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Leberkäspartys in Oberbayerns Hotspot-Region? Landrätin klärt auf

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Von: Boris Forstner

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„Corona bestimmt meinen Tagesablauf“, sagt Landrätin Andrea Jochner-Weiß (hinten Mitte), hier auf einem Archivbild an der Teststation am Weilheimer Volksfestplatz.
„Corona bestimmt meinen Tagesablauf“, sagt Landrätin Andrea Jochner-Weiß (hinten Mitte), hier auf einem Archivbild an der Teststation am Weilheimer Volksfestplatz. © Archiv

Tagelang hatte der Landkreis Weilheim-Schongau eine Spitzenposition in Bayern – nämlich bei der Inzidenzzahl. Im Interview spricht Landrätin Andrea Jochner-Weiß über mögliche Ursachen.

Landkreis - Noch Anfang der Woche lag Weilheim-Schongau als einziger von zwei Landkreisen im Freistaat über der 1000er-Marke, erst gestern wurde es wieder dreistellig und der Landkreis konnte seine unrühmliche Spitzenposition an den zweiten Hotspot, Freyung-Grafenau, abgeben. Wir sprachen mit Landrätin Andrea Jochner-Weiß über die möglichen Ursachen und einen Blick in die nahe Zukunft.

Weilheim-Schongau: Landrätin berichtet - „Corona bestimmt meinen Tagesablauf intensiv“

Frau Landrätin, haben Sie schon viele Mails und Anrufe bekommen nach dem Motto: Was ist denn bei euch los?

Ich tausche mich natürlich mit Kollegen aus anderen Landkreisen sowie mit unserer Regierungspräsidentin Maria Els aus: Hier kann jeder von den Erfahrungen des anderen lernen. Und ich erhalte viele überregionale Presseanfragen und natürlich besorgte Anrufe von Freunden und Bekannten. Auch zahlreiche Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern erreichen uns, die wir so schnell wie möglich beantworten.

Sie werden sich vermutlich selbst täglich informieren, wo der Landkreis steht. Wie läuft das ab bei Ihnen, morgens RKI-Dashboard, dann Infos vom Gesundheitsamt?

Da haben Sie Recht: Das Thema Corona bestimmt meinen Tagesablauf derzeit intensiv – und mein Tag ist lang. Morgens informiere ich mich über das RKI-Dashboard, vom Gesundheitsamt bekommen wir im Landratsamt mehrmals täglich Infos. Das aktuelle Zahlenupdate des Landkreises erhalte ich gegen 12 Uhr, wie Sie von der Presse ja auch. Später kommen noch Abendmeldungen, bei besonderen Ereignissen erhalten wir Sofortmeldungen von der Sondereinheit Corona.

Leberkäspartys in Weilheim-Schongau? „Immer wieder Hinweise, dass Leute sich nicht an Quarantäneauflagen halten“

Neben den täglichen Frühbesprechungen, bei denen derzeit die Infektionslage natürlich das Thema Nummer eins ist, konferieren wir jeden Mittwoch bei der Corona-Lagebesprechung. Sie können mir glauben: Ich sorge mich sehr um die Menschen in unserem Landkreis und um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserem Haus. Gott sei Dank werden die Kolleginnen und Kollegen im Gesundheitsamt zusätzlich von 20 Bundeswehrsoldaten bei der Nachverfolgung unterstützt, das hilft uns sehr.

Vermehrt wird anhand der hohen Zahlen gemutmaßt, dass die Lage in manchen Dörfern problematisch ist. Gibt es eine Erklärung? Gibt es „Leberkäspartys“, von denen Sie wissen?

Man kann nur mutmaßen, dass sich leider nicht immer alle an die Regeln halten oder unvorsichtig sind. Wir bekommen immer wieder Hinweise, dass sich Leute nicht an Quarantäneauflagen halten. In konkreten Fällen gehen die Kollegen diesen gemeinsam mit der Polizei nach. Zu diesen Partys, bei denen sich Menschen absichtlich infizieren sollen, tauchen gelegentlich Gerüchte auf – bislang hat sich jedoch noch keines bestätigt. Aber die Polizei ist bei diesem Thema mit Sicherheit wachsam.

Corona in Bayern: „Gute Chance, dass wir an Weihnachten ein Stück Entspannung erleben“

Ein Blick in die Glaskugel: Wo werden wir Weihnachten stehen?

Wenn wir die Landkreise im östlichen Bayern betrachten, die einige Wochen vor uns bereits so hohe Inzidenzen erreichten, dann besteht eine gute Chance, dass wir an Weihnachten ein Stück Entspannung erleben. Denn: Die Vorsichtsmaßnahmen schlagen erfahrungsgemäß gut an.

Vielleicht ist an den Feiertagen unsere Inzidenz wieder im Bereich von 700 bis 750. Aber das alles natürlich nur unter dem Vorbehalt, dass sich die neue Omikron-Variante nicht weiter ausbreitet. Sonst gehen die Zahlen auch schnell wieder hoch. Und natürlich mit der Hoffnung, dass die Impfquote nun deutlich steigt und sich möglichst viele Bürgerinnen und Bürger boostern lassen. Wir setzen gerade alles daran, die Impfangebote auszubauen.

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