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Eröffnete die Ausstellung: (von links) Landrätin Andrea Jochner-Weiß mit Dr. Anne von Streit, Vize-Landrat Karl-Heinz Grehl, Regionalmanagerin Judith Dangel und Hans Mummert, stellvertretender Vorsitzender der EWO-Bürgerstiftung.

Neue Ausstellung zur Energiewende

Beim Strom schaut‘s gut aus

Wie weit ist der Landkreis auf seinem Weg zur Energiewende? Dieser Frage will eine Ausstellung im Landratsamt in Weilheim (Pütrichstraße 8) auf den Grund gehen.

Weilheim/Landkreis Bis 2035 will der Landkreis Weilheim-Schongau – und mit ihm die Nachbarn Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen – unabhängig von fossilen Energieträgern sein und seine Wärme und seinen Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energie vor Ort beziehen.

Auf großen Posterwänden im Erdgeschoss und im Aufgang zum 1. Stock erfahren die Besucher zum Beispiel, was der große Unterschied ist, wenn die Energiewende umgesetzt wird: Nicht mehr große Energieversorger, sondern kleine dezentrale Unternehmen oder Personen werden die Menschen mit Energie versorgen. Die Wertschöpfung bleibe somit in der Region, Bürger können sich verstärkt in Projekte einbringen und mitdiskutieren. Das bringe auch eine größere Akzeptanz mit sich. Eine Umfrage von INOLA (Innovationen für ein nachhaltiges Land- und Energiemanagement auf regionaler Ebene), ergab, dass knapp 90 Prozent der Befragten der Energiewende zustimmen. INOLA (ein Zusammenschluss von LMU, ifo-Institut, Hochschule Kempten, EWO, „Energieeinsparung Penzberg“ und Stadtwerke Bad Tölz) die das Vorhaben wissenschaftliche begleitet, hat aber auch festgestellt, dass nur einem Drittel der Befragten das energiepolitische Ziel des Landkreises überhaupt bekannt ist.

Knapp die Hälfte des Strombedarfs wird mit erneuerbaren Energien gedeckt

Laut Dr. Anne von Streit von INOLA kommt im Oberland Photovoltaik am häufigsten vor, neben 19 Freiflächenanlagen wurden alle kleineren Anlagen auf Hausdächern erfasst. Zudem existieren 38 Anlagen aus fester Biomasse, 48 Biogasanlagen, 105 Anlagen zur Energiegewinnung aus Wasserkraft und vier kleine Windkraftanlagen.

In Weilheim-Schongau wird aktuell knapp die Hälfte des Strombedarfs mit erneuerbaren Energien abgedeckt – in Bad Tölz-Wolfratshausen sind es bereits 82 Prozent. Dieses Ziel sei bis 2035 zu schaffen, sagte Streit bei der Ausstellungseröffnung vor geladenen Gästen. Weniger gut sieht es bei der Wärme aus: Nur 14 Prozent des Bedarfs werden im Landkreis derzeit aus erneuerbaren Energien gewonnen.

Streits Fazit: Die drei Landkreise können im Verbund aufgrund ihrer unterschiedlichen Potenziale das Ziel, unabhängig von fossilen Energien zu sein, mit einem erneuerbaren Energien-Mix erreichen. Es zeige sich aber auch, dass das Ziel beim Strom wesentlich leichter erreicht werden könne als bei der Wärme.

Kaum eine Rolle spielt die Windkraft im Oberland, ihr Anteil an der Stromerzeugung liegt bei 0,1 Prozent. Im Landkreis beträgt der Anteil der Flächen, die für Windkraft in Frage kommen, gerade einmal 0,5 Prozent. Eine immer wichtigere Rollen werden Energiespeicher spielen, so die Studie.

Die Ausstellung

im Landratsamt, Pütrichstraße 8 (nicht Zulassungsstelle), läuft noch bis 15. März.

Von Johannes Thoma

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