Hilfe beim Einkaufen bieten (v.l.) Anke von Butler, Florian Grabow, Thomas Koterba, Benedikt Meyer und Jutta Zuber von den Maltesern in Weilheim. Foto: STÖBICH

Malteser helfen

Freiwillige Helfer gehen einkaufen

Rund zwei Dutzend Helfer haben die Malteser im Raum Weilheim im Einsatz, um während der Ausgangssperre ältere Menschen oder solche in Quarantäne regelmäßig mit Lebensmitteln zu versorgen.

Weilheim – Wer die kostenlose Einkaufshilfe in Anspruch nehmen möchte, kann sich unter der Telefonnummer 0881/9258 4960 melden.

Er hat dann entweder Jutta Zuber, Leiterin der Weilheimer Dienststelle, am Apparat oder einen Mönch im Kloster Sankt Ottilien. Denn dort sitzt Florian Bartl, der zwölf Jahre lang ehrenamtlich für die Malteser tätig war. Er nimmt mehrere Stunden am Tag die Anrufe entgegen und verteilt später per Mail die Einkaufslisten.

Bartl ist einer von zahlreichen Freiwilligen, die in diesen turbulenten Tagen Nächstenliebe ohne Bezahlung praktizieren – ganz im Geist des Malteser-Leitsatzes „Hilfe den Bedürftigen“. „Ob jemand katholisch ist oder nicht, alt oder jung, das spielt für unser Angebot keine Rolle“, sagt Pressesprecher Thomas Koterba. „Schon seit mehreren Jahren organisieren wir wöchentlich kostenlose Einkaufsfahrten für Menschen mit körperlicher Behinderung und Senioren mit Mobilitätseinschränkungen.“ Doch die Corona-Pandemie habe das Alltagsleben auf den Kopf gestellt: Was vor wenigen Wochen noch selbstverständlich war, gilt jetzt als Gefahr. Darum haben die Malteser ihre Einkaufshilfe auf eine breitere Basis gestellt. „Unsere Leute machen jeden Dienstag und Donnerstag Großeinkauf im Rewe-Markt, mit dem wir kooperieren“, sagt Zuber.

Fünf Dutzend Freiwillige stehen für den Ernstfall bereit

Sie bringen die Waren dann zu Fuß, mit dem Rad oder Malteser-Bus zu Leuten, die nicht aus ihrer Wohnung können oder dürfen, weil sie an Corona erkrankt sind. Benedikt Meyer, der die elfte Klasse des Gymnasiums besucht, hatte in seiner schulischen Zwangspause eine zündende Idee: Gemeinsam mit 14 weiteren Jugendlichen der Oberstufe unterstützt er seit kurzem die Malteser in Weilheim und Umgebung, denn die Lebensmittel werden auch in umliegende Ortschaften wie zum Beispiel Polling oder Wielenbach geliefert.

Neben dem 17-jährigen Benedikt ist auch der ein Jahr ältere Florian Grabow mit dabei; der Kfz-Mechatroniker engagiert sich außerdem in seiner Freizeit als Sanitäter bei den Maltesern. „Es ist toll, dass die Gymnasiasten unser Team so spontan verstärken“ freut sich Anke von Butler, eine der hauptamtlich tätigen Organisatorinnen. Einschließlich der Einkaufshilfe seien insgesamt fünf Dutzend Ehrenamtliche im Einsatz, berichtet sie. „Sollte sich die Situation weiter zuspitzen, sind wir gut gerüstet“, sagt Koterba. Die Übergabe der telefonisch bestellten Waren erfolgt ohne direkten Kontakt zu den Kunden, denn sie werden von den Helfern bargeldlos eingekauft und vor die Tür oder in die Wohnung gestellt.

Bezahlt wird später per Rechnung an die Malteser. „Ich war das ganze vergangene Wochenende in der Dienststelle und unser Telefon ist heißgelaufen“, schildert Zuber, wie notwendig das Angebot in er aktuellen Situation ist.

Projekt „Lebensmittelpakete gegen Armut im Alter“

Es tatsächlich in Anspruch zu nehmen, sei für viele Leute aber noch schwierig: „Hilfe anzunehmen, bedeutet oft eine Hemmschwelle.“ Doch bei den Maltesern sei jeder willkommen, sei es als Kunde oder zur ehrenamtlichen Unterstützung.

Erst heuer wurden mit dem Hausnotruf und Menüservice zwei neue Dienste ins Angebot aufgenommen, vor einem Jahr startete das Projekt „Lebensmittelpakete gegen Armut im Alter“. Die offizielle Gründung der Ortsgliederung Weilheim war im Jahr 2011 erfolgt. Im August bezogen die Mitarbeiter ihre erste Dienststelle in der Sondermayerstraße. Die Arbeit wurde rasch mehr und die Räume zu klein, sodass seit 2014 der Malteser-Stützpunkt in der Oderdinger Straße 3 in Weilheim ist.

„Seitdem kooperieren wir mit unseren Kollegen des Malteser-Hilfsdienstes in Starnberg und haben unsere Kräfte zum Wohle der Menschen in den Landkreisen Weilheim-Schongau und Starnberg gebündelt“, berichtet Koterba.

Peter Stöbich

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