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Landratswahl:  Freude pur und kritische Blicke

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Von: Andreas Baar

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Andrea Jochner-Weiß (CSU) wurde als Landrätin  im Landkreis Weilheim-Schongau wiedergewählt. © fkn

Nach der Landratswahl: Siegerin Andrea Jochner-Weiß (CSU) analysiert ihr Ergebnis zufrieden,der unterlegene Gegenkandidat Karl-Heinz Grehl (Grüne) blickt zwiespältig auf die Kreispolitik.

Landkreis – Die alte und neue Landrätin kam zum Wochenstart nicht zum Freuen über ihren deutlichen Sieg bei der Stichwahl am 29. März. Der Corona-Kampf beherrschte den Terminkalender von Andrea Jochner-Weiß. Die Krise als Grund für den Erfolg der Amtsinhaberin wollte sie aber nicht gelten lassen. „Es waren die letztens sechs Jahre.“ 

Dörfer eine Macht

Ihr Erfolg war breit gefächert: Neben den Dörfern („Ich kann mich schon auf die ländliche Bevölkerung verlassen“) holte sich die CSU-Frontfrau gerade auch in den einstigen SPD-Hochburgen Penzberg, Peiting und Peißenberg („Es sind eher die roten Städte gewesen“) deutlich über 60 Prozent der Stimmen.

Frauenquote „eine Katastrophe“

Eines trübt ihre Freude: die niedrige Wahlbeteiligung von 67,6 Prozent – und dass trotz Briefwahl. „Ich hätte mehr erwartet. Wenn man den Leuten schon die Unterlagen hinlegt.“ Eines bezeichnet Jochner-Weiß ganz klar als „eine Katastrophe“: dass es für die kommenden sechs Jahre im Landkreis keine Frau mehr in einem Bürgermeisteramt gibt. „Das ist ein totaler Rückschritt.“

Keine Experimente

Der Verlierer kann eigentlich zufrieden sein. Karl-Heinz Grehl holte mit 34,9 Prozent ein achtbares Ergebnis. Doch der Weilheimer, der sich eine höhere Wahlbeteiligung gewünscht hätte, konstatiert kritisch einen landkreisweiten Trend hin zu konservativer Politik – neben der CSU nennt er noch die Erfolge von ÖDP und Freien Wählern im Kreistag. In der Krise hätten die Wähler auf Bewährtes zurückgegriffen, sie seien „nicht in der Stimmung für Experimente“ gewesen. 

Sorge um Verkehrspolitik

Grundsätzlich betrachtet der Grüne deshalb die künftige Politik im Kreistag mit Sorge. Er habe „ein wenig Angst, dass eine politische Kraft entstanden ist“, die Energie- und Verkehrswende „nicht als 1A auf ihrer Agenda stehen hat“. Grehl beobachtet zwar „ein gewisses Ergrünen“ bei der CSU, aber das lange nicht.

Wer wird Stellvertreter?

Interessant wird die Frage nach dem zweiten Landrat. Bislang ist der grüne Kreisrat Grehl der Stellvertreter der CSU-Politikerin Jochner-Weiß. Darüber entscheidet der Kreistag in seiner konstituierenden Sitzung, die für 8. Mai angesetzt ist. Grehl hat bereits am Wahlabend seine Bereitschaft geäußert: „Ich würde es gern nochmal machen.“ Jochner-Weiß hält sich zurück. Sie habe zwar mit ihrem Stellvertreter „gut zusammengearbeitet“, wie sie sagt – aber „es gibt verschiedene Optionen“. Auch in der CSU wird über den Posten noch geredet, macht die wiedergewählte Landrätin deutlich.

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