Gruppenfoto mit Ex-Vizekanzler: (von links) Andrea Jochner-Weiß, Franz Müntefering, Nicole Schley, Ute Frohwein-Sendl (AWO Penzberg), Gerhard Trautinger (AWO Weilheim), Andreas Niedermeier (Vorstandsvorsitzender des AWO-Bezirksverbandes) und Horst Martin. 

Arbeiterwohlfahrt Weilheim

Franz Münteferings leise Töne

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In Niederbayern trumpfte  beim politischen Aschermittwoch die Politprominenz lautstark auf. Beim Sozialpolitischen Aschermittwoch der AWO in Weilheim mit Franz Müntefering (SPD) wurden leisere Töne angeschlagen. Der frühere Vizekanzler und Bundesminister sprach übers Älterwerden.

Weilheim – Seit 1985 lädt der Bezirksverband Oberbayern der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Mitglieder, Mitarbeiter, Freunde, Förderer und Vertreter aus Politik und Wirtschaft zu einem Sozialpolitischen Aschermittwoch ein. Die Veranstaltung soll, so sagte Nicole Schley, die Präsidentin des AWO-Bezirksverbandes, bei ihrer Begrüßung, „zum Nachdenken über aktuelle Entwicklungen in unserer Gesellschaft anregen und zum Tun oder Handeln auffordern“.

Rund 160 Besucher aus ganz Oberbayern waren zu dem mit einem Fischessen verbundenen Sozialpolitischen Aschermittwoch in die Stadthalle gekommen. Sie erlebten mit Müntefering einen Redner, der kurzweilig und dennoch ernst, politisch und dennoch lebensnah über das Thema „Älterwerden in dieser Zeit“ sprach, einen Redner zudem, der über Erfahrungen aus seinem eigenen Leben berichtete, ohne sich anzubiedern.

Müntefering, seit 2013 ehrenamtlicher Präsident des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Deutschland, sprach sich massiv für die Förderung von Familien, also für Kitas und Schulen, einerseits und für Hospiz-und Palliativeinrichtungen andererseits aus. „Da könnten wir mehr tun“, sagte Müntefering.

„Wir haben heute andere Probleme als vor 50 oder 30 Jahren, deswegen können wir auch nicht die Lösungen von damals nehmen“, sagte er. Zum einen werden weniger Kinder geboren, zum anderen werden die Menschen älter. Neben Staat und Gesellschaft, die für gerechte Lebensverhältnisse von Alt und Jung, von Männern und Frauen, aber auch von Stadt-und Landbevölkerung etwa dadurch sorgen müssten, dass Steuergelder in die Rentenkasse fließen können, sei jeder Einzelne gefordert, sagte er, gerade die älteren Menschen. „Wenn man älter wird, fällt man nicht aus der Verantwortung heraus“, so der 77-Jährige. Damit meinte er die gesellschaftliche Verantwortung, für die berufliche sah er das anders: Gerade Männer an der Grenze zum Rentenalter müssten lernen, „dass es nicht immer nach oben geht“, dass man kürzer treten müsse. Um fit zu bleiben riet er: Laufen, lernen, lachen, „das hilft“.

In ihrem Grußwort stellte Weilheim-Schongaus Landrätin Andrea Jochner-Weiß fest, dass die freien Wohlfahrtsverbände wie die AWO feste Partner der Kommunen seien. Das sei wichtig, weil die Gemeinden und Landkreise zwar „die Lebensebenen“ der Menschen seien, aber den kleinsten Einfluss auf die Lebensumstände hätten. Die werden von der Politik vorgegeben. Weilheims zweiter Bürgermeister Horst Martin brachte die Verbundenheit der Stadt mit dem Ortsverein der AWO zum Ausdruck, der neben sozialem Mittagstisch auch eine Kleiderkammer anbiete und in der Auslandshilfe aktiv sei.

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