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Ein gut bedachter Bus-Bahnhof: Unter einem Dach aus Glas (l.) und einem aus Platanen (r.) sollen die Haltestellen für die Regionalbusse entstehen. 

Baubeginn hätte schon heuer sein sollen

Mit Verspätung zum neuen Bus-Bahnhof

Die Bahn hat ihre Hausaufgaben gemacht: Sie baute den Bahnhof barrierefrei um. Nun muss die Stadt den Hinterhof aufräumen. Ein Busbahnhof und ein neu gestaltetes Umfeld sollen den Bahnhof attraktiver machen. Doch es gab schon Verzögerungen. Und weitere Unwägbarkeiten stehen ins Haus, darunter Altlasten und Fliegerbomben.

Weilheim– Der ICE hält seit wenigen Tagen in Weilheim, zumindest machen jeweils samstags am frühen Nachmittag vier dieser Züge auf ihrem Weg von und nach Garmisch-Partenkirchen dort Station. Der lang ersehnte barrierefreie Ausbau des Bahnhofs wurde im Sommer gefeiert und einige Wochen später nach Ärger wegen nicht funktionierender Aufzüge auch fertiggestellt. Rund elf Millionen Euro investiert die Deutsche Bahn in den Weilheimer Bahnhof.

Ganz so viel Geld wird die Stadt für ihre Vorhaben zwar nicht ausgeben. Dennoch ist es nicht ohne, was sie sich vorgenommen hat, um Weilheims dunkle und vergammelte Ecken rund um den Bahnhof auf Vordermann zu bringen. Für den Neubau des Busbahnhofes – er soll das verwahrloste Häuschen und die Freiluft-Warteplätze an der Bahnhofsallee ersetzen – und die Sanierung des Bahnhofsumfeldes – sie wird sich bis in den Süden zur Bahnhofsgasse ziehen – sind rund acht Millionen Euro veranschlagt. Rund 30 Prozent kommen aus Förderprogrammen von Bund und Land.

Doch bislang läuft nicht alles wie gewünscht: Obwohl der Architektenwettbewerb für den neuen Busbahnhof schon 2014 entschieden wurde und auch die Regierung von Oberbayern bereits einen Zuschuss über drei Millionen Euro zugesagt hat, kam es immer wieder zu Verzögerungen. So entfernte die Deutsche Bahn ihre Bahnhofs-Baustelleneinrichtung erst verspätet und auch eine Ausschreibung für das große Dach des Busbahnhofs musste aufgehoben werden, weil „kein wirtschaftliches Angebot“ eingereicht wurde. Mit dem für heuer geplanten Spatenstich wurde es jedenfalls nichts.

Und weitere Unwägbarkeiten stehen ins Haus. „Es wurden zahlreiche Abstimmungsgespräche mit dem Wasserwirtschaftsamt zur Altlastensanierung sowie mit den Behörden zur Kampfmittelsondierung und -räumung geführt“, sagte Weilheims Bürgermeister Markus Loth (BfW) zum Stand der Dinge in seinem Jahresrückblick in der Dezember-Sitzung des Stadtrates. Dass Altlasten im Boden sind, ist sicher. Ob dort auch Fliegerbomben schlummern ist ungewiss, aber möglich. Denn am 19. April 1945 wurde der Bahnhof von den amerikanischen Luftstreitkräften unter Beschuss genommen, eine Fliegerbombe wurde im Mai 2014 entdeckt und entschärft.

In einem ersten Bauabschnitt wird nun die Sanierung des Grundstückes vorgenommen und der Neubau erstellt. „Schließlich sollen Bahn und Post zu jeder Zeit für die Kunden erreichbar sein“, so Loth. Er legte einen Zeitplan vor. Als erster Bauabschnitt erfolgt Anfang des Jahres 2018 die Altlastensanierung und eventuell die Beseitigung alter Kampfmittel im nördlichen Bereich des Bahnhofs, also Richtung Stellwerk. Ab September 2018 soll das weit ausladende und transparente Dach des Busbahnhofs errichtet werden, anschließend werden die Frei- und Verkehrsflächen gestaltet und das „Platanendach“ durch das Pflanzen der Bäume angelegt.

Der zweite Bauabschnitt erfolgt im Jahr 2019 im Süden des Bahnhofs in Richtung Bahnhofsgasse/Schützenstraße. Auch hier erfolgt zunächst die Sanierung des Areals, ehe Straßen und Freiflächen angelegt werden. Was auf dem Gelände des Weiteren entsteht – im Gespräch war einmal ein Hotel am ehemaligen Panzergleis, derzeit geht die Tendenz zu Wohnungen –, dazu sagte Loth nichts Näheres. Er wies aber noch darauf hin, dass es im Bahnhofsumfeld künftig rund 600 Fahrradständer, ein separates Toilettenhaus mit Behinderten-WC sowie einen neuen Kiosk, Taxistände und eine Stadtbus-Haltestelle geben wird.

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