Schatten von Händen einer erwachsenen Person und dem Kopf eines Kindes an einer Wand
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Ein Weilheimer muss sich wegen Missbrauchs vor Gericht verantworten. (Symbolbild)

Gerichtsverhandlung dauert an

Hat Weilheimer mehrere Mädchen sexuell missbraucht?

  • Nina Gut
    vonNina Gut
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Ein 54-jähriger Weilheimer muss sich wegen schwerer Vorwürfe vor dem Landgericht München II verantworten. Der Mann soll seine minderjährige Stieftochter, die damals zwischen zehn und 14 Jahre alt war, sowie drei weitere bekannte Mädchen sexuell missbraucht haben. Seit Juli 2019 sitzt er in Untersuchungshaft in München-Stadelheim. Er bestreitet die Taten.

  • Ein Mann aus Weilheim soll mehrere minderjährige Mädchen missbraucht haben
  • Darunter sei auch seine Stieftochter gewesen
  • Jetzt wird der Fall im Landgericht München II verhandelt

Weilheim – Der Angeklagte lebt seit 1998 mit seiner jetzigen Frau in Weilheim zusammen, 2003 heirateten die beiden. Die Frau brachte damals ein kleines Mädchen mit in die Ehe, die der Ehemann mitbetreute und erzog. Doch diese Aufgabe soll er laut Anklage der Staatsanwaltschaft schlimm missbraucht haben. Denn zwischen 2002 und 2006 soll er sich sexuell an dem Kind vergangen haben.

Missbrauch soll spätestens 2002 begonnen haben

Begonnen habe es spätestens 2002 damit, dass der Stiefvater mit dem Mädchen zusammen auf der Couch im Wohnzimmer Mathe-Aufgaben löste. Dabei fing er an, sie zu kitzeln. Nach einer Weile ging er dazu über, sie zu streicheln, was sie als unangenehm empfand und durch Wegdrehen abzuwehren versuchte. Doch die Abwehr brachte nichts. In der Folgezeit nutzte der Angeschuldigte jede Gelegenheit, bei der die Mutter nicht zu Hause war, um das Mädchen zu berühren – laut Anklage zu mindestens 35 Zeitpunkten.

Im Laufe der Zeit steigerte er schließlich den Missbrauch. Teilweise hielt er sie auch an Füßen und Handgelenken fest, um ihren Widerstand zu überwinden.

Auch an einem weiteren Mädchen, das eigentlich in München lebte und zeitweise bei seiner Frau und ihm in Weilheim wohnte, soll er sich in den Jahren 2006 und 2007 dreimal vergangen haben. Das Kind war damals erst sieben und acht Jahre alt.

Dritter Punkt der Anklage: In der Weilheimer Wohnung soll er die beiden kleinen Töchter des Cousins seiner Frau unsittlich berührt haben. Im Zeitraum zwischen 2013 bis 2017 waren die Mädchen gemeinsam mit ihrer Mutter des Öfteren während der Ferien für mehrere Tage oder Wochen beim Angeschuldigten und seiner Frau zu Besuch. Das eine Mädchen war damals acht bis elf, das andere fünf bis neun Jahre alt.

Richter drängt auf Geständnis

Der Vorsitzende Richter regte an, dass sich der Angeklagte Gedanken über ein Geständnis machen solle, falls er die Taten begangen habe. Nach einer Pause fragte er noch mal beim Angeklagten nach. „Ich habe nachgedacht“, sagte dieser, „ich kann nicht etwas akzeptieren, was ich nicht gemacht habe.“ Der Richter: „Gut, dann nehmen wir das so zur Kenntnis.“

Später hakte er aber doch noch mal nach: „Haben Sie sich über eine Strafe Gedanken gemacht? Wie viel Sie sich eventuell durch ein Geständnis ersparen?“ Die Staatsanwaltschaft gab daraufhin bekannt, dass sie sich eine Strafe von mehr als acht Jahren Gefängnis vorstellt. Im Falle eines Geständnisses liege man zwischen fünf und sechs Jahren. Doch der Angeklagte winkte ab: „Nein, ich möchte, dass der Prozess weitergeht.“

Die Mädchen wurden in Abwesenheit des Angeschuldigten von einem Ermittlungsrichter befragt. Die Videos davon werden in nichtöffentlicher Sitzung gezeigt. Der Prozess dauert an.

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