Die erste Maßnahme des Landschaftfspflegeverbands fand im FFH-Gebiet „Moor- und Drumlinlandschaft zwischen Hohenkasten und Antdorf“ statt.
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Die erste Maßnahme des Landschaftfspflegeverbands fand im FFH-Gebiet „Moor- und Drumlinlandschaft zwischen Hohenkasten und Antdorf“ statt.

Landkreis Weilheim-Schongau

Landschaftspflegeverband legt eindrucksvollen Start hin

  • Sebastian Tauchnitz
    vonSebastian Tauchnitz
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Der Landschaftspflegeverband im Landkreis Weilheim-Schongau arbeitet nun seit mehr als einem Jahr. Mit Erfolg, wie im Umweltausschuss des Kreistags berichtet wurde. Die ersten Maßnahmen laufen, die Mitgliederzahlen wachsen.

Landkreis – Der Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes (LPV), Christian Haupt, ist seit 1. Februar im Amt. Dennoch konnte er im Umweltausschuss schon einige Erfolge des LPV vorweisen.

Haupt, studierter Förster und zuvor Vegetationsbeauftragter bei der Deutschen Bahn, erklärte, dass sich der LPV als gemeinnütziger Verein um den Erhalt besonderer Lebensräume im Landkreis Weilheim-Schongau kümmern soll. Ein besonderer Schwerpunkt bei der Arbeit sei im ersten Jahr die Pflege von Streuobstwiesen gewesen. Streuobstwiesen seien nicht natürlich entstanden, sondern eine Kulturlandschaft, die gekennzeichnet sei durch die einmalige Mahd pro Jahr. Dadurch würden seltene Pflanzen gedeihen, die nur unter diesen sehr spezifischen Bedingungen vorkommen. Sie sind gefährdet, wenn die Streuobstwiesen nicht mehr gepflegt werden. Dann würden eine Verbuschung einsetzen und die seltenen Pflanzenarten verdrängen.

Der Geschäftsführer erläuterte am Beispiel einer Streuobstwiese in Eberfing, wie der Verband arbeitet. In Eberfing seien heuer mehrere Streuobstwiesen „sensibel entbuscht“ worden. Das sehe auf den ersten Blick erst einmal schlimm aus, sei aber notwendig. „Wir haben einen groben, aber dennoch sensiblen Eingriff und müssen dann in den kommenden Jahren nur noch sehr leicht Hand anlegen“, so Haupt.

Der Landschaftspflegeverband trete dabei als Dienstleister auf. „Wir sprechen mit den Eigentümern, denn die Arbeiten sind natürlich freiwillig, und bieten ihnen an, dass Landwirte aus unserem Netzwerk, zu dem auch der Maschinenring gehört, die Arbeiten übernehmen könnten“, sagte der LPV-Geschäftsführer. Parallel dazu würde man im Auftrag der Grundstücksbesitzer Fördermittel beantragen und die Abrechnung abwickeln. So würden am Ende alle profitieren – die Natur, die Grundstücksbesitzer und die Landwirte, die sich über die zusätzlichen Einnahmen freuen. Weitere derartige Projekte seien in Raisting, Obersöchering und Penzberg durchgeführt worden. „Wichtig ist die Feststellung, dass sich der Verband konkret um die Umsetzung der Projekte kümmert“, betonte Christian Haupt.

Neben den Streuobstwiesen habe sich der Landschaftspflegeverband auch zur Aufgabe gemacht, die Moorwiesen zu erhalten. Hier bestehe die Gefahr, dass bei mangelnder Pflege artenarme Moorwälder entstehen, so Haupt weiter.

Zu den Aufgaben des Landschaftspflegeverbandes gehöre auch die Beratung der Gemeinden bei der Ausweisung von Umweltkonten sowie Besuche in den Schulen, um für das Thema zu sensibilisieren.

Kreisrat Hans Schütz (Grüne/Peiting) freute sich in der anschließenden Debatte, dass der Landschaftspflegeverband jetzt endlich an den Start gebracht werden konnte. Er wies darauf hin, dass die Grünen bereits 2012 die Gründung eines solchen Verbands angeregt hätten und kritisierte, dass immer noch nicht alle Gemeinden aus dem Landkreis Mitglied seien.

„Das ist uns ganz recht“, entgegnete Landrätin Andrea Jochner-Weiß, die auch Erste Vorsitzende des Landschaftspflegeverbandes ist. Sie berichtete, dass man mit 17 Mitgliedern gestartet sei. Mittlerweile sei man bereits auf 21 gewachsen.

„Wir wollen einen Start hinlegen, der so eindrucksvoll ist, dass die anderen von alleine kommen, weil sie sehen, dass die Arbeit des Verbands ihnen wirklich etwas bringt“, sagte sie im Umweltausschuss. Die Zusammenarbeit zwischen Landratsamt und Landschaftspflegeverband sei „grandios“.

Eigentlich hätte dieser Tage die erste Mitgliederversammlung des Landschaftspflegeverbandes stattfinden sollen. Sie wurde aber aufgrund der Corona-Pandemie vorsorglich abgesagt.

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