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Rund 1700 Besucher informierten sich bei Weilheimer Jobmesse. 

Jobmesse in Weilheim

Mit flotten Sprüchen auf Nachwuchssuche

Mit Sprüchen wie „Deine Zukunft ist bunt“, „Heute suchen wir ausnahmsweise mal die Guten“ und „Wir machen Papier – mach mit“ versuchten Maler, Polizei und der Papierhersteller „UPM“, das Interesse der Jugendlichen zu wecken, die am Mittwoch die 16. Jobmesse in der Stadthalle Weilheim besuchten.

Weilheim– „Born2BSchreiner.de“ zierte die Broschüre des Schreinerhandwerks, die Anton Buchner an seinem Stand aufliegen hatte. Mehr als für das Papier interessierten die Jugendlichen aber für die Latten und das Werkzeug, das der Obermeister mitbrachte. Mit diesen Sachen konnten sie einen Winkel selbst bauen. „Da sieht man schon, wer das Geschick für die Arbeit hat, also sozusagen der geborene Schreiner ist“, so Buchner. Die Schreinerinnung war unter den 80 Ausstellern, die sich in der Stadthalle sowie in deren Foyer und Tiefgeschoss drängten.

Dass es nicht leicht ist, Nachwuchs zu finden, liegt am demografischen Wandel, der derzeit doppelt zuschlägt. Auf der einen Seite geht die „Babyboomer“-Generation in den Ruhestand, auf der anderen Seite treten bereits die Kinder der „Pillenknick“-Generation in den Arbeitsmarkt ein. Hinzu kommt die boomende Wirtschaft, die immer mehr Arbeitskräfte braucht. Darum ist der frühe Kontakt zwischen Unternehmen und Jugendlichen wichtig. Am besten sollte dieser durch ein Praktikum erfolgen, so die übereinstimmende Aussage von mehreren Ausstellern, denn so könnten beide ausprobieren, ob man zusammenpasst.

Das Handwerk hat es bei der Suche nach Nachwuchs besonders schwer, stellt Manfred Weichart fest. „Keine Bauern, keine Handwerker“, gelte besonders für seine Branche, so der Metzger. Früher wurde in ländlichen Gegenden oft ein Sohn aus der Bauernfamilie Metzer. Nur drei Interessenten waren in der ersten Stunde an den Stand der Innung gekommen.

Dicht umlagert waren die Stände von Hightech-Unternehmen wie „mc microcoat“ aus Bernried, die Biologielaboranten und Kaufleute für Büromanagement ausbilden, und die Firma „3M“ aus Seefeld, die als internationales Unternehmen mit 90 000 Mitarbeitern ein breites Spektrum abdeckt. Aber auch kleine Firmen wie die Schongauer Firma „Kirstein“, die mit Musikinstrumenten handelt, bieten Vielfalt. Acht Berufe kann man dort laut Ausbildungsleiterin Monika Jahn erlernen.

„Gute IT-Leute sind schwer zu finden“, stellte Stephan Fenzl fest. „Deshalb bilden wir selbst aus“, so der Prokurist von „netflite networxx“ in Kerschlach, der regen Besuch am Stand verzeichnete. Auch bei der Landesärztevereinigung herrschte Andrang. „Es waren erstaunlich viele Männer dabei“, wie Johanna Schuster feststellte. Die Interessenten wollten vor allem wissen, welche Voraussetzungen man erfüllen muss, wenn man „Medizinischer Fachangestellter“ werden will – „und was man verdient“.

Unter den Schulen, die sich vorstellten, war die Weilheimer Wirtschaftsschule, die mit einer Neuerung aufwartete. Dort kann man schon ab Herbst in die sechste Klasse einsteigen. Bisher war dies erst ab der siebten Klasse möglich.

Laut Robert Christian Mayer vom Arbeitskreis „Schule-Wirtschaft“, der zum Veranstalterteam der Jobmesse gehört, waren rund 1700 Besucher gekommen, etwa 300 weniger als im Vorjahr. Dies könnte daran gelegen haben, dass die Jobmesse von März auf Mai verschoben wurde. Besonders zufrieden waren laut Mayer die Unternehmen, die heuer zum ersten Mal dabei waren wie „Rewe“, „Minos“ und „Schunk“. Am besten besucht gewesen seien die Stände, an den Aktionen geboten waren. Beratung allein wurde weniger angenommen.

Als einen Trend stellte Mayer fest, dass immer mehr Eltern ohne ihre Kinder kommen, um sich nach Berufsmöglichkeiten für diese zu erkundigen. Besonders positiv aufgefallen sei den Ausstellern, dass viele Jugendliche gut über die Berufe informiert waren und konkretes Interesse zeigten.

Alfred Schubert

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