpa

Das Coronavirus hat auf viele Lebensbereiche Auswirkungen. Besonders ältere Leute gehören zur Risikogruppe, weshalb sich auch die Situation in den Seniorenheimen im Landkreis Weilheim-Schongau verändert hat. Trotzdem versuchen die Einrichtungen, das Beste aus der Situation zu machen.

Landkreis – „Die Bewohner nehmen die Situation gelassen“, sagt Christian Osterried, Einrichtungsleiter des Heilig-Geist-Spitals in Schongau, auf Nachfrage der Heimatzeitung. Es werde versucht, ein Stück Normalität zu behalten. Dennoch mussten verschiedene Aktivitäten – wie zum Beispiel der Gottesdienst – abgesagt werden.

Schongau: Bewohner gehen „relativ normal“ mit dem Besuchsverbot um

Osterried findet es sehr gut, dass sich die Bewohner an die vorgegebenen Ausgangsbeschränkungen halten. An frischer Luft fehle es ihnen aber nicht: „Wir haben einen Innenhof, in dem die Bewohner nun ihre Runden drehen und sich auf die Bänke in der Sonne setzen“, sagt Osterried. Das Besuchsverbot für die Familie und Angehörigen der Bewohner stelle kein Problem dar, die Senioren würden „relativ normal“ mit der Situation umgehen. „Es besteht die Möglichkeit mit den Familien zu skypen, aber es kam bisher noch keine Anfrage der Bewohner“, erklärt Osterried. Ob mehr telefonischer Kontakt zwischen den Senioren und ihren Familien bestünde, könne der Einrichtungsleiter nicht so leicht beantworten, da es in jedem Zimmer ein eigenes Telefon gebe.

Um kein Risiko für die Bewohner einzugehen, habe das Heilig-Geist-Spital erforderliche hygienische Maßnahmen umgesetzt. Dazu gehört, dass die Pflegekräfte einen Mundschutz tragen.

Weilheim: Tablet zum Skypen mit den Familien wurde organisiert

Ähnlich sieht es beim Bürgerheim in Weilheim aus. Wie Einrichtungsleiter Rainer Schlosser erklärt, habe das Seniorenheim „alle verordneten Schutzmaßnahmen“ umgesetzt. Das heißt, die Pflegekräfte tragen zur Sicherheit der Senioren Schutzkleidung, wenn sie mit ihnen in Kontakt kommen. Von den verschärften Schutzmaßnahmen, die Bayerns Ministerpräsident Markus Söder verordnet hat, ist das Bürgerheim wenig betroffen. „Es ändert sich nicht viel“, da die Pflegekräfte vorher schon in Schutzkleidung gearbeitet haben. Vom Bewohner-Aufnahmestopp, den Söder ebenfalls verhängt hat, ist der Einrichtungsleiter jedoch betroffen. „Es waren zwei Aufnahmen geplant, die jetzt verschoben sind.“

Um den Senioren auch den Zugang nach draußen zu ermöglichen, habe das Bürgerheim den hauseigenen Innenhof „vorzeitig geöffnet“, sagt Schlosser. Zudem habe er kürzlich ein Tablet geordert, damit die Bewohner des Bürgerheims mit ihren Familien auch skypen können. Dabei werden sie vom Personal unterstützt. Mehr Redebedarf stellt der Einrichtungsleiter nur bei „einzelnen wenigen“ fest, wie er sagt.

Penzberg: Postkarten schreiben anstatt Besuche

Auch im Seniorenheim „Steigenberger Hof“ in Penzberg besteht die Möglichkeit, mit den Familien zu telefonieren. Vorerst jedoch nur per Telefon und nicht via Skype. „Über Skypen habe ich mir schon Gedanken gemacht“, erklärt Einrichtungsleiterin Sybille Pichler. Doch leider habe das Seniorenheim noch kein WLAN für alle und sie kein Tablet mit Sim-Karte. „Wir suchen aber nach einer Lösung“, erklärt die Heimleiterin. Doch nur drinnen sitzen müssen die Senioren auch im Steigenberger Hof nicht. Die Mitarbeiter gehen mit den Bewohnern an die frische Luft. „Wir haben ja den großen Park“, sagt Pichler. Die Bewohner schreiben auch fleißig Postkarten an ihre Familien und Angehörigen. „Das kennen sie noch von früher und macht ihnen Spaß“, erzählt Pichler.

Damit keiner der Bewohner am Coronavirus erkrankt, ziehen sich die Mitarbeiter vor Dienstbeginn um – und arbeiten seit den verschärften Hygienevorschriften zusätzlich mit Mundschutz. „Wir halten uns an die hygienischen Vorgaben und auch in der Betreuung wird der Mindestabstand eingehalten“, sagt Pichler. „Wir versuchen alles, dass das Coronavirus nicht zu uns kommt.“

Vom Aufnahmestopp „ist denke ich jedes Heim betroffen“, sagt sie. Es werde nun niemand neu aufgenommen, sollte jemand versterben.

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