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Sohn war eigentliches Ziel der Ermittler

Polizei findet Magic Mushrooms bei Künstler: Woher sie kommen, ist ihm schleierhaft

Ein Künstler (52) aus dem Landkreis Weilheim-Schongau musste sich kürzlich vor dem Weilheimer Amtsgericht verantworten. Ihm wurde der Besitz von sogenannten Zauberpilzen vorgeworfen.

Weilheim Völlig überrascht war der Mann, als er nach einer zweiwöchigen Tournee zurück nach Hause kam. Es fand dort nämlich eine Hausdurchsuchung statt. Eigentlich suchte man im Zimmer seines Sohnes (17) nach Drogen. Dieser war schon mehrere Male mit Drogen erwischt worden, daher war die Hausdurchsuchung angeordnet worden.

Die Beamten fanden nichts beim Sohn. Aber im Schlafzimmer des Vaters lagen in einer Muschel psilocybinhaltige Pilze. Man bezeichnet diese natürlichen Drogen auch als „Zauberpilze“, „magic mushrooms“ oder „halluzinogene Pilze“. In Teilen Amerikas nennt man sie „Fleisch der Götter“, in Österreich „Narrische Schwammerl“. Die Wirkung der Pilze ähnelt jener von LSD, ist aber von kürzerer Dauer.

Wie diese „Narrischen Schwammerl“ in die Muschel und somit ins Schlafzimmer des 52-Jährigen gekommen waren, konnten sich Vater und Sohn nicht erklären. „Das muss jemand von der Party da gelassen haben“, sagte der Sohn vor Gericht. Denn eine solche hatte er während der Abwesenheit seines Vaters gefeiert.

Es wurde Strafanzeige wegen Besitzes von Drogen gegen den Vater erstellt. Der Mann erhob Einspruch, da er von den „Zauberpilzen“ in seiner Wohnung nach seinen Angaben nichts wusste. Aus Angst, seinen Führerschein zu verlieren – das kann in solchen Fällen durchaus angeordnet werden – machte der Künstler im Vorfeld der Gerichtsverhandlung einen freiwilligen Drogentest. Vor Gericht wurde dann verlesen, dass in der Haarprobe des Künstlers keinerlei Spuren von Drogen nachgewiesen wurden. In Einverständnis mit der Staatsanwaltschaft und dem Verteidiger, stellte die Vorsitzende Richterin das Verfahren gegen eine Geldauflage ein. Der Künstler muss 1000 Euro an die „Brücke Oberland“ zahlen.

Von Regina Wahl-Geiger

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