Nachhaltiges Einsetzen für die Wälder wird nun mit einer Prämie belohnt.
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Nachhaltiges Einsetzen für die Wälder wird nun mit einer Prämie belohnt.

Beantragung geht bis Ende Oktober

Waldbesitzer können Prämie bekommen - so geht‘s

  • Elena Siegl
    vonElena Siegl
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Im Rahmen des Corona Konjunkturprogrammes „Wald & Holz“ können sich auch zahlreiche Waldbesitzer aus dem Landkreis auf eine finanzielle Unterstützung freuen. Auch Kommunen können die Prämie beantragen.

Landkreis – Zahlreiche Waldbesitzer aus dem Landkreis dürften von einer neuen Nachhaltigkeitsprämie profitieren. Sie ist Teil des Corona-Konjunkturprogrammes „Wald & Holz“. Die Wälder in ganz Deutschland leiden laut Bundeswaldministerium seit drei Jahren unter Dauerstress. Stürme, Dürre oder Borkenkäfer setzten den Beständen massiv zu – und forderten die Waldbesitzer immer wieder heraus. Währenddessen seien die Holzpreise stark gesunken – verstärkt auch durch die Corona-Pandemie. Das Programm soll Waldbesitzern finanziell unter die Arme greifen.

Wenige Voraussetzungen, um Anspruch auf Prämie zu haben

Die Beantragung ist laut Florian Riedl von der Waldbesitzervereinigung Schongau einfach gehalten. Es gibt wenige Voraussetzungen, um einen Anspruch auf die Prämie zu haben. Die Waldfläche muss mindestens einen Hektar umfassen. Zwischen 100 und 120 Euro werden pro Hektar ausgezahlt, heißt es beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Zwingend notwendig ist auch eine Zertifizierung nach den Programmen „FSC“ oder „PEFC“. Letztere haben bei der Waldbesitzervereinigung Schongau tatsächlich alle Mitglieder, weshalb sie auch in den Genuss der Prämie kommen dürften, sagt WBV-Geschäftsführer Florian Riedl. Hinter der Zertifizierung stehe der Gedanke, mehr für den Wald zu tun, als vorgeschrieben. Zum Beispiel, indem neue Baumarten eingebracht wurden und der Wald zukunftsfähig aufgestellt wurde. „Jetzt wird honoriert, wenn man vorbeugend gehandelt und nicht nur an heute gedacht hat“, so Riedl. „Eine Anerkennung für die Nachhaltigkeit, verbunden mit der Hoffnung, dass das Geld wieder in den Wald investiert wird“, so sieht Riedl die Prämie. Nachweise zu den Zertifikaten werden von der WBV gerne ausgestellt. Auch wenn die Schäden in der Region deutlich geringer sind und milder ausfallen als etwa im Harz, wo große Trockenheit herrschte, findet es Riedl deshalb wichtig, dass alle Waldbesitzer gleichermaßen unterstützt werden.

Sein Weilheimer Kollege Marc Euer beschreibt die Prämie als „nachträgliches Zuckerl“. Im Frühjahr 2020 gab es Sturmschäden, darauf folgte ein Käferproblem. Und die Holzpreise sind schon länger „nicht mehr toll“ und würden weit unter dem liegen, was gerechtfertigt sei.

„Zeitweise mit nichts anderem mehr beschäftigt“

Auch im Bereich der Weilheimer WBV ist die Nachfrage nach der Prämie groß. „Wir waren zeitweise mit nichts anderem mehr beschäftigt“, erklärt Euer. Anders als in Schongau werden Mitglieder nicht automatisch PEFC-zertifiziert. Das trifft nur etwa auf ein Viertel zu, erklärt Euer. „Einige lassen sich jetzt zertifizieren, denn der Nachweis kann bei der Prämien-Beantragung auch nachgereicht werden.“ Der Antragsteller verpflichtet sich laut BMEL, das Forstzertifikat mindestens zehn Jahre zu behalten.

Ganz nachvollziehen kann Euer die Zertifizierungs-Voraussetzung nicht. Schließlich würden alle Waldbesitzer, die sich um ihre Bestände kümmern, einen wichtigen Beitrag zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz leisten.

Zwar kann die Prämie noch rund ein halbes Jahr lang beantragt werden – Riedl und Euer raten aber, sich zeitnah darum zu kümmern. Zur Verfügung stehen insgesamt 500 Millionen Euro – sind die weg, gibt es eben auch keine Prämie mehr. „Wenn man schaut, wie viele Quadratmeter Wald aktuell PEFC-zertifiziert sind, müsste es eins zu eins reichen“, so Riedl. Allerdings werden eben nun weitere Flächen zertifiziert, erklärt Euer. Das Geld könnte also früher ausgeschöpft sein.

Das Angebot gilt im Übrigen nicht nur für private Waldbesitzer. Auch Kommunen können die Prämie beantragen, solange sie die Voraussetzungen erfüllen.

Die Prämie

können Waldbesitzer auf der Webseite www.bundeswaldpraemie.de beantragen. Möglich ist das bis zum 30. Oktober 2021.

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