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Was tun, wenn Pflegebedarf auftritt? Neue Anlaufstelle im Landkreis Weilheim-Schongau bietet Hilfe

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Von: Stephanie Uehlein

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Für Pflegebedürftige gibt es eine neue Anlaufstelle im Landkreis.
Für Pflegebedürftige gibt es eine neue Anlaufstelle im Landkreis. © dpa

Viele Fragen können auftauchen, wenn Menschen pflegebedürftig sind oder werden. Antworten soll ab April 2022 der neue Pflegestützpunkt im Landkreis Weilheim-Schongau mit zwei festen Standorten bieten.

UPDATE: In Sachen „Pflegestützpunkt im Landkreis Weilheim-Schongau“ gibt es bereits Neues. Das lesen Sie hier.

Landkreis – Lisa Jodl hat bereits am 1. September ihre Stelle beim Pflegestützpunkt angetreten. Die 27-Jährige, geboren und aufgewachsen im Landkreis Weilheim-Schongau, ist gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin und hat neben ihrer Ausbildung Pflege studiert (in Form eines dualen Studiums). 2020 machte sie ihren „Bachelor of Science“.

Beratung bietet Jodl im Pflegestützpunkt aktuell noch nicht an. Aber warum kann dieser seine Arbeit erst im April aufnehmen, wenn die erste Mitarbeiterin ihre Stelle bereits ein halbes Jahr zuvor angetreten hat? Das hat mit der Förderung zu tun. „Das Betriebskonzept für den Pflegestützpunkt, welches ein Hauptbestandteil des Förderantrages ist“, müsse vorab mit diversen Stellen abgestimmt werden, so Jodl auf Anfrage. „Nach Abstimmung des Konzeptes werden alle weiteren Förderunterlagen beim Landesamt für Pflege eingereicht. Der Pflegestützpunkt kann erst nach Erhalt des Förderbescheides eröffnet werden.“ Die Stützpunkt-Mitarbeiterinnen – ab 1. Januar sind es zwei – müssen sich laut Jodl vor dem Start der Beratung auch einen „Überblick über die bestehenden Strukturen“ verschaffen.

Vielfältiges Angebot

Die „Pflegelandschaft“ im Landkreis stellt dabei durchaus eine Herausforderung dar, wie aus einem Bericht der Seniorenfachstelle des Landkreises hervorgeht. Das Angebot sei vielfältig, es gebe eine Vielzahl an Akteuren. Kooperieren soll der Pflegestützpunkt etwa mit stationären, teilstationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Behindertenhilfe, Fachstellen für pflegende Angehörige und mit Nachbarschaftshilfen. Vernetzen will er sich auch mit Kranken- und Pflegekassen und deren Pflegeberatung.

Lisa Jodl ist künftig Ansprechpartnerin für Menschen mit Pflegebedarf. lra
Lisa Jodl ist künftig Ansprechpartnerin für Menschen mit Pflegebedarf. © Landratsamt

Gedacht ist der neue Stützpunkt als unabhängige Anlaufstelle, die die Pflegeberatung der Pflegekassen ergänzt. Er kann zwar zum Beispiel keinen Pflegeplatz im Seniorenheim und keinen Pflegedienst vermitteln, aber er soll etwa Auskunft über pflegerelevante Unterstützungs- und Hilfsangebote geben. Die Beratung durch die neue Anlaufstelle erfolgt telefonisch oder persönlich. Bei Bedarf werden auch Hausbesuche gemacht. Ansässig ist der Pflegestützpunkt in Weilheim (Schützenstraße 26b) und in Schongau (Münzstraße 48). Zunächst soll es eine Außensprechstunde geben – im Rathaus in Penzberg.

Das Angebot richtet sich vorwiegend an Menschen, die selbst einen Pflegebedarf haben oder bei denen ein solcher bevorsteht – an junge genauso wie an hochbetagte. Als Anlaufstellen für Angehörige von Pflegebedürftigen gibt es die Fachstellen für pflegende Angehörige in Weilheim und Peißenberg. Zu den Aufgaben des Pflegestützpunkts gehört es auch, Ratsuchende über Leistungen der Pflege- und Krankenversicherung zu informieren.

Bislang fehlte es laut Jodl im Landkreis „an wohnortnahen, einheitlichen, allgemein bekannten und neutralen Beratungsinstanzen, welche in der Lage sind, eine qualitativ hochwertige und umfassende Unterstützung ,aus einer Hand’ zu leisten“. „Pflegende Angehörige berichteten, dass es eine große Belastung darstellt, die Pflege der Betroffenen vorzubereiten und zu organisieren“, so Jodl. Mit dem Pflegestützpunkt sollen solche Probleme bekämpft werden. Alle Versicherten, die Pflegeleistungen von der Pflegeversicherung erhalten oder die diese beantragt haben, haben einen gesetzlichen Anspruch auf kostenlose Pflegeberatung.

Neben Jodl, die als Vollzeitkraft beim Landkreis angestellt ist, arbeitet beim Pflegestützpunkt ab Anfang 2022 auch noch eine Teilzeitkraft mit einer Dreiviertelstelle. Eine weitere personelle Aufstockung um eine Halbtagskraft ist laut Jodl bei entsprechendem Bedarf möglich. Träger des Pflegestützpunkts sind neben dem Landkreis Weilheim-Schongau auch der Bezirk Oberbayern und die gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen.

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