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Das Oderdinger Ammerwehr soll zurückgebaut werden. Die CSU-Fraktion im Weilheimer Stadtrat will wissen, welche Folgen diese Maßnahme für Weilheim haben könnte.

Befürchtungen in Weilheim

Mehr Hochwasser durch Rückbau des Ammer-Wehrs?

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Die CSU-Fraktion im Weilheimer Stadtrat befürchtet, dass der geplante Rückbau des Oderdinger Ammer-Wehres bei starkem Hochwasser negative Folgen für Weilheim haben könnte.

von magnus reitinger

Weilheim

Die Lokalpolitiker fordern deshalb vom Wasserwirtschaftsamt, im Zuge der Untersuchungen zum Hochwasserschutz Weilheim-Polling „eine Simulationsberechnung zu erstellen, wie sich der Abbau des Oderdinger Wehres in eine Solschwelle auf den maximalen Pegelstand der Ammer für das Stadtgebiet Weilheim bis Unterhausen auswirken wird“.

Zur Begründung schreibt die CSU: „Es ist wichtig, dass für Oderding eine Lösung für die Hochwasserprobleme gefunden wird. Es muss dabei aber auch sichergestellt werden, dass die Hochwasserproblematik nicht von Polling auf die Stadt Weilheim verlagert wird.“

Wichtig ist den Antragstellern insbesondere, dass die Berechnung „auf Basis der Durchflussmenge des Pfingsthochwassers 1999“ erfolgt. Denn bei diesem, so CSU-Stadträtin Uta Orawetz, habe der Pegel der Ammer in Weilheim 40 Zentimeter über den Werten für ein „hundertjährliches Hochwasser“ gelegen. Der geplante Hochwasserschutz ist aber nur für Letzteres – ein „HQ 100“ – plus 15 Prozent „Klimazuschlag“ ausgelegt.

Weilheims Bauamt hat den Antrag Ende Juli postwendend an das Wasserwirtschaftsamt (WWA) weitergeleitet. Doch mit dessen Antwort ist die CSU alles andere als zufrieden: Bernhard Müller, WWA-Abteilungsleiter für den Kreis Weilheim-Schongau, sei in seinem Schreiben auf den Antrag gar nicht eingegangen, monierte Orawetz im Weilheimer Bauausschuss. In Müllers E-Mail heißt es knapp: „Die Abflussmengen, die in der Ammer durch Weilheim fließen, ändern sich durch den Umbau des Oderdinger Wehrs und die damit einhergehende Tieferlegung der Ammer nicht.“ Diese Erklärung des WWA ist Orawetz zu wenig.

Die Stadt beschließe womöglich „eine Maßnahme, bei der wir im Falle eines Hochwassers wie Pfingsten

’99 nicht wissen, was im Stadtgebiet passieren würde“, warnte die Stadträtin. „Das wäre unverantwortlich“, so Orawetz, „wir müssen wissen, was da passiert“ – immerhin werde das Wasser durch den Rückbau des Wehres „schneller durch Weilheim geschickt“.

Bürgermeister Markus Loth (BfW) sieht es ähnlich: Die Antwort des WWA sei „zu flach und zu wenig“, sagte er im Bauausschuss, da müsse nachgebessert werden. Die Stadt will den WWA-Vertreter nun bitten, den Antrag „nochmal eingehend zu beantworten und persönlich zu erscheinen“.

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