+
Eine gefährliche Stelle: Das Warnlicht an dem unbeschrankten Bahnübergang an der Forster Straße wird leicht übersehen.

Nach Unfällen am Bahnübergang an der Forster Straße

Zwei Familien machen für Schranke mobil

Die Zugunfälle am unbeschrankten Bahnübergang an der Forster Straße in Peißenberg haben die Familien Reichhart und Ade wachgerüttelt: Sie wollen nun für eine Schranke kämpfen.

Peißenberg – Stefan Reichhart hatte gerade im Zug Platz genommen, sein Gebetsbuch aufgeschlagen, da tat es einen Schlag: Der Zug, der am 27. September gegen 7 Uhr morgens in Richtung Weilheim losgefahren war, war an der Forster Straße am unbeschrankten Bahnübergang mit einem Auto zusammengestoßen, das die rote Ampel dort übersehen hatte. Der Autofahrer wurde schwer, vier Bahnpassagiere wurden leicht verletzt.

Die Familien Reichhart und Ade, die ganz in der Nähe des unbeschrankten Bahnübergangs wohnen, haben beschlossen, dass etwas passieren muss. „Es ist ein Ärgernis, dass es an so einer viel befahrenen Strecke einen unbeschrankten Bahnübergang gibt“, sagt Stefan Reichhart. Seine Frau und er haben den Bahnunfall an der gleichen Stelle vor mehr als 20 Jahren miterlebt, bei dem damals ein Ehepaar zu Tode kam. „Der 14-Jährige Sohn der beiden stand plötzlich mutterseelenallein da“, erinnert sich Reichhart. Seine Frau habe mit dem Buben gewartet, bis Verwandte ihn abgeholt haben.

Schon damals habe es geheißen, dass dringend etwas geschehen müsse, dass der Bahnübergang der viel befahrenen Straße Richtung Schlagberg dringend beschrankt werden müsse. Doch bis heute ist nichts passiert.

Nach dem jüngsten Zugunfall an dieser Stelle habe Kreisbrandrat Dr. Rüdiger Sobotta sofort die Landrätin Andrea Jochner-Weiß angerufen und klar gemacht, dass sich die Situation an der Unfallstelle ändern muss, so Reichhart. Die Familien Reichhart und Ade haben sich hingesetzt und Briefe geschrieben: an das Landratsamt, an die „Bayerische Regiobahn“ (BRB), deren Züge durch Peißenberg fahren, an die „DB Netz AG“ der Deutschen Bahn, die Betreiber und Eigentümer der Gleisanlagen und der Sicherungstechnik ist und für die Schranke zuständig wäre, an die Marktgemeinde Peißenberg und ans Bundesverkehrsministerium.

„Jede Stelle hat die Verantwortung von sich gewiesen und sie einer anderen zugeschoben“, sagt Stefan Reichhart: „Das regt mich so auf.“ Das Antwortschreiben der Bahn steht noch aus. Landratsamt, Marktgemeinde und BRB haben darauf hingewiesen, dass ihre Handlungsmöglichkeiten beschränkt seien, weil ja die „DB Netz AG“ der Eigentümer sei. Der Peißenberger Alexander Dobrindt hat damals noch als Bundesverkehrsminister darauf verwiesen, dass Planungen für „die Erneuerungen der Sicherungstechnik an der Forster Straße“ im Zeitplan lägen. Die Bahn plant wohl auch künftig keine Schranke an dieser Stelle. Damit wollen sich Stefan Reichhart und seine Mitstreiter nicht zufrieden geben: „Wir werden weiter dran bleiben, bis der Bahnübergang eine Schranke hat“, sagt Reichhart.

Kathrin Hauser

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Starnberger See: Stand-Up-Paddler stürzt unterkühlt ins Wasser - er hatte Riesenglück
Wäre der Stand-Up-Paddler wenige hundert Meter später ins Wasser gestürzt, hätte er vielleicht nicht überlebt. Doch dem Ort und den Menschen dort verdankt er nun sein …
Starnberger See: Stand-Up-Paddler stürzt unterkühlt ins Wasser - er hatte Riesenglück
Schlagabtausch ums „Gärtnereiquartier“
Das Thema „Gärtnereiquartier“ zieht offenbar die Leute an. Bei der Bürgerversammlung in Sees-haupt am Donnerstagabend war der Saal mit etwa 120 Besuchern gut gefüllt. …
Schlagabtausch ums „Gärtnereiquartier“
Perfekter Gesundheitsservice: Mehr als 20 Ärzte unter einem Dach
Es war am Anfang eine schwere Geburt gewesen, entsprechend zufrieden und erleichtert waren die Beteiligten nun: Am Freitag wurde das neue Weilheimer Ärztehaus an der …
Perfekter Gesundheitsservice: Mehr als 20 Ärzte unter einem Dach
Was für eine Posse: Straßenmarkierung wird erst vergessen, dann fällt das Material vom Lkw
Das ist wirklich nicht zu fassen: Erst wurde die Erneuerung der Straßenmarkierung an der Sonnenstraße in Peißenberg vergessen, dann fiel das Material bei der Anlieferung …
Was für eine Posse: Straßenmarkierung wird erst vergessen, dann fällt das Material vom Lkw

Kommentare