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Bebauungsplan soll Größeres verhindern

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Von: Magnus Reitinger

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Auf diesem Grundstück an der Ecke Münchener Straße/Ludwig-Thoma-Straße soll das Wohn- und Geschäftshaus gebaut werden. foto: gronau
Auf diesem Grundstück an der Ecke Münchener Straße/Ludwig-Thoma-Straße soll das Wohn- und Geschäftshaus gebaut werden. © Gronau

Weilheim - Der Stadt sind die Pläne für ein neues Wohn- und Geschäftshaus gegenüber dem „Media-Markt“ zu massiv. Doch das Landratsamt nennt sie „verträglich“. Ein Bebauungsplan soll jetzt wenigstens für gewisse Beschränkungen sorgen.

Bereits zum vierten Mal hatte sich der Bauausschuss des Stadtrates in seiner Juli-Sitzung mit den Neubauplänen eines Weilheimer Unternehmers für das Grundstück an der Ecke Münchener Straße/Ludwig-Thoma-Straße zu befassen. Mehrmals schon, zuletzt im Juni, wurde das Vorhaben einstimmig abgelehnt (wir berichteten). Begründung: Das 22 auf 10,5 Meter große Gebäude – im Parterre sollen eine Gaststätte und ein Laden, im ersten Stock und im Dachgeschoss insgesamt fünf Wohnungen entstehen – wäre zu massiv. Und insbesondere die gastronomische Nutzung sei den Nachbarn, die schon mit dem gegenüberliegenden, viel frequentierten „Neidhart Einkaufspark“ samt „McDonald’s“ leben müssen, nicht zuzumuten.

Das Landratsamt aber, das letztlich für die Baugenehmigung zuständig ist, teilt diese Einschätzung der Stadt nicht. Art, Maß und Nutzung des beantragten Neubaus entsprechen nach Ansicht dieser Behörde sehr wohl einem „Mischgebiet“ – als solches ist das fragliche Areal im Flächennutzungsplan dargestellt. Und die Ludwig-Thoma-Straße eigne sich auch als Erschließung für das Projekt. Noch habe das Landratsamt nicht das gemeindliche Einvernehmen der Stadt zu den Neubauplänen ersetzt, sagte Stefan Kirchmayer von der städtischen Bauverwaltung in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung. Doch damit sei letztlich zu rechnen.

Um ihre Planungshoheit zu wahren und „gewisse Einschränkungen festzuschreiben“ (so Bürgermeister Markus Loth), will die Stadt nun einen Bebauungsplan für das Gebiet aufstellen. Auch Loth (BfW) findet, dass der beantragte Neubau „in dieser Form und Massivität auf keinen Fall“ zugelassen werden dürfe. „Doch alles werden wir nicht verhindern können“, so der Rathaus-Chef. Der Bebauungsplan, dessen Aufstellung in der Juli-Sitzung einstimmig beschlossen wurde (samt Erlass einer Veränderungssperre), soll „zur Sicherung der Struktur“ etwa Einzelhandels- und Gartenbaubetriebe, Tankstellen und Vergnügungsstätten ausschließen. Hingegen sind „nicht-störendes Gewerbe“, Büros oder Praxen zulässig – und auch Gaststätten: „Die sind nicht auszuschließen“, hieß es im Bauausschuss. Was Grünen-Stadtrat Alfred Honisch zu einem Seufzer veranlasste: „Da sind wir der berühmte zahnlose Tiger, denn gerade eine Gaststätte bringt Verkehr.“ Und den würde man den Anwohnern gern ersparen.

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