+
Die Aufmerksamkeit des Publikums ist ihr sicher: Erzählerin Cordula Carla Gerndt bot am Donnerstag in der Gymnasiumsaula Erzählkunst von hoher Professionalität. Für Musik sorgte Hansi Zeller mit seinem Akkordeon.

Am Gymnasium Weilheim

Die hohe Kunst des Erzählens

  • schließen

Bei „Literatur erleben“ am Weilheimer Gymnasium gab es die hohe Kunst des Erzählens zu hören. Fazit: Nicht zuhören, das ging gar nicht.

Weilheim – Bei ihr stimmt die Betonung, die Aussprache ist äußerst klar, die Gestik passt: Auf hohem Niveau hat Cordula Carla Gerndt am Donnerstagabend eine alte Kunst gepflegt – die des Erzählens, welches lange Zeit wesentlich mehr Bedeutung hatte als die schriftliche Überlieferung. In der Reihe „Literatur erleben“ unterhielt die Münchnerin in der Aula des Gymnasiums Weilheim eine große und altersgemischte Zuhörerschaft. Mit ihrer professionellen Darbietung hielt Gerndt das Publikum bei der Stange. Nicht zuhören, mal zwischendurch aus der Geschichte aussteigen, das kann der Zuhörer bei dieser Erzählerin fast gar nicht.

Wer Geschichten mit großem Tiefgang und von komplexerer Art erwartet hatte, wurde am Donnerstagabend vielleicht etwas enttäuscht. Die Handlungen, die Gerndt unter dem Titel „Ivan, Hans und Jack – Geschichten vom leichtsinnigen Leben“ präsentierte, waren inhaltlich und von der Struktur her eher einfach. Die Lehren liegen gleich auf der Hand. So ist das zum Beispiel im Märchen über den Pechvogel Hans, das dazu aufruft, statt verkrampft nach dem Glück zu suchen, doch lieber die Chancen zu nutzen, die das Leben bietet. Glückssucher Hans läuft, obwohl sich ihm das Glück in Form einer Kiste mit Gold und einer Frau, die ihn heiraten möchte, fast aufdrängt, an seinen Chancen vorbei – um schließlich vom Wolf gefressen zu werden. Und bei einem russischen Märchen ist zu erfahren, dass auch ein Zar von einem einfachen Mann wie Ivan, der es versteht, mit den Herausforderungen des Lebens zurechtzukommen, einiges lernen kann.

Mit seinem Akkordeon schuf Hansi Zeller, der auch als Lehrer an der Musikschule Weilheim arbeitet, zwar Überleitungen zwischen Gerndts Geschichten und setzte in diesen bisweilen Akzente. Doch er war mit seinen gut gewählten Stücken mehr als nur eine musikalische Begleitung.

Gemeinsam bewiesen Cordula Carla Gerndt und Hansi Zeller in der Gymnasiums-Aula, dass Künstler nicht unbedingt viele Mittel wie ein aufwändiges Bühnenbild oder umfangreiche Technik brauchen, um einen Abend lang gut zu unterhalten.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Jugendparlament beschließt eigenes Ende
Das Jugendparlament in Penzberg hat seine Auflösung beschlossen. Ganz begraben wurde das Jugendparlament aber auch nicht.
Jugendparlament beschließt eigenes Ende
Eberfinger Metzgerei „Heinzel“ schließt
Für Wurst und Fleisch müssen die Eberfinger in Zukunft woanders einkaufen: Die Metzgerei „Heinzel“ schließt zum Monatsende. Das bestätigte Eberfings Bürgermeister Georg …
Eberfinger Metzgerei „Heinzel“ schließt
Schwestern sterben bei Unfall: So reagiert Behörde auf Vorwürfe
„Absolut entsetzt“ war ein Paar über die Straßenverhältnisse auf der B 2 am Freitag - an jenem Tag, an dem zwei Schwestern bei einem schweren Unfall ihr Leben ließen. …
Schwestern sterben bei Unfall: So reagiert Behörde auf Vorwürfe
Gute Neuigkeiten für Eis-Fans: Weilheim bekommt beliebtes Café zurück
Es war eines der Cafés in Weilheim, seine Schließung ein Schreck für Eisliebhaber: Im November 2017 machte das Alpenkuss an der Pöltner Straße zu. Für alle Fans gibt es …
Gute Neuigkeiten für Eis-Fans: Weilheim bekommt beliebtes Café zurück

Kommentare