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Volle Halle zum 100. Geburtstag: Bei der Versammlung  von "Haus & Grund" ging es vor allem um Immobilien. 

100 Jahre „Haus & Grund“

Miet- und Kaufpreise steigen weiter

Weilheim - Der Verein „Haus & Grund“ Weilheim feiert mit Festrednern, ernsten Worten und Musik sein 100-jähriges Bestehen. Doch es ging auch um die aktuellen Immobilienpreise.

Berichte über die Entwicklung am Immobilienmarkt und die neuesten Entscheidungen im Mietrecht bilden normalerweise den Schwerpunkt bei der Hauptversammlung des „Haus- und Grundbesitzervereins Weilheim“. In diesem Jahr rückten diese etwas in den Hintergrund, da der Verein seinen 100. Geburtstag feierte. „So ein Jubiläum feiert man nicht alle Tage“, meinte Weilheims zweiter Bürgermeister Horst Martin, der für die Feier in der Stadthalle ausnahmsweise eine Stadtratssitzung schwänzte.

„Ich hoffe, Ihnen bleibt sie lange in Erinnerung“, begrüßte Vereinschef Wolfgang Sartory die über 500 Fest- und Ehrengäste, darunter Landrätin Andrea Jochner-Weiß, ehe er auf die Entstehung und die Geschichte des Vereins zurückblickte, den 54 Gründungsmitglieder mitten im ersten Weltkrieg aus der Taufe hoben. Daraus wurden inzwischen über 1800 Mitglieder.

„Und darauf sind wir besonders stolz“, freute sich Sartory, der im Anschluss in verkürzter Form auf die aktuelle Lage im regionalen Immobilienmarkt einging. „Die Flucht in die Immobilien als Kapitalanlage ist nach wie vor ungebremst,“ so Sartory. Das Angebot an Immobilien sei auch etwas besser geworden, da wieder deutlich mehr gebaut wurde. Im Landkreis wurden im Vorjahr rund 29 Prozent und im laufenden Jahr sogar 100 Prozent mehr Baugenehmigungen erteilt. „Die Neubauten stoßen auf großes Interesse, und deren Verkauf erfolgt oft direkt an vorgemerkte Kunden, ohne dass sie öffentlich angeboten werden“, führte Sartory aus.

4000 Euro für Quadratmeter sind nicht selten

Nachdem die Nachfrage das Angebot nach wie vor übersteige, gingen auch die Preise weiter nach oben. 4000 Euro für den Quadratmeter bei Neubauten sind in Weilheim keine Seltenheit. Bei Bestandswohnungen „werden bis zu 3000 Euro verlangt und bezahlt“, sagte Sartory, der aber nach wie vor keine Immobilienblase sieht. Baugrundstücke in der Kreisstadt kosten bis zu 700 Euro der Quadratmeter. „Wenn es denn überhaupt welche gibt“, so Sartory.

Am Mietmarkt ist die Entwicklung ähnlich. 14 Euro pro Quadratmeter für Mietwohnung sind inzwischen erreicht. „Um weiter steigende Preise zu vermeiden, muss mehr gebaut werden“, schloss Sartory, der dennoch keine Wohnungsnot erkennen kann.

Ins gleiche Horn stieß im Anschluss auch Christian Lex. Der Geschäftsführer von Haus und Grund sagte in Richtung der Stadt Weilheim, die durch die Kappungsgrenze und Mietpreisbremse versucht, die Preissteigerungen abzumildern: „Wenn eine Stadt in die freie Marktwirtschaft eingreift, geht das in die Hose, und das wird auch hier der Fall sein.“

Gegen den Mietpreisspiegel wetterte auch Rudi Stürzer, der Chef von „Haus & Grund“ München, der zu den Festrednern gehörte. „Der hat in München leider nichts mit der Realität zu tun.“

Hauptredner Harald Kühn schlug in seiner Rede den Bogen von regionalen Themen, „ich hoffe, dass Weilheim bald ein Umgehungsstraße bekommt,“ bis nach Berlin und Europa: „Die Abschaffung der Afa war ein Fehler, die neue Immobilienkredit-Richtlinie muss geändert werden und die EZB-Zinspolitik ist nicht gut“, sagte der CSU-Landtagsabgeorndete.

Neben den vielen ernsten Worten rund um die Immobilie kam die Unterhaltung bei der Jubiläumsfeier auch nicht zu kurz. Das aus dem Musical „Ludwig²“ bekannte Duo „Janet und Marc“ alias Ludwig II. und Kaiserin Sisi, begeisterte das Publikum zwischendurch mit einer bunten Mischung aus Musical-Welthits, sodass die Versammlung mit fast vier Stunden auch deutlich länger ausfiel als in den letzten Jahren.

Roland Halmel

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