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Machen Werbung für den „Ausbildungskompass“: (v.l.) Sandra Perzul, Roland Streim, Jens Wucherpfennig, Andrea Jochner-Weiß, Judith Dangel, Justina Eibl und Monika Uhl. 

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Lehrstellensuche leichter gemacht

Der Ausbildungskompass soll die Lehrstellensuche leichter machen und kommt damit auch den Betrieben zugute, die nach Azubis suchen. 

Landkreis – Der Fachkräftemangel in der Region ist nichts Neues. Mittlerweile wirkt er sich auch auf die Lehrstellen-Situation aus. Für Betriebe wird es immer schwieriger, den Nachwuchs zu sichern, warnt der IHK-Regionalausschuss – und das, obwohl 2016 Industrie, Handel und Dienstleister mit 494 neu abgeschlossenen Lehrverträgen ein plus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr meldeten. Aber 116 Ausbildungsplätze blieben laut IHK unbesetzt. Kreative Ideen, um die Jugendlichen für die duale Berufsausbildung zu gewinnen, sind wichtiger denn je, mahnt die Kammer. Der Landkreis reagiert jetzt auf den Azubinotstand: Das Landratsamt legt den ersten „Ausbildungskompass“ auf. In einer Broschüre werden Berufsbilder aufgezeigt – und gleich mit Fachinfos und Firmenkontakten ergänzt. Erscheinen soll das Werk voraussichtlich im Sommer, wie Regionalmanagerin Judith Dangel bei der Präsentation im Landratsamt sagte. Das Angebot soll dann auch digital verfügbar sein.

Der „Ausbildungskompass“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von vier Landkreisen: Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen und Miesbach. Entwickelt wurde es mit der Penzberger Marketingagentur von Monika Uhl. Federführend im hiesigen Landkreis ist das Regionalmanagement, mit im Boot sitzen die Wirtschaftsförderung am Landratsamt, die Kreishandwerkerschaft, die IHK und die Agentur für Arbeit.

Dass etwas getan werden musste, macht Landrätin Andrea Jochner-Weiß deutlich: „Die Lehrstellensituation im Landkreis hat sich völlig verändert. Die Unternehmen suchen händeringend nach Azubis.“ Jochner-Weiß sieht den demografischen Wandel, die Konkurrenz des Ballungsraums München und den Trend zu akademischen Ausbildungen als Ursachen dafür.

Für Wirtschaftsförderin Justina Eibl ist die Broschüre eine gute Ergänzung zu den bisherigen Aktivitäten für den heimischen Bildungsstandort – wie die am Donnerstag in Weilheim stattfindende Jobmesse. „Das ist kein Projekt, das in der Luft hängt.“ Zumindest setzen die Kammern einige Hoffnung in die Aktion. Bei der Kreishandwerkerschaft sind immerhin circa 250 Landkreis-Betriebe registriert, die ausbilden können. Geschäftsführer Roland Streim will den „Kompass“ nutzen, um für das duale System der Ausbildung zu werben. „Darum beneidet uns die ganze Welt.“

Rund 270 potenzielle Ausbildungsunternehmen sind es laut dem Weilheimer Geschäftsstellenleiter Jens Wucherpfennig in der IHK: „Es ist wichtig, dass wir Azubis in der Region halten.“ Eigentlich stehen die Chancen gut, eine passende Lehrstelle zu finden, sagt Sandra Perzul, Pressesprecherin der Weilheimer Agentur für Arbeit. Sie ist überzeugt davon, dass sich der Bedarf an Fachkräften noch verstärken wird. Was bislang fehlte, war ein umfassender Überblick über die regionalen Ausbildungsangebote.

Noch aber läuft die Akquise für die Din-A4-Broschüre. Rund 1900 Unternehmen, Institutionen und Gemeinden wurden um ihre Berufsfelder angefragt. Verteilt werden soll die Broschüre an die Schulen, außerdem sollen die Exemplare in den Rathäusern und im Landratsamt ausliegen. Von den 28 angeschriebenen Schulen im Landkreis haben sich 15 gemeldet, sagt Regionalmanagerin Dangel, mehr als 1200 Broschüren wurden bereits bestellt.

Finanziert wird die Broschüre auf zweierlei Art: Die Betriebe zahlen pro Adressnennung 60 Euro, den Rest schultert der Landkreis. 2000 Euro stehen dafür im Regionalmanagement bereit. Ähnlich sieht es in den anderen drei Landkreisen aus. Andreas Baar

Kontakt

Unternehmen und Institutionen, die mitmachen wollen, können sich online melden auf www.mein-ausbildungskompass.de oder www.re gionalmagament-wm.de).

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