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Eine Maschinenhalle in Weilheim brannte komplett nieder. 

Durch die Luft verteilt

Nach Brand von Maschinenhalle in Weilheim: Untersuchungen zur Ursache dauern an

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In der Deutenhausener Straße in Weilheim brannte eine Maschinenhalle nieder. Die Untersuchungen zur Ursache dauern an.

  • In Weilheim hat es erneut gebrannt.
  • Eine Maschinenhalle ist den Flammen zum Opfer gefallen.
  • Ob das Feuer in Zusammenhang mit der Brandserie rund um Schongau steht, ist nicht klar. 

Update, 8. Januar 2020: Die Ruhe zwischen den Jahren wurde in Weilheim in den frühen Morgenstunden des 29. Dezember jäh unterbrochen: Gegen 4 Uhr war der Weilheimer Feuerwehr ein Großbrand an der Deutenhauser Straße gemeldet worden. 146 Einsatzkräfte waren anschließend damit beschäftigt, gegen die lodernden Flammen zu kämpfen. Dennoch brannte die Maschinenhalle komplett nieder. Die Brandfahnder der Kriminalpolizei nahmen die Ermittlungen auf.

Wie Stefan Sonntag, einer der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Rosenheim, mitteilt, steht auch zehn Tage später noch nicht fest, was die Ursache für den Großbrand war. „Zur Brandursache können wir nichts sagen, die Untersuchungen laufen noch“, sagt Sonntag. Bislang sei auch noch unklar, ob das Feuer in Weilheim im Zusammenhang mit der Reihe von Stadelbränden steht, die derzeit die Region bewegt, so der Polizei-Pressesprecher: „Es deutet derzeit nichts Konkretes darauf hin, dass der Brand mit der Serie von Feldstadelbränden zu tun hat“, sagt der Polizeisprecher.

Ein Zusammenhang werde untersucht und könne und dürfe nicht ausgeschlossen werden. „Die Ermittlungen laufen, gehen aber noch in keine konkrete Richtung. “ Etwas konkretere Angaben kann der Pressesprecher der Polizei allerdings schon zur Höhe des Sachschadens machen: „Der Schaden liegt mindestens bei 500 000 Euro – vielleicht auch darüber“, so Sonntag.

Lesen Sie auch: Im oberbayerischen Altötting ist in der Nacht zum Sonntag ein Energiesparwerk in Vollbrand geraten. Die vermutete Schadenshöhe raubt einem den Atem.*

Update, 2. Januar 2020: Der verheerende Brand der Maschinenhalle in Weilheim vergangene Woche könnte die Bürger noch längere Zeit in Atem halten. Denn wie die Weilheimer Feuerwehr mitteilte, ist auch eine größere Photovoltaikanlage verbrannt. 

In einem größeren Bereich sind Splitter durch den heißen Brandrauch verteilt worden, sagte Vize-Feuerwehrkommandant Stefan Herbst: „Wir haben Anfragen aus einem größeren Umkreis bekommen, denn die zum Teil leichten Splitter sind durch den Rauch weit verteilt worden.“ 

Gefährliche Splitter hat das Feuer in der ganzen Umgebung verteilt. Die Polizei warnt.

Das Problem: Die Kanten der Bruchstücke sind extrem scharf. Wenn sich Teile auf dem Grundstück befinden, rät die Feuerwehr, sie keinesfalls mit blanken Händen anzufassen, sondern sollten mit Schaufel und Besen zusammenzusammeln. 

Nach Rücksprache mit der EVA GmbH können die Splitter zumindest über den Hausmüll entsorgt werden, so Herbst. Viele Bürger dürften aber erst im Frühjahr in ihrem Garten auf die unliebsamen Hinterlassenschaften des Brandes stoßen.

Update vom 30. Dezember, 15.08 Uhr:  Über zwölf Stunden waren die Ehrenamtlichen der Feuerwehren aus Weilheim, Marnbach, Unterhausen und Peißenberg beim Brand der Maschinenhalle in der Deutenhausener Straße in Weilheim am Sonntagfrüh im Einsatz. 146 Feuerwehrler kämpften gegen die Flammen an und verhinderten ein Übergreifen auf das danebenstehende Hauptgebäude. Um 4.09 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Weilheim alarmiert, wie Konrad Bischel, Erster Kommandant der Weilheimer Feuerwehr, berichtete. „Bis circa 16 Uhr waren wir vor Ort und konnten alle Glutnester löschen“, sagte Bischel. Nur einmal habe ein Nachbar, der neben der abgebrannten Halle wohnt, angerufen, da es noch etwas qualmte. „Das war aber nur so, wie wenn jemand grillen würde und kein Grund erneut auszurücken“, erklärte der Kommandant. Wegen der häufigen Brände in letzter Zeit mache sich Bischel jedoch keine Sorgen: „Es ist, wie man so schön sagt ,business as usual‘“, erklärte er. „Wenn es pfeift, rücken wir aus, wenn nicht, dann machen wir unsere normale Arbeit“, berichtete der erfahrene Feuerwehrler.

Bei einem Feuer in Neubiberg bei München ist am Neujahrstag ein Carport samt vier Autos abgebrannt. Der Schaden ist immens. Die mögliche Brandursache sollte aber zu denken geben.

Maschinenhallenbrand Weilheim: Ermittlungen der Kripo laufen 

Da ein Zusammenhang mit weiteren Bränden im Landkreis Weilheim-Schongau und Landsberg am Lech nicht ausgeschlossen werden kann, ermittelt auch die Kriminalpolizei Rosenheim in dem Fall. Jedoch können die Beamten noch keine konkreten Aussagen treffen. „Die Ermittlungen laufen, aber mehr gibt es nicht zu berichten“, teilte Carolin Hohensinn, Pressesprecherin der Kripo Rosenheim, auf Nachfrage der Heimatzeitung mit Zudem können derzeit keine Angaben zur Brandursache oder der Schadenshöhe gemacht werden. „Möglicherweise handelt es sich um einen technischen Defekt, aber das wird noch untersucht“, sagte sie weiter.

Update vom 29. Dezember, 13.17 Uhr: Wie die Kriminalpolizei Weilheim mitteilte, können zur Brandursache bisher keine Angaben gemacht werden. Die Beamten haben aber noch in der Nacht die Ermittlungen aufgenommen. „Der Sachschaden dürfte sich nach ersten Einschätzungen auf einen mittleren sechsstelligen Betrag belaufen“, hieß es im Bericht der Kripo-Beamten.

Erstmeldung:

Weilheim – In der Deutenhausener Straße in Weilheim hat eine Maschinenhalle gebrannt. Wie Konrad Bischel, erster Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Weilheim, sagte, ging die Alarmierung am heutigen Sonntagmorgen um 4.09 Uhr ein.

Weilheim: Maschinenhalle brennt nieder - Zusammenhang mit anderen Bränden?

Durch die andauernden Löscharbeiten ist die Deutenhausener Straße für den Verkehr beidseitig gesperrt. Eine Umleitung wurde jedoch eingerichtet.

Erneuter Brand: Maschinenhalle in Weilheim in Flammen - Fotostrecke

Ob der Brand in Zusammenhang mit weiteren Bränden im Landkreis Weilheim-Schongau steht, kann der Kommandant nicht beantworten. „Die Brandfahndung ist aber vor Ort“, sagte der Feuerwehrler.

Verletzt wurde beim Brand glücklicherweise niemand. Die Halle brannte jedoch komplett nieder und auch zwei darin geparkte Autos wurden erheblich beschädigt. 

Brand in Weilheim: Großeinsatz der Rettungskräfte

Wichtig war den Ehrenamtlichen, dass das Feuer nicht auf das Hauptgebäude überging, erklärte Bischel. Als die Weilheimer Feuerwehr vor Ort war, alarmierte sie aufgrund des Ausmaßes die Feuerwehren Marnbach, Unterhausen und Peißenberg nach. Auch das THW kam zur Unterstützung der Einsatzleitung. Der Rettungsdienst wurde zur Vorsorge auch hinzugezogen, erklärte der Weilheimer Kommandant. 

Die 146 Einsatzkräfte hoffen, dass die Löscharbeiten am Nachmittag abgeschlossen werden können. 

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Auch interessant: Wieder brennen zwei Stadel in der Region: Kripo mit schlimmem Verdacht

Wer zersticht Reifen von einem sozialen Essenslieferdienst? Diese Frage stellt man sich in Peißenberg. Die Täter haben bereits sechs Mal zugeschlagen.

In Prem brach am Freitagabend (10. Januar) ein Brand in einem Mehrfamilienhaus aus. Die Feuerwehr konnte nicht verhindern, dass zwei Wohnungen komplett zerstört wurden. In Düsseldorf ist in der Nacht zum Freitag in einem Betten-Lager zu einer Explosion gekommen. Bei den Löschversuchen sind zwei Feuerwehrleute schwer verletzt worden.

Ein Bub (6) beobachtete die Feuerwehr beim Löschen eines Brandes - und wendet sich nach dem Großeinsatz mit einer rührenden Nachricht an die Feuerwehrleute.

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