1. Startseite
  2. Lokales
  3. Weilheim
  4. Weilheim

Riesenüberraschung: Erster 5G-Mast der Telekom funkt bereits in Weilheim

Erstellt:

Von: Sebastian Tauchnitz

Kommentare

null
Nicht nur in Großstädten wie Berlin auf diesem Foto, auch in Weilheim treibt die Telekom den Ausbau des 5G-Netzes massiv voran. © dpa / Christoph Dernbach

Völlig überraschend hat die Telekom den ersten Funkmast in Weilheim 5G-fähig gemacht. Er soll – je nach Zahl der Nutzer, Bebauung und Topografie – einen Radius von rund zehn Kilometern abdecken.

Landkreis – Auch wenn es bislang kaum Geräte und Anwendungen gibt, die den neuen Mobilfunkstandard nutzen, hat die Telekom, wie sie in einer Presseerklärung mitteilt, nun den ersten Mobilfunkmasten umgerüstet und strahlt ab sofort in Weilheim und der näheren Umgebung ein 5G-Signal aus.

Auch auf Nachfrage verriet der Mobilfunkriese nicht, wo genau der Sendemast steht. „Es werden gar keine neuen Standorte gebaut. Wir nutzen Standorte die auf dem Frequenzband 2,1 Gigahertz bisher lediglich UMTS ausgesandt haben. Diese Standorte erkennen jetzt, ob sich in ihrer Funkzelle ein UMTS, LTE oder 5G-Handy aufhält und versorgen das Handy automatisch mit dem richtigen Mobilfunkstandard“, so Pressesprecher Markus Jodl auf Anfrage der Heimatzeitung.

5G-Ausbau in Weilheim: Telekom nutzt alte 3G-Frequenzen für 5G

Das Prozedere muss man sich – vereinfacht erklärt – so vorstellen: Die Telekom nimmt sich Standorte, die bislang nur UMTS (also 3G) gesendet haben, und rüstet sie auf. Das betrifft derzeit bundesweit etwa 12 000 Antennen – darunter auch eine in Weilheim –, bis Jahresende sollen es 40 000 sein. Dabei werden Teile der Frequenzen genutzt, die bislang für 3G vorbehalten waren. Da die 3G-Versorgung Ende 2021 eingestellt wird, werden dann weitere Frequenzen frei, auf denen dann ein 5G-Signal ausgestrahlt wird.

Lesen Sie auchStadt Weilheim verschiebt Thema „5G“ auf später

Dabei unterscheidet sich nach Angaben der Telekom das 5G-Signal bei uns auf dem Land wie schon 4G (LTE) deutlich von dem in Großstädten. In München beispielsweise werden andere Frequenzen eingesetzt, die sehr hohe Datenübertragungsraten von bis zu 1000 Megabit/Sekunde erlauben, gleichzeitig aber auch nur eine sehr geringe Reichweite haben.

Der Mast in Weilheim indes bietet ein Signal mit deutlich geringerer Geschwindigkeit – die Rede ist von 300 Megabit im Download und 100 Megabit im Upload –, aber höherer Reichweite. „Damit soll die Flächenversorgung gewährleistet werden“, schreibt die Telekom.

5G-Ausbau in Weilheim: Doppelt so schnell wie LTE

Durch die Umrüstung des Funkmasts in Weilheim soll auch die Versorgung mit dem 4G-Signal (LTE) in der Stadt verbessert werden. Dennoch sei 5G ungefähr doppelt so schnell wie der bisherige 4G-Standard, so Telekom-Sprecher Markus Jodl weiter auf Nachfrage. Wer bereits Telekom-Kunde sei und eines der wenigen verfügbaren 5G-Geräte besitzt, müsse keinen Aufpreis für die Nutzung des neuen Funkstandards bezahlen, schreibt er.

Lesen Sie auchWeilheim: Umfangreicher Forderungskatalog der ÖDP zum Thema „5G“

Auf die Frage, inwieweit Stadtverwaltung und Stadtrat in die Ausbauplanungen einbezogen wurden – hierzu gab es in den vergangenen Wochen ebenso kontroverse wie ergebnisoffene Debatten im Stadtrat –, stellte Jodl klar: „Die Bundesnetzagentur gibt jeden Standort frei. Die Gemeinde wurde über den Ausbau in Kenntnis gesetzt. Es gibt aber keine bauliche Maßnahme, die von der Gemeinde abgesegnet werden müssen. Wir nutzen für den Ausbau eine Frequenz, die bisher auch schon für Mobilfunk genutzt wurde. Nur wird diese Frequenz jetzt effektiver genutzt.“

Telekom-Sprecher: „Wer gegen 5G ist, ist gegen Mobilfunk“

Die Sorgen einiger Bürger vor dem neuen Funkstandard kann der Telekom-Sprecher nicht nachvollziehen: „Man kann nicht gegen 5G sein. Ich kann nur gegen Mobilfunk sein. 5G ist ein Übertragungsprotokoll. Es ist aber genauso Mobilfunk wie GSM, UMTS oder LTE. Wer gegen 5G ist, ist gegen Mobilfunk. Das ist eine verschwindende Minderheit. Die Entscheidung für Mobilfunk ist in unserer Gesellschaft längst gefallen. Kaum ein Mensch will ernsthaft auf Mobilfunk verzichten. Gerade Corona hat gezeigt, wie wichtig eine moderne Kommunikationsinfrastruktur für uns ist – privat und beruflich.“

Auch interessant

Kommentare