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Weilheim bei Nacht, so fotogen wie noch nie: Auf dem Marienplatz wurden die Besucher Teil der Installation.

1. Lichtkunst-Festival

Magisch, dieses Weilheim!

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Weilheim - Weilheim hat sich zwei Abende lang in neuem und allerbestem Licht präsentiert: Tausende Einheimische und Besucher genossen das 1. Lichtkunst-Festival.

Die Spannung war zum Greifen, als Ragnhild Thieler, die Kulturreferentin des Stadtrats und Vorsitzende des Vereins „Lichtkunst Weilheim“, am Freitag vor rund 100 geladenen Gästen im Lindnerstadl das Festival eröffnete. Denn bis in der Altstadt die etwas anderen Kunstlichter angingen, dauerte es ab diesem Moment noch eine Stunde. Doch Thieler sollte mit ihrer Ankündigung Recht behalten: „Ab 19 Uhr wird Weilheim leuchten, wir werden ein neues, wirklich einzigartiges Kulturfest erleben.“

Rappelvoll war um punkt sieben der Marienplatz – und das Staunen groß, als Philipp Geist seine Videoprojektionen startete. Die „Leinwand“ des 40- jährigen Wahl-Berliners, der in Weilheim aufgewachsen ist, waren der Boden des Platzes und markante Häuser: auf der einen Seite das Stadtmuseum, auf der anderen die vier Fassaden des einstigen „Farben Rau“-Hauses, von Konditorei und Café „Krönner“ sowie des Wohnstudios „Kriesmair“.

Fotos vom 1. Lichtkunst-Festival in Weilheim

Eindrücke vom Lichtkunst-Festival in Weilheim

Begleitet von flirrenden Electrosounds, ließ Geist Stichworte aus Weilheims Geschichte über Boden und Fassaden gleiten, mit seinem Licht Fenster tanzen, Formen schwingen, Farben sprießen – alles für den Augenblick. Und für zehntausende Fotos aus Smartphone-Linsen und Profikameras. Noch nie wurde in Weilheim so viel fotografiert wie an diesen beiden Abenden. Noch nie war Weilheim bei Nacht so fotogen.

An der Fassade der Musikschule illustrierte das spanische Künstlerkollektiv „Slidemedia“ nur mit Licht und passendem Orchester-Soundtrack den Wandel vom Gefängnis zum befreienden Ort der Musik. Die zehnminütige Installation „Zeige deine Wunde“ hatten die Künstler aus Barcelona eigens für Weilheim, für dieses Gebäude, entwickelt. Sie lief in Dauerschleife – und erntete bei jedem Durchgang Beifall und „Bravos“.

Spannende Kontraste setzte auch der Berliner Künstler Robert Seidel mit seinen Breitwand-Lichtmalereien auf der frisch renovierten Stadtmauer am Oberen Graben. Eine kleine, wunderbar fließende Videoinstallation bot der Weilheimer Frank Fischer über dem Stadtbach in der Oberen Stadt, projiziert auf weiße Bänder, die er von Baum zu Baum gespannt hatte. Im Laden der Goldschmiedin Gottlinde Singer war wenige Meter weiter eine fragile Lichtskulptur aus Dutzenden Papiertüten zu bewundern, die von innen heraus leuchteten.

Und auch der rege Betrieb und die gelöste Stimmung bei den Nachtöffnungen des Stadtmuseums (samt Tanzperformance), in sämtlichen Innenstadtlokalen und an den Ständen heimischer Gastronomen auf dem Kirchplatz – wo am Samstag teils kein Durchkommen mehr war – zeigte: Weilheim leuchtete an diesen Abenden, Weilheim pulsierte, Weilheim verzauberte. seite 3

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