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Gefährliche Stelle am Neidhart-Park in Weilheim: Noch keine Lösung in Sicht

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Von: Magnus Reitinger

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Zu gefährlichen Situationen zwischen Radlern und Autos kommt es regelmäßig an den Einmündungen von der Münchener Straße zum Neidhart-Einkaufspark. 
Zu gefährlichen Situationen zwischen Radlern und Autos kommt es regelmäßig an den Einmündungen von der Münchener Straße zum Neidhart-Einkaufspark.  © Ruder

Radler müssen an den Zufahrtsbereichen von der Münchener Straße zum Neidhart-Einkaufspark dringend besser geschützt werden, da sind sich alle einig. Nur wie? Da sieht Weilheims Verkehrsausschuss noch reichlich Klärungsbedarf – und hat das Thema gestern vertagt.

Weilheim – Erst im Juli wurde ein 60-jähriger Radfahrer schwer verletzt, weil ein Auto seine Vorfahrt missachtet hatte, als er auf der roten Markierung über die Ausfahrt des Neidhart-Parks bei „McDonald’s“ fuhr. Dieser Unfall führte drastisch vor Augen, was man eigentlich seit langem weiß: Wie gefährlich diese Stelle für all jene ist, die entlang der Münchener Straße auf dem für Radverkehr freigegebenen Gehweg radeln – so wie es gewünscht ist, und zwar in beide Richtungen.

Die BfW-Fraktion hat nach dem Unfall per Dringlichkeitsantrag Maßnahmen gefordert, „das große Gefahrenpotenzial für Radfahrer“ in diesem Bereich zu reduzieren. Am gestrigen Dienstag beriet nun der zweimal jährlich tagende Verkehrsausschuss des Weilheimer Stadtrates darüber – jedoch ohne greifbares Ergebnis.

Der ADFC fordert, den für den Radverkehr freigegebenen Gehweg an diesen Einmündungen direkt an die Münchener Straße zu verlegen. 
Der ADFC fordert, den für den Radverkehr freigegebenen Gehweg an diesen Einmündungen direkt an die Münchener Straße zu verlegen.  © Grafik: ADFC Weilheim-Schongau

Entscheidend sei, „dass der Radfahrer vom Autofahrer besser erkannt wird“, führte Ordnungsamts-Leiter Andreas Wunder ins Thema ein. Und da gibt es durchaus Ideen. „Zur Verbesserung der Sichtkontakte“ fordert der Fahrrad-Club ADFC, den Geh-/Radweg an der Einmündung direkt an die Münchener Straße zu verlegen. Das empfiehlt auch das Büro „Gevas“ – das soeben das Radverkehrskonzept für die Stadt erstellt hat – in seiner Stellungnahme. Die besondere Situation könnte Autofahrern zudem per Stoppschild-Piktogramm auf der Fahrbahn verdeutlicht werden.

Nach Ansicht von Wunder würden zusätzliche Hinweise in diesem Bereich eher zu einer Überforderung führen. Doch eine Verlegung des Gehweges direkt an die Münchener Straße sei „sicherheitstechnisch sinnvoll“. Das befürworte auch der Betreiber des Neidhart-Einkaufsparks – mit der Bitte, es an allen drei Ein- /Ausfahrten gleich zu regeln. Zwar brächte diese Verlegung wohl das Problem, das ausfahrende Autos mitunter den Gehwegstreifen blockieren. „Aber das ist mir immer noch lieber, als dass es Unfälle gibt“, so der Ordnungsamt-Chef.

Staatliches Bauamt regt Ampel an

Dass es für Radler dort wegen stehender Autos und des Begegnungsverkehrs „richtig eng“ würde, gab Manuel Neulinger (Grüne), der Verkehrsreferent des Stadtrates, zu bedenken: Vor einer Verlegung gelte es genau zu prüfen, ob die jetzige Gehwegführung –mit besseren Hinweisen darauf – nicht doch sinnvoller ist. Es gebe „keine hundertprozentige Lösung“, meinte dazu Roland Bosch (ÖDP) und plädierte für die vom ADFC vorgeschlagene Verlegung mitsamt Anhebung des Streifens. Letzteres ist laut Stadtverwaltung aber wegen des Winterdienstes „schwierig“.

Bis eine bessere Lösung gefunden sei, sollten Radler bei der Querung der Neidhart-Zufahrt absteigen müssen, forderte Rüdiger Imgart (AfD) als Referent für Straßen und Gehwege. Doch das würde „in der Praxis nicht funktionieren“, entgegnete Bürgermeister Markus Loth (BfW), und passe auch nicht zu einer „fahrradfreundlichen Stadt“. „Gott sei Dank sind wir für die Münchener Straße nicht mehr zuständig“, bekannte Andreas Lenker vom Staatlichen Bauamt – und hatte doch einen Vorschlag: Der Geh/Radweg solle bleiben, wie er ist, und an der Hauptzufahrt testweise eine Ampel aufgestellt werden. Ob das eine reelle Alternative ist, blieb gestern offen. Vor einer Entscheidung seien noch mal alle Vorschläge eingehend zu prüfen, wie es hieß.

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