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Drei Weilheimer und ein Schongauer , (von links): Josef Koch, Markus Lanz und Thomas Orbig sind noch Vorstände der Sparkasse Weilheim, Michael Lautenbacher ist Vorstand der Sparkasse Schongau. Ab 1. April sind sie zusammen mit Alexander Schmitz (Schongau) ein Vorstands-Team bei der „Sparkasse Oberland“.

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Zum Abschluss „richtig gute Zahlen“

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Die „Vereinigten Sparkassen Weilheim“ legten ihre Geschäftszahlen 2016 vor – „richtig gute“, wie es hieß. Es waren die letzten ihrer Geschichte, denn ab 1. April gibt es nur noch die „Sparkasse Oberland“ zusammen mit der Kreissparkasse Schongau. 

Weilheim Eigentlich war alles wie immer bei dem Pressegespräch. Sparkassen-Chef Josef Koch und die beiden anderen Vorstände, Thomas Orbig und Markus Lanz, hatten ihre rot-weiß gestreiften Krawatten um und trugen abwechselnd das Zahlenwerk vor. Aber es war eben nicht alles wie immer. Zum einen saß Michael Lautenbacher, Vorstand der Kreissparkasse Schongau, mit am Tisch, sein Chef Alexander Schmitz fehlte krankheitsbedingt. Zum anderen geht die Ära der „Vereinigten Sparkassen im Landkreis Weilheim in Oberbayern“ zu Ende. Dieser Firmenname, der 1959 entstand, als die Sparkasse Murnau dem bis dahin aus den Sparkassen Weilheim, Penzberg und Peißenberg bestehenden Zweckverband beitrat, ist ab 1. April Geschichte. Dann gibt es einen neuen und größeren Zweckband, die „Sparkasse Oberland“, gebildet von den „Vereinigten Sparkassen Weilheim“ und der Kreissparkasse Schongau.

2016 bezeichnete Koch als „erfolgreiches und zugleich historisches Bilanzjahr“ mit „richtig guten Zahlen“, das geprägt sei von der Niedrigzinsphase. Dies schlage sich in der verstärkten Nachfrage nach Immobilien nieder, dem Versuch der Sparkassen, ihren Kunden Wertpapiere schmackhaft zu machen, sowie einem Anstieg im Kreditgeschäft – sowohl bei Firmen als auch bei Privatkunden.

Trotz der niedrigen Zinsen stieg das Geldvermögen der Sparkassenkunden laut Vorstand Thomas Orbig im Jahr 2016 weiter, und zwar um „ein sattes Plus“ von rund 5,4 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Ein noch satteres Plus, nämlich eines von 8,5 Prozent verzeichnete das Kreditwachstum, wie Vorstand Markus Lanz ausführte. Ende 2016 bewegten sich die Verbindlichkeiten der Kunden bei 1,32 Milliarden Euro. „Ein Schwerpunkt des Zuwachses liegt bei den Unternehmen“, so Lanz.

Angesichts der Geschäftszahlen (Details siehe Kasten)blicken die „Vereinigten Sparkassen Weilheim“, die mit einem Eigenkapital von 202 Millionen Euro zu den „Top Ten“ in Bayern gehören, „zuversichtlich in die Zukunft“, wie Koch sagte. An dieser wird gerade gebastelt, gilt es doch, aus zwei Sparkassen eine zu machen. „Rund 1500 Entscheidungen müssen getroffen werden“, so Koch. Erste gab es bereits, so wurden die 14 Mitarbeiter der zweiten Führungsebene bestimmt. Einwände gegen die Entscheidungen hat es laut Koch keine gegeben. Lautenbacher sprach von einem „ausgewogenen Ergebnis“, alle Entscheidungen seien einstimmig getroffen worden. Herwig Skalitza wird Direktor der „Sparkasse Oberland“ in Schongau und dort vor Ort sein.

Laut Lautenbacher gibt es im Schongauer Raum immer wieder Fragen von Sparkassen-Kunden zur Fusion. Diese hielten sich aber im Rahmen. Die eigens installierten Hotlines hätte es nicht gebraucht. „Gibt es meine Filiale weiterhin?“, so laute eine der Fragen, „Was ändert sich bei der Kontonummer?“ eine andere. Bei den Filialen seien keine Änderungen geplant. Bei den IBANs und einigen Kontonummern gebe es aber Veränderungen, zum 24. September bekommen zudem die Kunden der Kreissparkasse Schongau neue Karten. In Weiheim seien keine Nachfragen bekannt, so Koch.

In den kommenden Wochen müssen auch die Geschäftsbedingungen der beiden Geldhäuser angeglichen werden. Unter anderem geht es dabei um die Gebühren für Kontokorrentkredite, die die Weilheimer Sparkasse in Rechnung stellt, die Schongauer nicht. Oder auch darum, ob Kunden, die mehrere Millionen auf dem Girokonto haben, Strafzins in Höhe von 0,4 Prozent zahlen müssen. In Weilheim gibt es dazu Vereinbarungen mit fünf Firmen, in Schongau wird ein solches „Verwahrgeld“ aktuell geprüft.

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