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Auf dem Weg zu einer Medaille? Der Weilheimer Martin Härtl startet bei der WM der behinderten Langläufer und Biathleten als Guide der sehbehinderten Münchenerin Clara Klug. Zuletzt überzeugte das Duo beim Weltcup in der Ukraine.  

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Härtls Vorfreude auf die Heim-WM

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Martin Härtl (42) startet als Begleitläufer  bei Titelkämpfen der Para-Biathleten und -langläufer. Jetzt geht er bei der Weltmeisterschaft an den Start. 

Weilheim – Im kleinen Örtchen Finsterau im Bayerischen Wald treten demnächst die besten Biathleten und Langläufer mit Behinderung zu den Weltmeisterschaften an. Eine wichtige Rolle im deutschen Team spielt dabei ein Weilheimer: Martin Härtl (42) ist Begleitläufer von Clara Klug. Die 22-jährige Münchenerin, die durch eine genetisch bedingte Sehschwäche gehandicapt ist, startet in den drei Biathlon-Rennen (6/10/12,5 Kilometer) sowie im Langlauf-Sprint. Das Duo zählt zu den Kandidaten auf eine Medaille.

Härtl fiebert der WM regelrecht entgegen: „Es prickelt schon jetzt ziemlich stark“, sagt der Zollbeamte. Die Titelkämpfe dauern von Freitag, 10. Februar, bis Sonntag, 19. Februar. „Es hat für mich eine Riesenbedeutung, dass die WM in Bayern stattfindet. Die Aufmerksamkeit ist viel größer als sonst. Man merkt, dass in Finsterau die ganze Region dahintersteht“, sagt der Weilheimer. Zuletzt beim Weltcup in der Ukraine glänzte Klug im Biathlon mit zwei zweiten Plätze und einem dritten Rang. Am Schießstand benutzen die sehbehinderten Athleten ein Lasergewehr; beim Zielen werden sie durch die Höhe eines über Kopfhörer übertragenen Tones unterstützt, der die Nähe zur Scheibenmitte angibt. Im Langlauf wurde sie in der Ukraine zweimal Vierte. „Der Abstand zur Spitze ist so gering wie nie“, sagt Härtl.

Für die Münchenerin sind die Meisterschaften etwas Spezielles, „weil so viele Freunde und Verwandte dabei sein werden“. Der Verband peilt sieben Medaillen an, darunter zwei goldene. „Es ist ein anderer Druck als sonst“, sagt Klug. „Ich spüre durchaus auch Anspannung, aber ich freue mich trotzdem sehr auf diese WM.“

Wie Klug abschneidet, hängt zu einem wesentlichen Teil von Härtl ab. Der Begleitläufer muss schneller sein als der Athlet, ihn mit Kommandos anleiten „und alles drumherum im Blick haben“, so Härtl. In den Abfahrten beträgt das Tempo zum Teil über 50 km/h. Da das Niveau im Behindertesport so hoch ist, sind die Guides zumeist ehemalige Kaderathleten.

In Jugendzeiten war der gebürtige Oberpfälzer Härtl ein guter Leichtathlet, trat für die LG Regensburg an. Im Alter von 17 Jahren hatte er in einer Kletterhalle einen Unfall, in der Folge kam er mit dem Behindertensport in Berührung. Beim bayerischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband ist er Landestrainer und zugleich Abteilungsleiter für den Bereich „Biathlon/Ski Nordisch“.  

Informationen

zum deutschen Team unter www.nordski.de und zur WM unter www.finsterau2017.com

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