Jan Weber-Ebnet vom Büro „bauwärts“ mit Gymnasiasten, die stellvertretend für Weilheims Jugend ihre Meinung zum Neubaugebiet mit Bürgerpark sagen sollten.
+
Jan Weber-Ebnet vom Büro „bauwärts“ mit Gymnasiasten, die stellvertretend für Weilheims Jugend ihre Meinung zum Neubaugebiet mit Bürgerpark sagen sollten.

Baugebiet nördlich der Geistbühelstraße

Neubaugebiet: Jetzt redet die Jugend mit

Bei der Planung für das Neubaugebiet nördlich der Geistbühelstraße in Weilheim wird die Bevölkerung miteinbezogen. Jetzt kam auch die Jugend zum Zug.

Weilheim – Die meisten kleinen Nadeln mit den bunten Icons auf dem Stadtplan waren am Ende entlang der Ammer gepinnt. Gesteckt hatten sie knapp 20 Schülerinnen und Schüler vom Weilheimer Gymnasium bei einem Workshop. Und damit ist nun auch noch die Jugend nach ihrer Meinung gefragt worden – bei der Bürgerbeteiligung für das Neubaugebiet nördlich der Geistbühelstraße.

„Ihr fehlt uns jetzt noch“, sagte Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt-Sommer zur Begrüßung; und meinte das nicht despektierlich: „Wir wollen eure Ideen in die Planungen einfließen lassen.“ Auch Jan Weber-Ebnet, Mitinhaber des Münchner Büros „bauwärts“, das im Auftrag der Stadt die Bürgerbeteiligung betreut, sagte: „Ihr seid diejenigen, die sich in der Stadt auskennen, ihr habt ein Gespür für sie.“

An Mitmachstationen und bei Stadtteilspaziergängen an drei Tagen Ende Juli sowie einer Postkartenaktion waren die Bürger Weilheims bereits in die Planung eingebunden worden – aber coronabedingt und aus Zeitgründen war eine spezielle Beteiligung von Kindern und Jugendlichen damals nicht möglich gewesen. Deshalb hatte sich Weber-Ebnet an Biologielehrer Christian Thum, der am Gymnasium auch das Projekt „Umweltschule“ betreut, gewandt: Interessierte Schüler sollten stellvertretend für Weilheims Jugend ihre Meinung zu dem Bauprojekt und dem geplanten Bürgerpark sagen. Und so waren trotz Temperaturen unter null Grad Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse vom bilingualen Profilfach „Geographie“ und einige Umweltscouts aus den 10. Klassen mit Maske, auf Abstand bedacht und mit heißen Getränken ausgestattet zur Outdoor-Planungswerkstatt gekommen. Begleitet wurden sie von Biolehrer Thum und Erdkundelehrer Michael Scharbert, der auch Koordinator für den bilingualen Unterricht ist.

Hinter der Kirche St. Pölten mit Blick auf das Baugelände bis hin zu den Bahngleisen hatte das „bauwärts“-Team einen großen Stadtplan der Kreisstadt auf einem Tisch befestigt. In einer ersten Runde erfuhren die Experten unter anderem, wo die Jugendlichen in der Stadt ihre Freizeit verbringen, wo sie sich treffen, wo sie chillen, wo sie Sport treiben und wohin sie sich zurückziehen. Das Ergebnis: Die meisten Pins steckten an der Ammer, aber auch jeweils mehrere am Skaterpark, am Seniorenspielplatz beim Stadttheater, im Zentrum und in der freien Natur rund um die Stadt.

Damit war auch schon die Richtung für die zweite Runde klar: Einen neuen Bürgerpark, wie man ihn kennt, brauchen und wollen zumindest die befragten Gymnasiasten nicht. Ihnen schwebt eher ein Gelände vor, auf dem auch mal kleine Konzerte stattfinden oder sie selber eine Musikanlage für Partys aufbauen können – also muss zum Beispiel ein Stromanschluss her. Diese und andere Vorschläge für die Freifläche und zur Mobilität im neuen Wohnquartier werden nun vom Münchner Büro dokumentiert und ausgewertet – und dann an die Stadt geschickt. Auch die Schülerinnen und Schüler werden die Auswertung bekommen.

Geographie- und Englischlehrer Scharbert, der erstmals mit der Gruppe an einem solchen Workshop zur Stadtentwicklung teilgenommen hat, verspricht: „Mit der Profilgruppe bleiben wir auf alle Fälle dran.“ Sehr zur Freude von Bürgermeister Markus Loth. Der ließ kurz nach dem Treffen mitteilen: „Wir freuen uns, dass sich die Gruppe in die weitere Entwicklung des Gebietes einbringen und die Schule als Patin auf der Fläche aktiv werden möchte.“

VON RALF SCHARNITZKY

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare