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57 Filialen hat die Modekette K&L im süddeutschen Raum. Nun steckt das Unternehmen in der Existenzkrise. 

„Der September war eine Katastrophe“ 

Modekette K&L droht die Insolvenz - was das für Mitarbeiter und Kunden bedeutet

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K&L steckt in der Krise: Die Modekette will sich trendorientierter ausrichten und für den Online-Handel öffnen. Allerdings auf Kosten einiger Filialen. 

Weilheim - Die beliebte Modekette K&L will sich restrukturieren, der laufende Geschäftsbetrieb soll aber fortgeführt werden. Das Unternehmen hat am Amtsgericht Weilheim einen Antrag auf Eröffnung eines Schutzschirmverfahrens nach Paragraf 270b der Insolvenzordnung gestellt. Das teilte K&L am Mittwoch in einer Pressemitteilung mit. 

Unprofitable K&L-Filialen sollen schließen

Die Löhne und Gehälter der rund 1200 Mitarbeiter, darunter 100 Auszubildende, seien noch bis Ende Dezember 2018 gesichert. Ein Sanierungsplan soll das Unternehmen wieder auf Kurs bringen. 

Durch das Schutzschirmverfahren sei das Unternehmen vor Zwangsmaßnahmen der Gläubiger geschützt und weiterhin voll handlungsfähig. Die operativen Geschäfte an den 57 Filialstandorten im süddeutschen Raum sollen während des Verfahrens ohne Einschränkungen weiterlaufen. 

Schon seit September 2017 versucht das Modehaus, sich neu aufzustellen, nun soll der Kurs durch die in Insolvenzordnung vorgesehenen Sanierungsinstrumente verstärkt verfolgt werden. Das heißt konkret auch: Die Kette plant, „unprofitable Filialen“ zu schließen, das Sortiment zu straffen und sich mehr auf Trends und Aktionswaren auszurichten. 

Die betroffenen Filialen sollen „zeitnah geschlossen werden“. Anschließend soll es auch entsprechende Einsparungen in der Hauptverwaltung und der Logistik geben. 

Einbruch im September verstärkt die Krise von K&L

„Wir haben in den ersten acht Monaten des Geschäftsjahres - trotz Problemen aus der Vergangenheit und der schwierigen Marktentwicklung - den Abwärtstrend des Unternehmens gestoppt. (...) Der September war aber im Gesamtmarkt eine Katastrophe“, erklärte Geschäftsführer Jens Bächle. „Um K&L dauerhaft wieder wettbewerbsfähig positionieren und solchen aktuellen Marktentwicklung standhalten zu können, braucht es eine Sanierung durch ein gesteuertes Insolvenzverfahren.“

K&L erwirtschaftet nur vier Prozent des Umsatzes im Online-Handel

Als Ursachen für die finanzielle Schieflage sieht die Geschäftsführung neben Fehlern in der Vergangenheit auch die gravierenden Veränderungen innerhalb der Modebranche an. Zahlreiche internationale Modekonzerne würden auf den deutschen Markt drängen, gleichzeitig würden Fashion-Discounter und die Konkurrenz durch das Internet einen Preisdruck auslösen. Das Kaufverhalten der Kunden habe sich zudem hin zu Online verlagert. Deshalb will K&L nun auch das Online-Geschäft ausbauen. Derzeit macht es nur rund vier Prozent des Gesamtumsatzes aus. 

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K&L bietet Business-, Sport- und Trachtenmode an

K&L bietet sowohl Business- als auch Sport- und Trachtenmode an. Das Unternehmen hat elf verschiedene Eigenmarken für Frauen, Herren und Kindermode und arbeitet mit bekannten Partnermarken zusammen. 

Das Unternehmen wurde 1962 von Karl Ruppert gegründet. Mit Wirkung zum 1. September 2017 übernahm der bis dahin verantwortliche Finanzvorstand Jens Bächle die Firma.

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