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Begeisterte in vielfacher Hinsicht: Luis trat als Erzähler, Tänzer und Sänger auf. 

 Luis aus Südtirol in der Hochlandhalle

Wie ein  Auktionator in der Stierkampfarena

Auch um Rindviecher ging es im Programm des  Luis aus Südtirol. Der  Komödiant trat mit seinem aktuellen Programm in der Weilheimer Hochlandhalle auf.

Weilheim – „Da, wo sich die Rindviecher wohlfühlen, da fühlen auch wir uns wohl.“ Diesen Satz hat der Luis aus Südtirol bei seinem Auftritt am Mittwochabend in der Weilheimer Hochlandhalle den 400 Besuchern in der Arena zugerufen. Als er nach der Pause oben am Podest den Auktionator gab und die Halle überblickte, machte er eine „richtig geile Atmosphäre do herinnen“ aus. Und setzte noch den Satz drauf: „Do schmeckt mer’s Testosteron“.

Luis schilderte allerlei Begebenheiten rund um die Suche nach einer geeigneten Frau, hatte aber noch viel mehr Themen im Gepäck. Beinahe im Sekundentakt animierte er die Besucher, die aus dem Oberland und aus dem Allgäu nach Weilheim gekommen waren, mit seinen flotten Sprüchen und witzigen Gesten zum Lachen. „Oschpele“, ein Universalwort des Südtirolers, das in sämtlichen Gemütslagen wie lustig, traurig, zornig und erschrocken taugt, ist zugleich der Titel für das Programm, mit dem Manfred Zöschg (58) als Luis von Südtirol die Säle füllt.

Nach dem „Grüß Gott“ des „Strobl“-Wirts aus Oberhausen, der den Abend in der Hochlandhalle organisiert hatte und diese als „Weilheimer Stierkampfarena charakterisierte“, blieb die schlicht gehaltene Bühne zunächst leer. Stattdessen war die Stimme der alten Mutter zu hören, die sich daran erinnerte, wie sie ihren „Bua“ auf dem Hof überm Ultental im Stall quasi zwischen Ochs und Esel zur Welt gebracht hatte. Auch führte die besorgte Stimme der Mutter vom Band, fester Bestandteil im Programm, auf das Thema der Frauensuche hin.

Mit grünkariertem Hemd, kurzer blauer Schürze und mit grauem Filzhut zog der Luis von Südtirol dann die Besucher in den Bann. Vor allem mit seiner Musikalität. Den Wetterbericht für die Mama, die ihn nicht mehr lesen kann, hat er ihr vorgesungen – ein Hoch auf diesen Einfallsreichtum. Einen Seitenhieb auf Veganer konnte sich der Luis aus Südtirol nicht verkneifen. Erzählte er doch von einer Touristin und „Hardcore-Veganerin“, die bei ihm auf dem Hof den Salat verschmäht habe, weil es sich um Fleischtomaten handelte.

Seicht und bisweilen langatmig war hingegen die Nummer mit der Frauenstimme „Siri“, die auf einem Smartphone ihre Hilfe anbietet. Die Verwechslungen bei manchen Wörtern und Erklärungen wirkten doch wie ausgelutscht. Begeisternd dagegen der Tanz zur Hardrock-Musik, dem anschließend ein „erotischer“, südamerikanischer Tanz folgte, nicht ohne vorher den Männern zuzurufen: „Hebt’s die Weiber z’ruck“. Sein gesangliches Talent konnte der Luis beim afrikanischen Männerchor erneut beweisen. Als er mit einer Nickelbrille den Pfarrer bei seiner Nummer „Leasing-Hochzeit“ gab, kringelten sich manche Besucher im Publikum vor Lachen. Nach Ablauf des Vertrages und bei starken Abnutzungserscheinungen bestünde dabei die Möglichkeit, die Braut in der nächsten Diözese abzugeben.

Am Schluss setzte der Luis aus Südtirol mit dem „Robotertanz“ und mit seinem Streifzug durch viele Sprachen noch einen drauf. Er gab gekonnt den Südtiroler, den Afrikaner, den Russen, den Österreicher mit bekanntem Wiener Schmäh, den derben Altbayern auf dem Oktoberfest und den angeblich so noblen Franzosen.

Info

Am Donnerstag, 23. November, ist der Luis aus Südtirol wieder im Pfaffenwinkel – dann beim „Strobl“ in Oberhausen. Mit einem kunterbunten Programm – „wo i selber no ned woaß, wos i spiel“, wie er sagte.

Johannes Jais

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