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DLR-Station gelingt wichtiger Erstkontakt

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Von: Paul Hopp

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Die DLR-Bodenstation Weilheim hat bei Satellitenstarts schon oft eine wichtige Rolle gespielt. Auch beim Start von „PAZ“ war ihre Expertise gefragt.

PAZ Lichtenau GSOC DLR Weilheim
1 / 8„PAZ“ im Orbit (hier eine künstlerische Darstellung). © DLR
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2 / 8Die Station in der Lichtenau gibt es seit mehr als 50 Jahren. © DLR
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3 / 8Die Station in der Lichtenau gibt es seit mehr als 50 Jahren. © DLR
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4 / 8Die 30m-Antenne ist als Cassegrain-System ausgelegt und verfügt über ein Elevation/Azimut-System für die Ausrichtung zum Raumfahrzeug. Sie ermöglicht Kommunikation mit Raumfahrzeugen im S-Band im Deep Space und im erdnahen Bereich sowie im X-Band und C-Band. © DLR
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5 / 8Die 30-Meter-Antenne wurde 1974 für den Betrieb der beiden Sonnensonden Helios-A/B gebaut. © DLR
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6 / 8Im November 1967 begannen die Rodungsarbeiten auf dem neu gekauften Grundstück in der Lichtenau bei Weilheim, wo die Zentralstation des Deutschen Bodensystem (ZDBS) errichtet werden sollte. © DLR
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7 / 8Ein Luftbild von 1968. Die Bodenstation in den Anfängen. Das Betriebsgebäude I ist fertig sowie die erste Antenne (links im Bild), die für den Betrieb des ersten deutschen Forschungssatelliten AZUR errichtet wurde. © DLR
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8 / 8Die 30-Meter-Antenne wurde 1974 für den Betrieb der beiden Sonnensonden Helios-A/B gebaut. © DLR

Weilheim -  Einmal mehr spielte die Bodestation des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in der Lichtenau bei einem Satellitenstart eine wichtige Rolle. 75 Minuten, nachdem am Donnerstagnachmittag der spanische Erdbeobachtungssatellit „PAZ“ von der Vandenberg-Air-Force-Base in Kalifornien (USA) ins Orbit gebracht worden war, empfing die DLR-Bodenstation „Weilheim“ die ersten Telemetriedaten von „PAZ“.

So ein gelungener Erstkontakt ist für den Erfolg einer Mission essenziell. Ein Satellit muss nach dem Abkoppeln von der Rakete – in diesem Fall war es eine „Falcon 9“ – schnell erfasst werden, damit er überprüft und gegebenenfalls stabilisiert werden kann. Kann er nicht schnell genug „eingefangen“ werden, droht unter Umständen ein Verlust des Flugkörpers.

Nach dem erfolgreichen ersten Kontakt von der Lichtenau aus konnten die nächsten Missionsschritte beginnen: Während der kritischen ersten fünf Tage übernimmt das Deutsche Raumfahrtkontrollzentrum des DLR (GSOC) die Steuerung von „PAZ“ und „prüft den Satelliten auf Herz und Nieren“, so das DLR in einer Mitteilung. Für den Datenempfang und die Kommandos zum Satelliten nutzt das GSOC Bodenstationen in Deutschland sowie in der Arktis und Antarktis. Nach Abschluss dieser „Launch and Early Orbit Phase“ (LEOP) wird der Satellit an die spanische Raumfahrtagentur „INTA“ übergeben, die mit dem Aufbau und Betrieb des Bodensegments beauftragt wurde. Der so genannte Regelbetrieb von „PAZ“ findet in Torrejón de Ardoz, nahe Madrid statt.

Der spanische Satellit wird auf demselben Orbit platziert wie die deutschen Radarsatelliten „TerraSAR-X“ und „TanDEM-X“. Das Bodensegment von „PAZ“ baut auf Technologien auf, die vom DLR für die beiden Zwillingssatelliten entwickelt wurden. Eine Konstellation aus drei Satelliten kann in Zukunft schneller verfügbare Aufnahmen ermöglichen. „PAZ“ wie auch die beiden in enger Formation fliegenden Satelliten „TerraSAR-X“ und „TanDEM-X“ können fast jede Szene auf der Erdoberfläche innerhalb von drei Tagen abbilden. Im Mittel können die Satelliten einen Ort innerhalb von 24 Stunden erfassen beziehungsweise eine Aufnahme wiederholen. Alle elf Tage überfliegen sie denselben Punkt am Boden mit der gleichen Aufnahmegeometrie. Während der „Commissioning Phase“ in den ersten Lebensmonaten des Satelliten betreuen die Entwickler aus Oberpfaffenhofen die Inbetriebnahme des Radar-Prozessors wie auch der Software zum Instrumentenbetrieb und zur Kalibrierung. Die Missionsdauer ist auf fünfeinhalb Jahre ausgelegt. Der als „dual-use“ konzipierte Satellit kann kommerzielle und staatliche Anforderungen erfüllen, dazu gehören zivile Überwachungsaufgaben und Anwendungen in den Bereichen „Verteidigung“ und „Sicherheit“, so eine Mitteilung.

Die DLR-Station in der Lichtenau, die offiziell „Bodenstation Weilheim“ heißt und die es seit mehr als 50 Jahren gibt, hat in den vergangenen Jahren in der Raumfahrt regelmäßig eine wichtige Rolle gespielt, unter anderem bei Experimenten mit der Raumstation „ISS“. Auch bei der Übertragung von Daten mittels Laser war der Standort ein wichtiger Schauplatz. Im November 2016 wurde von der Lichtenau aus sogar ein Weltrekord aufgestellt

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