Bei der Hebauf-Feier waren rund 50 Vertreter von Politik und Wirtschaft zur neuen Berufsschule nach Weilheim gekommen. Kurioserweise wurden neben dem Richtfest auch die Grundsteinlegung gefeiert.
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Bei der Hebauf-Feier waren rund 50 Vertreter von Politik und Wirtschaft zur neuen Berufsschule nach Weilheim gekommen. Kurioserweise wurden neben dem Richtfest auch die Grundsteinlegung gefeiert.

Grundsteinlegung und Hebauf an der Berufsschule Weilheim gefeiert

Mundschutz für die Berufsschul-Zeitkapsel

An der neuen Weilheimer Berufsschule wurde am Freitag gleichzeitig Grundsteinlegung und Hebauf gefeiert. Während die Grundsteinlegung mit der Füllung einer Zeitkapsel nur symbolisch vollzogen wurde, war der Richtspruch des Zimmerermeisters Diemo Scheibe echt, da jetzt der Rohbau steht.

  • An der neuen Berufsschule in Weilheim sind Hebauf und die Grundsteinlegung gefeiert worden
  • Zeitdokumente und Mund-Nasen-Masken für die Zeitkapsel
  • Mit Schule die Zukunft des Handwerks sichern

Weilheim – Über 50 Vertreter von Politik und Wirtschaft waren am Freitag auf die Baustelle am Narbonner Ring gekommen, um das Doppelfest zu feiern. Die Festrednerin, Landrätin Andrea Jochner-Weiß, sieht in dem 2013 gefassten Grundsatzbeschluss des Kreistags, ein neues Schulgebäude zu bauen, „die richtige Entscheidung“. Eine einmalige große Investition sei besser als eine Vielzahl von Nachbesserungen am alten und beengten Standort.

2015 fiel die Entscheidung für den Entwurf

In der gewerblich-technischen „Staatlichen Berufsschule Weilheim“ wird in den Berufsfeldern Metalltechnik, Fahrzeugtechnik, Bau- und Holztechnik, Farbtechnik und Raumgestaltung und Agrarwirtschaft ausgebildet. Laut Jochner-Weiß ist das derzeit genutzte Schulgebäude zu klein für die 1750 Schüler, die es besuchen, zudem entspreche die Raumstruktur nicht mehr den Anforderungen des modernen beruflichen Unterrichts.

Hinzu komme noch, dass die Bausubstanz Schäden aufweise und eine Sanierung sehr aufwändig wäre. Daher habe der Landkreis 2015 das Grundstück am Narbonner Ring gekauft. 2015 fiel die Entscheidung für den Entwurf, 2018 war Baubeginn, jetzt ist der Rohbau fertiggestellt und im Herbst 2021 soll die Schule den Betrieb im Neubau aufnehmen.

Für die Zeitkapsel hatten die Ehrengäste, darunter Landrätin Andrea Jochner-Weiß (2.v.l.) und Regierungspräsidentin Maria Els, zahlreiche Dokumente vorbereitet – auch Mund-Nasen-Masken.

In dem Gebäude, das mit seiner Bruttofläche von 18 445 Quadratmetern um rund die Hälfte größer ist als das alte Schulhaus, sind neben den Werkstätten, Fachräumen und Lagerflächen auch eine Küche für 200 Essen und eine Mensa mit 120 Sitzplätzen. Die Wärmeversorgung erfolgt über eine Hackschnitzelheizung, einen großen Teil des benötigten Stroms liefert eine Photovoltaikanlage.

Mit Schule die Zukunft des Handwerks sichern

Kreishandwerksmeister Stefan Zirngibl sieht die 70 Millionen Euro, die der Neubau kostet, gut investiert. Das Handwerk stelle mit seinen 2568 Betrieben und gut 10 000 Beschäftigten im Landkreis einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Zudem sei es standorttreu und trage so zur Stabilität in der Region bei. Die neue Schule mit ihrer modernen Ausstattung sei unbedingt notwendig, um die Zukunft des Handwerks zu sichern.

Um die Nachwelt über den Bau zu informieren, wurde eine Zeitkapsel befüllt, die zwar nicht mehr ins Fundament einbetoniert werden konnte, dafür aber einen prominenten Platz am Eingang bekommt. Die Kapsel enthält unter anderem einen Abdruck des Grußworts von Franz Josef Strauß zur Eröffnung der Berufsschule, eine Kopie eines Dokuments über Lehrlingsausbildung in Weilheim im Jahr 1919, Fotos vom derzeitigen Schulleben und diverse Schulutensilien wie Geodreieck, Bleistift und Kugelschreiber. Es fehlt auch die aktuelle Mund-Nasen-Maske nicht, die sogar von mehreren Grußwortrednern beigelegt wurde.

Alfred Schubert

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