Das Coronajahr 2020 mit seinen Lockdowns hat auch auf dem Arbeitsmarkt im Landkreis deutliche Spuren hinterlassen. So meldeten sich viel mehr Menschen arbeitslos als noch 2019.
+
Der Inzidenzwert im Landkreis Weilheim-Schongau nähert sich immer mehr der kritischen 100er-Marke.

Drpht der nächste Lockdown?

Landrätin zur Corona-Notbremse: „Brauchen pragmatische Lösung“

  • Sebastian Tauchnitz
    vonSebastian Tauchnitz
    schließen

Die Zahl der Corona-Infektionen im Landkreis Weilheim-Schongau ist seit rund zwei Wochen steigend, damit auch der entscheidende Sieben-Tage-Inzidenzwert. Gestern lag er laut RKI bei 78,2 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Damit rückt der entscheidende Wert von 100 näher. Wird dieser an drei Tagen in Folge überschritten, dann greift die sogenannte „Notbremse“.

Landkreis - Geschäfte und Schulen müssen wieder schließen, weitere Lockerungen sind nicht möglich. Einzelne Bundesländer und Landkreise weichen deswegen bereits jetzt die „Notbremsen“-Regelung auf und legen Inzidenzwerte von 150 oder 200 fest.

Für den Landkreis Weilheim-Schongau sei das keine Option, sagt Landrätin Andrea Jochner-Weiß. „Wenn jeder Landkreis seine eigene Notbremse definiert, kommen wir in Teufels Küche“, meinte sie gestern. Schon jetzt sei es für die Bürger schwierig, das Regelwirrwarr noch zu durchschauen. Wenn dann auch noch alle paar Kilometer andere Regeln gelten würden, „wäre die Verwirrung komplett“. Der Landkreis werde sich an die geltende Notbremse bei einem Inzidenzwert von 100 halten, sagte sie. Zwar müsse man die bestehenden Regelungen umsetzen, eine Debatte über deren Sinnhaftigkeit würde sie dennoch gern führen. „Ich halte diese reine Zahlenfixierung für falsch“, so Jochner-Weiß. Man könne nicht dauernd die Geschäfte öffnen und wieder schließen und wieder öffnen. Zudem müsse man auch bedenken, dass bereits ein erheblicher Teil derjenigen, die besonders gefährdet sind, geimpft seien. „Ich wünsche mir eine pragmatische Lösung, denn die Krise wird nicht an Ostern, wahrscheinlich auch noch nicht an Pfingsten beendet sein“, so Jochner-Weiß.

Was wäre pragmatisch? „Wir lassen die Geschäfte, die Gastronomie und die Beherbungsbetriebe öffnen, verlangen aber funktionierende Hygienekonzepte – wie es im vergangenen Jahr war.“ Sollte es zu einzelnen Hotspots kommen, müsse man einschreiten. Zudem müsse die Nachverfolgung der Infektionsketten nach Ansteckungen gewährleistet werden.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare