Werden im Landkreis 550 Klassenzimmer mit Luftreinigern ausgestattet?
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Werden im Landkreis 550 Klassenzimmer mit Luftreinigern ausgestattet?

JA oder NEIN?

Luftreiniger in Schulen: Kreistag vor Entscheidung

  • Sebastian Tauchnitz
    VonSebastian Tauchnitz
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Der Kreistag soll entscheiden, ob 550 Klassenzimmer in Schulen des Landkreises mit Luftreinigern ausgestattet werden. Nachdem die Ablehnung im Kreisausschuss deutlich war, wird jetzt an einem Kompromiss gebastelt.

Landkreis – Nachdem die Landesregierung verkündet hatte, bis Ende der Ferien sollten in allen Klassenzimmern Bayerns Luftreiniger stehen, herrschte dicke Luft im Kreisausschuss. Denn abgesehen davon, dass nach Ansicht der Verwaltung noch nicht nachgewiesen sei, dass die Geräte auch wirklich wirken, war man ziemlich genervt davon, dass der Freistaat sich nur zum Teil an den Kosten für die Umsetzung seines Versprechens beteiligen wollte. Beim Landkreis würde ein Eigenanteil von schlimmstenfalls rund 2,5 Millionen Euro verbleiben.

Nachbarlandkreis lehnt Luftfilter ab

Während sich der Kreisausschuss in unserem Landkreis noch über den „immensen Druck“, der von Teilen der Elternschaft ausgeübt werde, beklagte, schaffte der Schulausschuss im Nachbarlandkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Tatsachen: Er lehnte die Beschaffung der Geräte ab und spielte den Ball zurück nach München. Wenn die Landesregierung garantiere, dass es im Herbst und Winter keine erneuten Schulschließungen geben werde, wenn die Luftreiniger aufgestellt wurden, könnte man noch einmal neu entscheiden.

Das hat man natürlich auch im Landratsamt in Weilheim mit Interesse gelesen. Dennoch bereitet man sich intensiv auf die Kreistagssitzung am Freitag vor, wie Kreiskämmerer Norbert Merk berichtet. Fünf Luftreiniger sollen in der Peißenberger Tiefstollenhalle mit der vorgeschriebenen Kapazität vor sich hinlüften, während die Debatte läuft. Damit die Kreisräte einen Eindruck bekommen, wie laut die Geräte wirklich sind.

Schongauer Realschule fragt Schüler und Eltern nach Meinung

Zudem fand gestern Nachmittag eine Konferenz mit den Schulleitern statt, um abzufragen, wie sie sich in dieser Frage positionieren. An der Schongauer Realschule ging man sogar noch einen Schritt weiter und fragte 800 Schüler und deren Eltern. 37 Prozent hätten sich für den Kauf ausgesprochen, 20 Prozent die Aufstellung abgelehnt, berichtete Schulleiter Armin Eder. 40 Prozent sei es egal.

Am Ende werden dem Vernehmen nach die Kreisräte wohl drei Optionen haben, zwischen denen sie entscheiden können: Sie stimmen dem Kauf der 550 Geräte zu und nehmen eine starke Belastung des Haushalts in Kauf; sie folgen dem Tölzer Beispiel und erteilen der Söder-Regierung eine Abfuhr.

Nur einen Teil der Klassenräume ausstatten?

Oder sie entscheiden sich für Variante 3, die derzeit im Landratsamt intensiv vorbereitet wird. Hier soll ein Fachbüro die 550 Klassenzimmer nach den Vorgaben des Bundesumweltamtes untersuchen. Dabei soll unterschieden werden zwischen Räumen, die sich gut und problemlos lüften lassen, und solchen, bei denen eine Dauerlüftung nicht möglich ist – wegen baulicher Besonderheiten oder schlichtweg, weil die Fensterfront in Richtung einer vielbefahrenen Straße weist. Diese Räume könnten dann mit entsprechenden Lüftungsanlagen ausgestattet werden, heißt es in einem Schreiben an die Kreisräte. Die Verwaltung geht davon aus, dass dies maximal ein Viertel aller Klassenzimmer betreffen würde.

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