Das Baugebiet am Krumpperplatz in Weilheim
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Die große Linde (rechts), die nach der Rodung noch übrig blieb, muss laut Stadt jetzt erhalten werden.

Stadtratssitzung am Donnerstag

Letzter Akt für Bebauungsplan am Krumpperplatz

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Die Neubaupläne am Krumpperplatz in Weilheim sind eines der umstrittensten Bauprojekte. In der kommenden Stadtratssitzung wird die nötige Änderung des Bebauungsplans wohl beschlossen werden.

  • Das Baugebiet am Krumpperplatz ist immer wieder ein umstrittenes Thema in Weilheim
  • Nun könnte es zum letzten Akt für den Bebauungsplan kommen
  • In der kommenden Stadtratssitzung dürfte die Änderung wohl als Satzung beschlossen werden

Weilheim – Die Neubaupläne für den gerodeten Garten südlich des Krumpperplatzes sind eines der umstrittensten Bauprojekte in Weilheim. Seit zwei Jahren wird darüber gestritten, nach massiven Protesten hat die Stadt schließlich das geplante Baurecht reduziert. Die Firma „Immobilien Zentrum Oberbayern“, die auf der Osthälfte des Privatgrundstücks vier Mehrfamilienhäuser errichten will (die Rede war von 30 Wohnungen), muss um rund 450 Quadratmeter Wohnfläche abspecken. Wie berichtet, muss zudem die Tiefgaragenzufahrt so umgeplant werden, dass die große Linde am Nordrand erhalten bleibt.

Neben Kritik zeigte sich auch Verunsicherung

Nun ist die für das Neubauprojekt nötige Änderung des Bebauungsplans „Obere Stadt IIIb“ unter Dach und Fach: In der Stadtratssitzung am kommenden Donnerstag, 15. Oktober, wird sie wohl als Satzung beschlossen. Vorausgegangen war eine erneute Runde der Öffentlichkeitsbeteiligung. Dabei zeigte sich neben Kritik auch so manche Verunsicherung – die das Stadtbauamt bei der Vorbesprechung im Bauausschuss auszuräumen versuchte. Öffentliche Flächen am Krumpperplatz dürften selbstverständlich nicht in die Berechnung der Baudichte auf dem Privatgrund eingerechnet werden, so wurde klargestellt. Zudem seien die maximale Grundflächenzahl (GRZ) und Geschossflächenzahl (GFZ) auf jedem einzelnen der insgesamt drei Grundstücke einzuhalten.

Einige Ausschussmitglieder konnten „die Befürchtungen und die Vorsicht der Anwohner“ durchaus verstehen. „Es würde manches klarstellen, wenn wir mal ein Bild sehen würden, wie das aussehen wird“, sagte Klaus Gast (CSU). Und Horst Martin (SPD) forderte, dass die Stadträte vor ihrer Entscheidung am Donnerstag den Entwurf des städtebaulichen Vertrags zwischen Stadt und Investor vorgelegt bekommen – um zu sehen, wie Weilheims „SoBoN“-Regelung umgesetzt wird, also die Vorgabe, 30 Prozent der Wohnungen „sozialvergünstigt“ abzugeben.

Planung entspreche landesplanerischen Zielen in Sachen Nachverdichtung

Martin griff auch eine Forderung auf, die der Arbeitskreis „Stadtentwicklung“ der Weilheimer Agenda 21 in dem Änderungsverfahren noch einmal eingebracht hatte: Dass im nordöstlichen Neubau auf dem Areal ein Café oder Restaurant vorgesehen werden solle. Ein solches könne man natürlich nicht vorschreiben, aber dem Bauwerber doch als Wunsch mitgeben, so Martin.

BfW-Fraktionssprecherin Brigitte Holeczek freute sich über eine Aussage der Regierung von Oberbayern in dem Bebauungsplanverfahren – nämlich den Hinweis, dass die Planung dieses Baugebiets explizit den landesplanerischen Zielen in Sachen Nachverdichtung entspreche. Gegen Kritik von mancher Seite nahm Stefan Zirngibl (CSU) die Bauverwaltung im Weilheimer Rathaus in Schutz: „Hier wurde nach bestem Wissen und Gewissen gearbeitet – auch wenn manche Formulierung vielleicht nicht immer glücklich war.“

Die neuerlichen Abwägungen des Stadtbauamts zu den jüngsten Einwendungen hat der Bauausschuss einstimmig befürwortet. Deshalb dürfte die endgültige Zustimmung im Stadtrat nur noch Formsache sein.

Die Stadtratssitzung

beginnt am Donnerstag, 15. Oktober, um 18.30 Uhr in der Stadthalle.

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