Überraschung im Bauausschuss

Medele möchte noch etwas größer bauen

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
    schließen

Zwei Überraschungen gab in Weilheims Bauausschuss bei der jüngsten Beratung über den geplanten Neubau des Autohauses MedeleSchäfer am östlichen Stadtrand: Die Firma würde gern noch etwas größer bauen. Davon unabhängig fordert der Ausschuss nun eine Tiefgarage für die Mitarbeiter-Stellplätze.

Auf der grünen Wiese soll ein Mercedes-Autohaus entstehen, das jetzt noch größer werden soll (Symbolfoto).

Weilheim – Seit neun Monaten läuft das Änderungsverfahren für den Bebauungsplan „Gewerbegebiet nördlich der Deutenhausener Straße“, mit dem die Stadt Weilheim den spektakulären Autohaus-Neubau auf dem Feld zwischen Wiesenweg und Baustoffhandel Renner ermöglichen will. Während der üblichen Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung ging nun auch ein Schreiben des Bauwerbers ein, das im Bauausschuss des Stadtrates für Erstaunen sorgte: Laut Stadtbauamt bittet das Autohaus darum, das Baufeld noch etwas nach Norden zu erweitern, es benötige zusätzliche Flächen für Reifenlager und Unfallautos.

Dafür habe der Antragsteller zwei Varianten vorgelegt, hieß es in der Sitzung: Die kleinere würde eine Verschiebung der Baugrenze um zwei Meter bedeuten. Die größere würde nicht nur den vorgesehen Grünstreifen dezimieren (und der sei mit vier Metern im östlichen und zwei Metern im westlichen Bereich „eh schon wenig genug“, wie Bauverwaltungs-Leiter Manfred Stork sagte), sondern auch die gewünschte Zufahrtssituation verengen.

BfW-Sprecherin Brigitte Holeczek zeigte sich „verwundert“, dass bereits eine Erweiterung gewünscht werde, während das Verfahren noch laufe – und hielt allenfalls die kleinere Variante für diskutabel. Gar keine Erweiterung will Klaus Gast (CSU) zugestehen: Man müsse um den Komplex noch herumfahren können, auch eine ordentliche Eingrünung sei nötig, so seine Argumentation, „und wir sollten jetzt nichts machen, was die Nachbarschaft noch mehr vor den Kopf stößt“. ÖDP-Vertreter Gerd Ratter verwies darauf, dass schon der jetzige Plan Erweiterungsmöglichkeiten enthalte; noch mehr Ausdehnung lehne er ab.

Das tat denn auch der Bauausschuss, der in diesem Fall aber nur vorberatend zum Gesamt-Stadtrat tätig war: Die kleinere Erweiterungs-Variante wurde gegen zwei Stimmen, die größere einstimmig abgelehnt.

Der Ausschuss brachte seinerseits eine neue Forderung ins Spiel, die im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung auch ein Anlieger vorgebracht hatte: Die Richtung Wiesenweg geplanten Mitarbeiter-Parkplätze sollten in einer Tiefgarage untergebracht werden. Diese bei einem solchen Neubau oberirdisch darzustellen, „ist ja eigentlich nicht mehr zeitgemäß“, befand Holeczek. Dem schloss sich auch Horst Martin (SPD) an – und in der Abstimmung schließlich fast der ganze Ausschuss.

Eine Tiefgarage „macht Sinn“, sagte 2. Bürgermeisterin Angelika Flock (CSU), schränkte aber zunächst ein: „Wir können das nicht bestimmen, sondern nur wünschen und mit dem Bauwerber besprechen.“ Noch größere Vorbehalte hatte Rupert Pentenrieder: Machbar sei eine Tiefgarage letztlich überall, so der BfW-Vertreter, „aber warum macht man zum Beispiel bei der Berufsschule keine? Weil es zu teuer ist!“ Man könne bei dem Autohaus nicht jetzt mitten im Verfahren eine Tiefgarage fordern, gab Pentenrieder zu bedenken. Dem widersprach Martin: „Wir sind im laufenden Verfahren, da ist das legitim.“ Der Bauausschuss votierte am Ende klar dafür, eine Tiefgarage zu fordern; nur Pentenrieder war dagegen.

Die Abwägung über die weiteren Stellungnahmen zum Bebauungsplanverfahren war hingegen unumstritten. Sie alle werden wohl in der Stadtratssitzung am kommenden Donnerstag, 11. Februar (ab 18.30 Uhr, Stadthalle), ebenfalls noch einmal Thema sein. Etwa der Einwand der Regierung von Oberbayern und des Planungsverbandes Region Oberland, dass mit der geplanten Nutzung ein bedeutender Grüngürtel um Weilheim durchbrochen werde – was die Stadt nicht so sieht: Die fragliche Fläche werde seit langem intensiv landwirtschaftlich genutzt, argumentiert das Stadtbauamt, zudem gebe es ja auch weiter östlich schon Bebauung.

Einige der Themen wurden in der Januar-Sitzung des Stadtrates bereits besprochen. Dabei ging es um die für das Neubauprojekt nötige Änderung des Flächennutzungsplanes, die letztlich mit großer Mehrheit abgesegnet wurde –gegen die Stimmen von Alexandra Bertl (CSU), Brigitte Gronau, Manuel Neulinger (beide Grüne), Rüdiger Imgart (AfD) und Ullrich Klinkicht (Weilheim Miteinander).

In der nächsten Stadtratssitzung steht dann also der Bebauungsplan zur Abstimmung. Und da ist nun noch mal für Spannung gesorgt.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare